Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Wirecard muss die eigene Reputation höher gewichten

Der Zahlungsdienstleister Wirecard steht wegen halbseidener Geschäftspartner in der Kritik. Von einigen muss sich CEO Braun endlich verabschieden.
04.03.2020 - 19:03 Uhr Kommentieren
Der Wirecard-CEO will nun die Giganten der digitalen Wirtschaft als Kunden gewinnen. Quelle: Bloomberg
Markus Braun

Der Wirecard-CEO will nun die Giganten der digitalen Wirtschaft als Kunden gewinnen.

(Foto: Bloomberg)

Markus Braun ist ein kühler Rechner. Der studierte Wirtschaftsinformatiker hat in 18 Jahren aus einer gescheiterten New-Economy-Bude einen potenziellen Weltkonzern geformt: Wirecard. Ja, Zahlungsabwicklung ist nicht sexy, verglichen mit der Magie des Silicon Valley.

Aber das war die Buchhaltungssoftware von SAP, dem bisher einzigen deutschen Technologieriesen, auch nicht. Und der Trend zum bargeldlosen Bezahlen spricht für Wirecards Erfolg. Allerdings nur, wenn Braun die Gleichung neu adjustiert.
Der Anstieg digitaler Transaktionen, der Aufstieg Asiens, die Macht der Daten – all das findet sich in Brauns Erfolgsgleichung.

Nur eine Variable fehlt: das Risiko durch halbseidene Geschäftspartner. Mit ihnen ist Wirecard gewachsen. Der Konzern wickelte über Jahre Zahlungen für Porno- und Casinoseiten ab. Das war nicht immer appetitlich, aber profitabel – und hat Geld gebracht für die Zukunft.

Diese bestimmen andere Namen. Die Variablen heißen Uber, Amazon und Co.: Es sind die Giganten der digitalen Wirtschaft, die Wirecard nun als Kunden gewinnen will. Die Verbindung zu dubiosen Tradingseiten und anderen Problempartnern, die eine Strafanzeige Wiener Anlegerschützer erneut in grelles Licht taucht, stört die Gleichung nur.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Angesichts hoher Margen glaubt Wirecard bislang, nicht auf die Partner verzichten zu können. Doch das ist ein Rechenfehler. Will Braun mit dem Abschluss der Bilanzsonderprüfung reinen Tisch machen, muss er den Rotstift auspacken.

    Es ist für Wirecard höchste Zeit, eine Variable am höchsten zu gewichten: die eigene Reputation. Die Folge kann nur sein, sich von manchen Partnern endlich konsequent zu verabschieden, selbst von solchen der ersten Stunde – und auch, wenn dadurch kurzfristig der Ertrag einbricht.

    Kein Tech-Konzern muss jedes Jahr um 30 Prozent wachsen, nicht einmal Wirecard. Eine um Altlasten bereinigte Gleichung wäre das beste Zukunftskonzept.

    Mehr: Vorbereitung auf den Tag X: Der Zahlungsdienstleister wartet auf das Ergebnis der Bilanzsonderprüfung.

    Startseite
    0 Kommentare zu "Kommentar: Wirecard muss die eigene Reputation höher gewichten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%