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Kommentar Zalando schafft mit seiner grünen Mode mehr Verwirrung als Nachhaltigkeit

Zalando kreiert nun auch noch ein Nachhaltigkeitssiegel. Damit könnte der Onlinehändler dem Wunsch nach ökologischer Mode mehr schaden als nutzen.
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Der Onlinehändler will ein eigenes Siegel für Nachhaltigkeit etablieren. Quelle: Zalando
Neue Zalando-Kollektion

Der Onlinehändler will ein eigenes Siegel für Nachhaltigkeit etablieren.

(Foto: Zalando)

Es hat viele Jahre gedauert. Aber jetzt interessieren sich endlich mehr Menschen für grüne Kleidung. Sie wollen nicht mehr alles nur möglichst billig kaufen. Sondern sie legen Wert darauf, dass ihre Jeans umweltfreundlich und unter fairen Bedingungen gefärbt und genäht wird.

Wer solche Kleidung sucht, muss sich leider mit mehreren Dutzend Siegeln beschäftigen. Das reicht von GOTS über Fear wear bis zu Oekotex. Jedes Siegel steht für andere Kriterien einer nachhaltigen Lieferkette. Jetzt kommt noch eines hinzu. Zalando nennt das zwar nicht Siegel. Aber Deutschlands größter Online-Modehändler kennzeichnet immer mehr Bekleidungsangebote mit einem Label, das er schlicht „Nachhaltigkeit“ nennt.

Das ist ein schöner, aber auch sehr dehnbarer Begriff. Und so gibt Zalando seinen Produkten schon diese Auszeichnung, wenn sie auch nur eines von mehreren Kriterien erfüllen, die Zalando für nachhaltige Mode definiert hat. Da reicht es schon, wenn eine Bluse nur zum Teil aus recycelten Fasern hergestellt wird.

Damit wird erneut eine Chance vertan, für mehr Klarheit in der Modebranche zu sorgen. Dazu passt es, dass Zalando ebenso wie andere große Händler von C&A bis Peek & Cloppenburg sich nicht für den „Grünen Knopf“ starkmachen. Dieses erste staatliche Siegel für Textilien hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller Anfang September gestartet, um für mehr Klarheit im Markt zu sorgen.

Natürlich: Das staatliche Siegel ist auch nicht perfekt und muss nachgebessert werden. So lässt es Bearbeitungsstufen in der Lieferkette außen vor. Aber die Initiative des Entwicklungsministers verdient mehr Unterstützung von Herstellern und Händlern. Immerhin verkaufen Tchibo und Otto schon erste Produkte mit dem Grünen Knopf.

Vielleicht muss Müller dem Wirrwarr der Siegel am Ende doch mit Regelungen ein Ende bereiten. Damit gedroht hat er ja schon. Noch aber hofft er auf Einsicht der Modefirmen.

Mehr: Zalando steckt in einem Dilemma – Das Online-Modehaus will massiv wachsen – sich aber gleichzeitig zu einem nachhaltigen Konzern wandeln.

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