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Kommentar Wirecard hat akuten Reformbedarf

Der KPMG-Bericht zeigt die Probleme des Zahlungsdienstleisters auf. Doch er weist auch einen Weg, wie das Unternehmen die Vergangenheit hinter sich lassen kann.
28.04.2020 - 19:45 Uhr Kommentieren
Die Prüfung seitens KPMG zeigt auch Chancen für den Zahlungsdienstleister auf. Quelle: dpa
Wirecard

Die Prüfung seitens KPMG zeigt auch Chancen für den Zahlungsdienstleister auf.

(Foto: dpa)

Dass die Aktie eines Dax-Konzerns binnen weniger Stunden um ein Viertel einbricht, ist außergewöhnlich, selbst für die leidgeprüften Aktionäre von Wirecard.

Dabei sah doch auf den ersten Blick alles gut aus: Die wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation angesetzte Sonderprüfung hat keine Belege für den gravierenden Vorwurf gefunden. Hinweise auf systematischen Betrug gibt es keine. Ein Freispruch ist der Bericht dennoch nicht. Letztlich handeln die Prüfer von KPMG nach der Devise „Im Zweifel für den Angeklagten“.

Wirecard ist lange wie ein Start-up geführt worden. Dominiert vom Vorstandschef Markus Braun, hat das Unternehmen Jahr um Jahr den Umsatz um ein Drittel gesteigert, den Aktienkurs vervielfacht und einen Platz im Dax erobert. Kritik und Angriffe durch Spekulanten bügelte Braun mit Verweis auf die guten Zahlen ab. Doch dieses Modell funktioniert nicht mehr.

Der KPMG-Bericht legt die Gründe schonungslos offen: Compliance und Rechnungslegung wurden vernachlässigt. Von den Prüfern angeforderte Transaktions- und Kundenlisten, Kontobelege und Vorstandsprotokolle fehlten oder kamen zu spät. Diese internen Versäumnisse mussten früher oder später zu massiven Problemen führen.

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    Für Vorstandschef Braun ist das ein weiterer Weckruf: Der verschlossene Stratege muss den Konzern grundlegend neu aufstellen, unterstützt von Aufsichtsratschef Thomas Eichelmann. Die Vorwürfe, die die Vergangenheit betreffen, sind wahrscheinlich nie restlos aufzuklären. Aber zumindest die Zukunft muss jetzt gesichert werden.

    Erste Schritte sind eingeleitet: Die Transaktionsdaten zentral zu verwalten ist sinnvoll. Doch es braucht mehr. Der Rückzug aus profitablen, aber nur über verschlossene Drittpartner abzuwickelnden Geschäften wäre ein klares Signal. Ebenso ein Umbau der Führung samt Stärkung von Compliance und Governance. Klar ist: All das wird viel Geld kosten. Aber das ist ein guter Ruf allemal wert.

    Mehr: KPMG-Sonderprüfung zu Wirecard-Bilanzen lässt Fragen offen – Investoren fliehen aus Aktie.

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