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Kommentar Wieso Bayer das Glyphosat-Problem schnell lösen muss

Der Leverkusener Konzern muss dringend den Ballast der Verfahren um den Unkrautvernichter abwerfen. Erst dann kann Bayer an der Börse wieder glänzen.
29.10.2019 - 17:30 Uhr Kommentieren
Wie viel Geld kann und will Bayer auf den Tisch legen, um die Glyphosat-Probleme loszuwerden? Quelle: AFP
Bauer verteilt das Glyphosat-haltige Mittel Roundup

Wie viel Geld kann und will Bayer auf den Tisch legen, um die Glyphosat-Probleme loszuwerden?

(Foto: AFP)

Bayers Finanzvorstand Wolfgang Nickl betont immer wieder gerne, dass er die Aktie seines Arbeitgebers für ein tolles Investment hält. Das muss er schon kraft seines Amtes so sagen. Aber seine Aussage wäre auch objektiv gesehen richtig, wenn man sich bei Bayer einmal das unheilvolle Thema Glyphosat wegdenkt. Wie würde Bayer dann derzeit an der Börse stehen?

Inmitten der konjunkturellen Trübsal, die Industriekonzernen wie BASF und Covestro kräftige Gewinneinbrüche einbrockt, könnte Bayer mit seiner Ausrichtung auf das konjunkturrobuste Pharma- und Agrargschäft als defensiver starker Wert glänzen, womöglich ein Fels in der Brandung sein.

Denn rein operativ gesehen ist der Konzern auf einem guten Weg, wie die Ergebnisse des dritten Quartals zeigen. Der Konzern kann weiterhin auf sein stabiles Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten bauen. Das Agrargeschäft hat die wetterbedingte Delle aus dem ersten Halbjahr weggesteckt. Die Signale stehen nicht schlecht, dass die Kombination mit Monsanto die gewünschten hohen Ergebnisbeiträge bringt.

Im lange kränkelnden Geschäft mit rezeptfreien Mitteln deuten die jüngsten Kennzahlen darauf, dass die Division den Turnaround schafft. Bayer-Chef Werner Baumann kann also einige Erfolge auf den zahlreichen Baustellen des Unternehmens verzeichnen. Das verschafft ihm Luft gegenüber Kritikern und Rückhalt in der eigenen Organisation.

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    An der Börse bringt all dies dem Konzern am Mittwoch gerade mal einen Zuwachs von knapp unter zwei Prozent. An einem solchen Tag wird deutlich, wie stark die Risiken durch die Glyphosat-Verfahren in den USA den Aktienkurs bremsen. Die Lösung dieses Problems bleibt die größte Herausforderung für den Bayer-Chef, an der sich wohl auch seine Zukunft entscheidet.

    Grafik

    Die Frage ist: Wie viel Geld kann und will Bayer auf den Tisch legen, um die Glyphosat-Probleme loszuwerden? Man kann dafür einfache Rechenspiele anstellen: Hält der Konzern den derzeitigen Aufwärtstrend, dürfte der Plan aufgehen, nachdem er bis 2022 frei verfügbare Mittel von 23 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dazu kommen acht Milliarden Euro aus Teilverkäufen.

    Zwölf Milliarden Euro braucht der Konzern in diesem Zeitraum für die Dividende, rund neun Milliarden für den Schuldenabbau. Der Rest von zehn Milliarden Euro zeigt den Spielraum, den Bayer für eine Vergleichszahlung relativ problemlos aufwenden könnte.

    Es ist eine bittere Rechnung, denn der Konzern könnte das Geld viel besser nutzen, um etwa seine Pharmapipeline weiter zu verstärken. Aber um an der Börse wieder zu glänzen, muss Bayer erst den Ballast der Glyphosat-Verfahren abwerfen.

    Mehr: In den Verfahren um den Unkrautvernichter gerät Bayer immer stärker unter Druck. Operativ läuft es dagegen nach Plan – die Aktie legt zu.

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