Kommentar zu Ölkonzernen Big Oil bemüht sich zwar um Nachhaltigkeit – aber zu wenig und zu spät

Ölkonzerne überbieten sich mit Ökoprojekten. Das wird nicht reichen, um fit für die Zukunft zu werden.
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Der Ölmulti will sein Image als Umweltverpester loswerden. Quelle: dpa
Shell

Der Ölmulti will sein Image als Umweltverpester loswerden.

(Foto: dpa)

Ein Ölriese wie Shell, ein Dinosaurier, der seine Milliarden immer noch mit fossilen Brennstoffen scheffelt, investiert in einen solaren Batteriehersteller aus Bayern – das mag ungewohnt klingen. Es ist aber nur ein Beispiel von vielen, das zeigt, wie die Ölmultis, die mit ihrem fossilen Brennstoff einst die Vergangenheit beherrschten, versuchen, sich in einer Zukunft zu behaupten, in der Wind und Sonne dominieren.

Die Idee: Mit ihren finanziellen und logistischen Ressourcen wollen die Konzerne Wege finden, um das Problem des Klimawandels zu bewältigen, den sie selbst mitverursacht haben. Dieser Versuch verdient sicher Anerkennung, aber reichen wird er nicht. Von den Ölmultis darf und muss getrost mehr erwartet werden.

Von 25 Unternehmen, die laut einer Studie des Climate Accountability Instituts und des Carbon Disclosure Projekts für mehr als die Hälfte der industriellen Treibhausgase seit 1988 verantwortlich sind, kommen 18 aus der Ölbranche. Die Namen reichen von Saudi Aramco über Exxon Mobil bis zu Total.

Das Image als Umweltverpester hat ernste Folgen. Es ist der Grund, warum Ölkonzerne Probleme haben, junge Fachkräfte für sich zu gewinnen. Zudem werden die Konzerne auf lange Sicht trotz steigender Energie-nachfrage ihre Vorherrschaft auf dem Energiemarkt verlieren. Der Handlungsdruck ist also groß.

Doch was sind 200 Millionen Euro für eine Solarfirma, wenn gleichzeitig alleine in diesem Jahr sechs neue Öl- und Gasprojekte starten wie bei BP. Selbst die eine Milliarde Dollar, die Shell bis 2020 insgesamt in „Erneuerbare“ investieren will, sind nicht mehr als der viel zitierte Tropfen auf den heißen Stein.

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Wood Mackenzie müssten Öl- und Gasunternehmen bis 2035 mindestens 350 Milliarden Dollar in Wind und Solar investieren, um ihre jetzige Marktmacht auch auf die Hauptenergieträger der Zukunft zu übertragen. Auf dem Weg in die nicht fossile Zukunft sind also deutlich mehr Tempo und Einsatz gefragt.

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