Kommentar zur Lufthansa „Unkulant, teuer und unflexibel“

Handelsblatt-Online-Redakteur Jürgen Röder ist einer der 425.000 Passagiere, die vom Pilotenstreik der Lufthansa diese Woche betroffen sind. Vom Service der Fluggesellschaft im Ausnahmezustand ist er enttäuscht.
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Warten auf den Ferienflug: Viele Passagiere starten wegen des Pilotenstreiks bei der Lufthansa mit Ärger in ihren Urlaub. Quelle: Getty Images

Warten auf den Ferienflug: Viele Passagiere starten wegen des Pilotenstreiks bei der Lufthansa mit Ärger in ihren Urlaub.

(Foto: Getty Images)

Düsseldorf„Lufthansa – Nonstop you“ – mit diesem Slogan wirbt die Fluggesellschaft mit dem Kranich-Logo. Für mich als Betroffener des Pilotenstreiks klingt dies wie pure Ironie. Nach meinen Erfahrungen der vergangenen Tage hat die größte deutsche Airline andere Attribute: „unkulant, teuer und unflexibel“.

Zur Vorgeschichte: Meine Frau und ich hatten eine Reise nach Neuseeland gebucht - mit einem Stopp in Hongkong. Der erste Flug am Mittwoch (2. April) von Frankfurt aus zur chinesischen Sonderverwaltungszone per Lufthansa, der Weiterflug mit Air New Zealand, einem Lufthansa-Partner innerhalb des Airline-Bündnisses Star Alliance, zur Hauptstadt Auckland. Rückflug über die Osterfeiertage mit den gleichen Airlines, nur mit Zwischenstopp in Schanghai anstelle von Hongkong.

Die ersten Sorgen kamen mir am Freitag vergangener Woche. An diesem Tag rief die Gewerkschaft zu einem dreitägigen Pilotenstreik auf. Startschuss am Mittwoch, genau an dem Tag, an dem ich fliegen wollte. Auch der Hinweis von Kollegen, dass zunächst Kurzstrecken gestrichen werden, konnte mich nicht beruhigen.

Am Montag (31. März) dann der Schock: Die Lufthansa informierte per Homepage über die ausgefallenen Flüge. Meiner nach Hongkong ist auch dabei. Es folgten hektische Telefonate und meine Versuche, möglichst schnell einen Ersatzflug zu finden. Schließlich waren nicht nur alle vier Flüge bezahlt, sondern auch die Hotels vor Ort.

Erwartet hatte ich, dass mir die Lufthansa eine kostenfreie Umbuchung für eine Airline aus ihrem Star-Alliance-Netzwerk anbietet. Doch weit gefehlt. Kostenlose Umbuchungen gibt nach Auskunft des Lufthansa-Reisebüros nur, wenn die Fluggesellschaft zur Lufthansa-Gruppe zählt – so wie Eurowings, Air Dolomiti, Swiss, Austrian Airlines und Brussel Airlines. Doch die fliegen entweder nicht nach Hongkong oder die Flüge waren selbstverständlich ausgebucht.

Eine Unsicherheit bleibt
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7 Kommentare zu "Kommentar zur Lufthansa: „Unkulant, teuer und unflexibel“"

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  • Warum geht man nicht auf die Forderung der Piloten ein?

    Man gibt ihnen das Mehrgehalt und kündigt sie gleichzeitig.
    Nach Ablauf der Kündigung gibt man ihnen nur noch Jahresverträge.

    Dann können die Piloten es sich doch selbst überlegen, ob sie mit 55 Jahren aufhören, bzw. als Arbeitgeber würde ich sie dann nicht weiter beschäftigen. Soll sich das Arbeitsamt doch darum kümmern.

    Bei den Zeitarbeiten geht es doch auch so.
    Streiks würden dann auch entfallen, denn jedes Jahr kann man mit Zeitarbeit neu Verhandeln.


    Ich wollte gestern eigentlich mit LH aus der Türkei zurückfliegen.
    Nun musste ich auf andere Geselschaften ausweichen.

    Lufthansa ist nicht mehr exklusiv sondern nur noch teuer.
    Wo geht den das Geld hin, wenn noch nicht einmal mehr Personal beim Check in ist?

  • Also ich habe da ähnliche Erfahrungen mit der Mittelstrecke:
    Flug in ein nahes Europäisches Land, Hinflug gecancelt wegen Streik, Rückflug wär nach dem Streik und findet statt.
    Ich frage, ob sie mir ein Bahnticket bezahlen als Ersatz für den Hinflug.
    Antwort: Nein, ich könne nur stornieren und selber ein Bahnticket kaufen.
    Ich frage, ob ich nur den Hinflug stornieren kann mit anteiliger Erstattung und den Rückflug, der ja stattfindet, wahrnehmen kann.
    Antwort: Nein, ich kann nur Hin- und Rückflug zusammen stornieren. Ich könne ja als Rückflug einen One-way Flug neu buchen.
    Dieser One-way Flug wär freilich teurer gewesen als die Erstattung für Hin- und Rückflug.

    Der Streik ist nicht die Schuld der Lufthansa. Aber der Service rundherum und saumäßig und ohne Kundenorientierung.

  • "Die Schuld für den Ausfall..." Vermutlich ärgern Sie sich auch noch über die Streiks im öffentlihen Nahverkehr (nicht, weil ihr Bus nicht gefahren wäre, sondern weil die Strassen so ungebührlich voll waren). Ein Streik ist keine Erpressung! Höchstens dann, wenn man selbst betroffen ist - oder wie soll ich das verstehen?

  • Ich verstehe nicht wieso Sie sich über die Lufthansa aufregen. Die Schuld für den Ausfall liegt bei der Gewerkschaft. Sie müssten den Schaden also normalerweise beim Verursacher suchen. Eine Lohnerhöhung mit Erpressung (Streik) durchsetzen zu wollen, wenn so etwas OK sein sollte, dann doch bitte auch für sämtliche Arbeitnehmer, d.h. auch von Firmen mit 1-10 Angestellten.

  • Ich bin von Lufthansa nach wie vor überzeugt.
    Zahle gerne etwas mehr.

    Und freundliches Personal.
    Und wer böse schaut und unfreundlich ist kommt zu Air Berlin.

  • Und darum fliege ich nicht mit der Lufthansa.

  • "Unkulant", "teuer" und "unflexibel" sind in der Wirtschaft i.d.R. Synonym für ein und dieselbe Richtung: Ins Aus.

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