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Eigentumswohnung in Berlin

Der Boom wird nicht maßgeblich von den Häuslebauern und Wohnungskäufern getrieben.

(Foto: dpa)

Kommentar Wohneigentum gilt als einer der Hauptgründe für Ungleichheit

Der Immobilienboom in Deutschland hält an. Die Branche spricht sogar schon vom Superzyklus – und blendet die Folgen aus.
17.12.2019 - 20:41 Uhr Kommentieren

Schon wieder ein neuer Rekord: 269 Milliarden Euro wurden 2018 mit Immobilien in Deutschland umgesetzt, so viel wie nie. Schon im Jahr zuvor wurde Rekord gefeiert. Und im Jahr davor.

Die Höchststände purzeln geradezu. Von einer Blase möchte trotzdem niemand sprechen. Dabei wird allzu oft nur die halbe Realität betrachtet, und die Folgen werden gänzlich ausgeblendet.

Eine bundesweite Immobilienblase gibt es vermutlich nicht. Die Übertreibungen sind vor allem in den Großstädten zu spüren. Doch selbst dort erkennen Experten keine Blase.

Ihre Argumente: Einerseits wird nach wie vor nicht in hochspekulativem Maß gebaut. Andererseits sind die deutschen Privathaushalte nicht übermäßig verschuldet.

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    Das ist aber bestenfalls die halbe Wahrheit. Denn der Boom wird nicht maßgeblich von den Häuslebauern und Wohnungskäufern getrieben. Befeuert wird er vor allem von institutionellem Geld.

    Seit Jahren legen etwa Staatsfonds, Versicherungen und Pensionskassen zunehmend Geld in Immobilien an, weil ihre typischen Anlagen – Anleihen – keine Rendite mehr abwerfen. Ob die Immobilienpreise einbrechen, hängt nicht zuletzt von der Geldpolitik ab. Wie schnell Immobilienpreise auf kleine Zinserhöhungen reagieren, muss die Zeit aber erst noch zeigen.

    Während Versicherer und Pensionskassen, getragen vom Geld ihrer Kunden, am Immobilienmarkt einkaufen, fällt es Ersterwerbern in Zeiten der rasant steigenden Preise hingegen immer schwerer, Immobilieneigentum zu erwerben. Lag die Zahl der Ersterwerber 2013 noch bei knapp 550.000 pro Jahr, ist sie 2016 und 2017 gar unter 400.000 gefallen.

    Wohneigentum gilt laut zahlreichen Studien als einer der Hauptgründe für Ungleichheit. Wenn die Preise derart schnell steigen wie zuletzt, kommen Haushalte nicht mehr hinterher, genügend Eigenkapital für den Kauf anzusparen. Also können sie auch nicht von günstigen Bauzinsen profitieren. Die gesellschaftlichen Folgen sind noch längst nicht abzusehen.

    Mehr: Seit Jahren warnen Skeptiker vor Übertreibungen am Immobilienmarkt. Doch aktuelle Daten zeigen, dass ein Ende der Preissteigerungen auf sich warten lässt.

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