Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Wir laufen Gefahr, die europäische Sharing-Economy totzuregulieren

Europas Kleinstaaterei übervorteilt die Start-up-Pioniere in den USA und China. Der Protektionismus ist unverhältnismäßig und schadet heimischen Unternehmen.
Kommentieren
Geht es um die private Wohnungsvermietung, ändern sie die Regeln europaweit oft von Stadt zu Stadt. Quelle: Reuters
Airbnb-Logo

Geht es um die private Wohnungsvermietung, ändern sie die Regeln europaweit oft von Stadt zu Stadt.

(Foto: Reuters)

Die Börsenwerte sind beeindruckend. Wären Sharing-Plattformen wie Uber, Lyft oder Airbnb deutsche Unternehmen, fände man sie im Dax ganz oben. Mit 73 Milliarden Dollar bewerten Anleger den Chauffeur-Vermittler Uber, Konkurrent Lyft kommt auf 16 Milliarden Dollar, der Wohnungsvermittler Airbnb auf 31 Milliarden Dollar.

Das Dumme nur: Die Unternehmen sind bekanntlich keineswegs deutsch – was mehr als ein Zufall ist. Europäische Milliardenkonzerne im Sharing-Geschäft sucht man vergeblich, abgesehen von der französischen Mitfahrzentrale Blablacar, deren Marktwert auf 1,6 Milliarden Euro geschätzt wird.

Nach Schuldigen dafür muss nicht lange gesucht werden. Die Wirtschaftsform erzeuge einen unfairen Wettbewerb, reduziere die Jobsicherheit und begünstige Steuerhinterziehung, begründet ein Papier des Europäischen Parlaments, weshalb sich die Union bislang auf keine einheitliche Gesetzgebung einigen konnte.

Geht es um die private Wohnungsvermietung oder die Mitnahme von Fahrgästen, ändern sich deshalb die Regeln europaweit oft von Stadt zu Stadt. Zudem erschweren nationale Sonderregelungen europäischen Sharing-Pionieren die Expansion im Heimatmarkt – anders als in den USA oder China.
Wo muss ein Chauffeur nach einer Fahrt in die Firmenzentrale zurückkehren, wo nicht? Wozu ist in Spanien eine Reiseleiterlizenz nötig, wenn es in Deutschland auch ohne geht? Wie viele Tage darf eine Wohnung in Berlin untervermietet werden, wie viele Tage in München? Weshalb sind nur in Frankreich Boote privat zu vermieten?
Selbst Branchenvertreter wundern sich über den übermäßigen Protektionismus. „Wer sich als Hotelier vom Eigentümer einer Schlafcouch bedroht sieht, sollte lieber über das eigene Produkt nachdenken als den Gesetzgeber rufen“, witzelt Michael Buller vom Verband Internet Reisevertrieb. In der Tat: Wir laufen Gefahr, die Sharing-Economy in Europa totzuregulieren.

Mehr: Urlaubsleistungen von Privat an Privat wurden in Deutschland lange belächelt. Doch sie werden zum Milliardengeschäft – zum Leidwesen von Tui & Co.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

0 Kommentare zu "Kommentar: Wir laufen Gefahr, die europäische Sharing-Economy totzuregulieren"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote