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Kommentar Whistleblower brauchen Schutz

Das amerikanische System der Millionenzahlungen an Whistleblower ist nicht perfekt. Aber es ist besser, als Hinweisgeber ungeschützt zu lassen.
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Hinweisgeber auf Fehlverhalten in der Investmentsparte erhielten nun eine Rekordsumme. Quelle: dpa
Merrill Lynch

Hinweisgeber auf Fehlverhalten in der Investmentsparte erhielten nun eine Rekordsumme.

(Foto: dpa)

New York Müssen Hinweisgeber wirklich mit Millionensummen belohnt werden? Die Frage ist nach der Rekord-Entschädigung an drei Whistleblower wieder aktuell geworden. Die US-Börsenaufsicht SEC hat 83 Millionen Dollar an drei Tippgeber ausgezahlt, die sie auf grobes Fehlverhalten bei Merrill Lynch aufmerksam gemacht haben. Die Antwort lautet: Ja! Wenn Mitarbeiter, egal in welcher Branche, ihre Chefs auf Missstände hinweisen, riskieren sie häufig ihre Karriere, ihren Job, ihre Gesundheit, manchmal auch ihr Leben. Wegschauen dagegen ist bequem und besser für die Nerven sowieso. Wer den Mut aufbringt, Alarm zu schlagen, der verdient Schutz. Whistleblower, die in das Programm der SEC aufgenommen werden, können anonym bleiben und bekommen im besten Fall bis zu 30 Prozent der Strafe, die ein Konzern für sein Fehlverhalten zahlen muss.

Das System ist nicht perfekt. Es entsteht das Risiko, dass Mitarbeiter ihren Arbeitgeber nur deshalb anschwärzen, weil sie sich eine fette Belohnung erhoffen und nicht, weil sie zum Beispiel Investoren schützen oder Umweltverschmutzungen vermeiden wollen. Doch das müssen wir in Kauf nehmen. Eine funktionierende Gesellschaft braucht Menschen, die sich trauen, laut und deutlich auf Fehlverhalten hinzuweisen, ohne dass dafür gleich ihr Leben ruiniert wird. Deutschland sollte sich an den USA ein Beispiel nehmen. Noch immer gibt es hier keinen Schutz. Dabei liegt auf der Hand, dass wir ihn dringend brauchen.

Ein Whistleblower, der zum Beispiel schon früh auf den Dieselskandal hingewiesen hätte, wäre sehr willkommen gewesen.

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