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Kommentar Wirtschaft als Würfelspiel – warum Deutschland jetzt einen Exit-Plan braucht

Keiner kann sagen, wie stark der Einbruch durch die Coronakrise ausfallen wird. Umso dringender braucht Deutschland nun einen verlässlichen Plan.
26.04.2020 - 16:19 Uhr Kommentieren
Die Kanzlerin muss die Wirtschaft auf einen klaren Corona-Fahrplan einschwören. Quelle: dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel

Die Kanzlerin muss die Wirtschaft auf einen klaren Corona-Fahrplan einschwören.

(Foto: dpa)

Die Bundesregierung erwartet in ihrer Frühjahrsprognose einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 6,3 Prozent. Da stellt sich die Frage: Wer hat denn diese Zahl ausgewürfelt? Keiner kann heute auf die Kommastelle genau sagen, wie sehr sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert.

Sicher ist dagegen: Der Einbruch ist wesentlich größer als bei der Finanzkrise 2009 und es wird viel mühsamer als damals sein, den Aufschwung wieder hinzubekommen. In den nächsten Monaten werden wir einen Anstieg der Arbeitslosigkeit mit all seinen Folgen erleben, wie es ihn damals nicht gegeben hat. Als weiterer Unterschied kommt hinzu, dass 2009 die Weltwirtschaft intakt war. Heute ist sie das nicht, auch wenn die Ausgangslage am Arbeitsmarkt besser ist.

Was können wir anpacken? Das geplante deutsche Konjunkturprogramm wird zwar einen Impuls setzen, doch für die Exportnation Deutschland reicht das nicht, um durchzustarten. Da wir die Wirtschaft in den USA und in China kaum beeinflussen können, müssen wir die Euro-Zone stärken, den größten Absatzmarkt der Welt, was gerne vergessen wird. Umso enttäuschender ist das Ergebnis des EU-Gipfels, der nicht die erhofften weitreichenden Beschlüsse zum Wiederaufbaufonds gebracht hat.

Die Kanzlerin, die einen sehr guten Job macht, sollte es trotzdem aufgeben, auf Sicht zu fahren und einen konkreten Exit-Plan erstellen. Als Naturwissenschaftlerin glaubt sie, dass es die eine Wahrheit beim Kampf gegen das Virus geben kann.

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    Doch die Virologie ist keine Naturwissenschaft. Sie ist eine Mischung aus Mathematik, Statistik und medizinischen Erkenntnissen. So wie die Kanzlerin zu Recht nicht einem Ökonomen glaubt, sollte sie auch keinem Virologen folgen. Ein britischer Premierminister hat angeblich gesagt, wenn ich vier Ökonomen frage, bekomme ich fünf Meinungen, Lord Keynes hat davon zwei. Genauso verhält es sich bei den Virologen. Die Politik muss sich gemeinsam mit den Bürgern mit aller Vorsicht auf den Weg machen.

    Mehr: Ein funktionierender deutscher Exit-Plan muss auch Europa im Blick haben

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