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Kommentar Wir brauchen einen Plan, um das Fernweh stillen zu können

Die Touristik findet im Kampf gegen die Pandemie bei der Politik kein Gehör. Dabei ist auch sie ein wichtiges Element der modernen Gesellschaft.
30.09.2020 - 17:49 Uhr Kommentieren
Niemand sollte den Drang der Menschen nach Reisen, nach dem Erkunden anderer Länder und Kulturen unterschätzen. Quelle: dpa
Sonnenuntergang auf Zypern

Niemand sollte den Drang der Menschen nach Reisen, nach dem Erkunden anderer Länder und Kulturen unterschätzen.

(Foto: dpa)

Auf den ersten Blick ist das eine gute Nachricht. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds zeichnete am Mittwoch eine Wandelanleihe in Höhe von 150 Millionen Euro für den angeschlagenen Reiseriesen Tui. Damit kann das Unternehmen zusammen mit Geld von der KfW auf frische Mittel in Höhe von 1,2 Milliarden Euro hoffen. Das wird für den Winter reichen, ist man in der Konzernzentrale in Hannover überzeugt.

Doch das war es auch schon. Eine Perspektive, wie es nach dem Winter weitergehen wird, gibt es nicht. Keiner weiß, wie es dann um die Pandemie bestellt sein wird. Die Verzweiflung in der Reisebranche wächst von Tag zu Tag. Man klammert sich an die Hoffnung eines Impfstoffs und an Schnelltests – und weiß, dass dieser Strohhalm brüchig ist.

Die Infektionszahlen steigen wieder. Eilig beschließen Regierungen in aller Welt neue, verschärfte Maßnahmen. Das oberste Ziel: Ein zweiter Lockdown soll unbedingt verhindert, die Wertschöpfungsketten in den wichtigen Branchen sollen aufrechterhalten werden.

Die Reisebranche scheint in den Augen der Politik nicht zu den schützenswerten Branchen zu gehören. Appelle der Industrievertreter, das Infektionsgeschehen differenzierter zu betrachten, um Reisen doch zu ermöglichen, verhallen ungehört. Die Tatsache, dass die Infektionsherde mittlerweile private Feiern sind, weniger dagegen Rückkehrer aus fremden Ländern, wird kaum berücksichtigt.

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    Öffentlich fordern Politiker dazu auf, doch bitte nur im eigenen Land zu verreisen. Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss demnächst zwingend in Quarantäne. Die Alternative, das durch einen Coronatest zu vermeiden, wird de facto abgeschafft. Der Trip in die Ferne wird damit nahezu unmöglich – keiner weiß für wie lange.

    Es wird sicherlich niemand in der Politik so offen aussprechen, doch der Eindruck verfestigt sich, dass die Regierungen dazu bereit sind, die Reiseindustrie in der Not zugunsten des Gesundheitsschutzes und der Sicherung der anderen Industrien zu opfern.

    Es ist klar, dass die erfolgreiche Bekämpfung des Coronavirus in der Wirtschaft nicht ohne große Opfer gelingen wird. Unbestritten ist auch, dass Reisen ein Luxus ist, auf den in der schwersten Krise vielleicht leichter zu verzichten ist als auf andere, elementarere Bedürfnisse.

    Doch keiner sollte den Drang der Menschen nach Reisen, nach dem Erkunden anderer Länder und Kulturen unterschätzen. Unsere moderne Gesellschaft wird sich auf Dauer nicht damit abfinden, ihr Fernweh nicht mehr stillen zu können. Deshalb brauchen wir einen Plan, um der gebeutelten Reisebranche wieder eine Perspektive zu geben.

    Mehr: Europas oberste Seuchenbekämpferin: „Der Lockdown ist kein Allheilmittel“

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