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Kommentar Wohnkonzerne haben den Einfluss der Regulierung bisher sträflich unterschätzt

Der politische Druck kann die Aktionäre von Unternehmen wie Vonovia noch teuer zu stehen kommen. Doch die Regulierung hat auch Positives.
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Die Aktie des Wohnkonzerns verlor mehr als sechs Prozent, als Berlin konkrete Pläne für einen Mietendeckel bestätigte. Quelle: dpa
Vonovia in Bochum

Die Aktie des Wohnkonzerns verlor mehr als sechs Prozent, als Berlin konkrete Pläne für einen Mietendeckel bestätigte.

(Foto: dpa)

Als bekannt wurde, dass Berlin ganz konkret an einem Mietendeckel tüftelt, ging es für die Aktien der großen deutschen Wohnungskonzerne steil bergab. Die Aktie von Vonovia verlor mehr als sechs Prozent. Konkurrent Deutsche Wohnen, der vor allem Wohnungen in der Hauptstadt hält, rauscht um 15 Prozent in die Tiefe.

Der Fall zeigt: Wohnkonzerne und Investoren haben den Einfluss der Regulierung bislang sträflich unterschätzt. Ein Ende steigender Preise am Miet- und Kaufmarkt ist nicht in Sicht. Der politische Druck wird eher zu- als abnehmen. Das wird die Geschäfte belasten. Bislang hielten die Konzerne und auch die Analysten die Regulierung für ein überschaubares Risiko.

Schließlich hat sie auch Positives: Durch die Leitplanken im Mietmarkt ist zwar kein explosives, aber ein stetiges Mietwachstum planbar. Investoren haben die Mietsteigerungen der nächsten Jahre schon eingepreist, kein Wunder, dass sie eine Deckelung schockt. Das Argument, Berlin sei ein Einzelfall, kann auch nicht mehr gelten.

In Frankfurt, München oder Hamburg wurden schon Mietendeckel gefordert. Das SPD-geführte Justizministerium würde ihn sogar gern bundesweit einführen. Die Beschwichtigungsversuche der Branche lassen in all dem Chaos zu wünschen übrig.

Wenn sie Mietsteigerungen von vier Prozent und mehr bilanzieren, interessiert es die Mieter herzlich wenig, wie viel Prozent davon auf marktgerechte Preisänderungen und wie viel auf Modernisierungen entfallen. Für die Mieter – und die Politik – zählt, was unter dem Strich steht.

Wollen sich die Konzerne aus dieser Misere befreien, müssen sie der Politik Angebote machen. Neubauten, zum Teil in kostengünstigem seriellem Bau, sind ein guter Anfang. Mehr Investitionen in Instandhaltungen statt Modernisierungen – zuletzt war es umgekehrt – wären ein weiterer Schritt. Ob das bei der Politik fruchtet, kann niemand voraussagen. Nichtstun könnte die Konzerne aber noch teurer zu stehen kommen.

Mehr: Deutschlands größter Wohnungskonzern hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Doch statt Zahlen stehen Image-Fragen und das Thema Enteignungen im Vordergrund.

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