Kommentar Zwischen Uniper und Fortum ist eine Zusammenarbeit kaum noch möglich

Uniper-CEO Klaus Schäfer hat monatelang gegen eine Übernahme durch Fortum gekämpft. Die Fronten sind verhärtet.
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Der CEO von Uniper hat Ärger mit dem Großaktionär. Quelle: dpa
Klaus Schäfer

Der CEO von Uniper hat Ärger mit dem Großaktionär.

(Foto: dpa)

DüsseldorfFür die meisten Mitarbeiter des Stromproduzenten Uniper ist Klaus Schäfer ein Held. Erst stemmte sich der Vorstandschef vehement gegen die Übernahme durch den finnischen Konkurrenten Fortum – und sicherte bis heute die Unabhängigkeit des Unternehmens. Und jetzt stellt er sich auch noch vehement gierigen Hedgefonds entgegen.

Tatsächlich hat Schäfer seinem Unternehmen mit dem hart geführten Abwehrkampf wohl nur vorübergehend die Unabhängigkeit bewahrt – und letztlich Uniper in eine schwierige Lage gebracht. Die Fronten mit dem neuen Großaktionär aus Finnland sind so verhärtet, dass eine konstruktive Zusammenarbeit kaum noch möglich ist.

Gleichzeitig steht der Vorwurf im Raum, Schäfer habe sogar die im Übernahmerecht verankerte Neutralitätspflicht verletzt. Die Entscheidung über die Einberufung eines Sonderprüfers wurde auf der Hauptversammlung am Mittwoch nur vertagt.

Auf den ersten Blick war die Abwehrstrategie des Vorstands erfolgreich. Schäfer und sein Team haben so vehement Front gegen die Offerte gemacht, dass die Finnen die Mehrheit verfehlten und sich nur 47,12 Prozent sichern konnten.

Auf den zweiten Blick ist Schäfer aber nur ein Pyrrhus-Sieg gelungen. Ganz offensichtlich hatte er bis vor Kurzem gehofft, den Finnen den Einstieg komplett verbauen zu können.

Die Hoffnungen ruhten auf dem Genehmigungsprozess speziell in Russland, wo Uniper im großen Stil Strom produziert. Letztlich billigten die Russen die Transaktion aber, auch wenn die Finnen vorerst maximal 50 Prozent kaufen dürfen.

Nun hat Schäfer alle Karten ausgespielt. Er muss sich mit dem neuen Großaktionär arrangieren – hat ihn aber in den vergangenen Monaten schwer verärgert.

Spätestens jetzt muss Schäfer aktiv an einer Kooperationsvereinbarung mit Fortum arbeiten, um das Maximale für die Belegschaft herauszuholen. Die Chancen für eine gütliche Einigung haben sich durch den harten Abwehrkampf mit Sicherheit verschlechtert.

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