Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Yellens Zins-Warnung zeigt: Die Märkte stehen vor turbulenten Zeiten

Die Reaktion auf die Äußerung der US-Finanzministerin Janet Yellen offenbart, wie sensibel die Märkte sind. Ein Ende der lockeren Geldpolitik könnte schwierig werden.
05.05.2021 - 17:55 Uhr Kommentieren
„Es könnte sein, dass die Zinsen etwas ansteigen müssen, um sicher zu stellen, dass unsere Wirtschaft nicht überhitzt“, sagte die US-Finanzministerin – und trug mit dieser Äußerung zur Nervosität der Anleger bei. Quelle: Reuters
Janet Yellen

„Es könnte sein, dass die Zinsen etwas ansteigen müssen, um sicher zu stellen, dass unsere Wirtschaft nicht überhitzt“, sagte die US-Finanzministerin – und trug mit dieser Äußerung zur Nervosität der Anleger bei.

(Foto: Reuters)

Mit einem Satz hat Janet Yellen die Märkte in Schrecken versetzt. Laut der US-Finanzministerin kann es sein, dass die Zinsen etwas steigen müssen, um eine Überhitzung der amerikanischen Wirtschaft zu verhindern. Mit dieser Bemerkung sorgte sie am Dienstag für deutliche Kursverluste an den Aktienmärkten und vor allem bei Tech-Werten.

Die Reaktion ist ein Vorgeschmack auf turbulente Zeiten, die den Märkten bevorstehen könnten. Denn der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik wird für die US-Notenbank Fed dieses Mal noch komplizierter als nach der Finanzkrise.

Zum einen liegt das daran, dass die Fed dieses Mal quasi im Nebel steuern muss. Denn es ist sehr schwer zu durchschauen, wie stark die Zahlen für Wachstum und Inflation durch Einmaleffekte wie Versorgungsengpässe und Nachholeffekte beeinflusst werden und welche Rolle das riesige Konjunkturpaket von US-Präsident Joe Biden spielt.

Selbst Ökonomen wie der frühere IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard, die Inflationsrisiken bisher gelassen gesehen haben, warnen vor einer Überhitzung der Wirtschaft. In der Vergangenheit hat die Fed meist präventiv gehandelt und geldpolitisch schon reagiert, wenn sich Inflationsanstieg in der Zukunft abzeichnete. Dieses Mal aber hält sie sich zurück.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Hinzu kommt: Auch Einmaleffekte können eine Eigendynamik entfalten. Zum Beispiel könnte auch eine kurzfristig höhere Inflation dazu führen, dass die Löhne stärker steigen – was wiederum die Preise antreibt. Das gilt auch für die Finanzmärkte. Aktuell erwarten sie langfristig sehr niedrige Zinsen. Auch dies könnte sich ändern, wenn eine Inflationsdebatte in Fahrt kommt.

    Finanzkrise kann nur bedingt als Vorbild dienen

    Außerdem beschränken sich die Erfahrungen der Fed und anderer Notenbanken zum Ausstieg aus Anleihekäufen als wichtigstem Instrument ihrer Geldpolitik auf die Zeit nach der Finanzkrise von 2007. Rückblickend hat die US-Notenbank damals vielleicht eher zu früh als zu spät gestrafft.

    Hängen geblieben ist vor allem die Erfahrung des „Taper Tantrums“ aus dem Jahr 2013. Der damalige Fed-Chef Ben Bernanke stellte ein Auslaufen der Anleihekäufe in den USA in Aussicht – und löste damit Turbulenzen an den Märkten aus. Diese Erfahrung hat sich weltweit ins kollektive Gedächtnis der Notenbanker gebrannt. Allerdings lässt sie sich nur bedingt auf die heutige Situation übertragen.

    Die Finanzkrise hat sich sehr lange hingezogen. Dadurch war es möglich, länger an der lockeren Geldpolitik festzuhalten. Nach der Corona-Pandemie erwarten Ökonomen aber eine schnelle und starke Erholung der Wirtschaft, sobald die Beschränkungen wegfallen. Daher wird auch der Ausstieg anders ablaufen. Vor allem der erste Schritt wird dabei schwer. Für die Märkte heißt das: Die kommenden Monate könnten durchaus turbulent werden.

    Mehr: Ein Satz wie ein Hammer: Janet Yellen spricht von höheren Zinsen

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Yellens Zins-Warnung zeigt: Die Märkte stehen vor turbulenten Zeiten
    0 Kommentare zu "Kommentar: Yellens Zins-Warnung zeigt: Die Märkte stehen vor turbulenten Zeiten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%