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Korruption und Bestechung Gefährlicher Gigant China

Wenn die Bundeskanzlerin in zwei Wochen nach China fliegt, darf sie nicht wie ihr Vorgänger einen Kotau vor Chinas politischer Führung machen. Denn die dunklen Seiten von Chinas Wirtschaftstempo bergen große Gefahren für unseren gesamten bewohnten Planeten.
  • Huang Ciping (Exekutivdirektorin der Wei Jingsheng Foundation)
Chinas Präsident Hu Jintao. Foto: ap

Chinas Präsident Hu Jintao. Foto: ap

Das rasante Wirtschaftswachstum, das China während der letzten zwei Jahrzehnte durchgemacht hat, hat das gesamte Land stark verändert. Nicht zuletzt deshalb, weil aus dem westlichen Ausland sehr viel Geld nach China geflossen ist. Niedrige Arbeitskosten und so gut wie keine Regulierung waren die Antriebskräfte für diesen Wirtschaftsboom. Chinesische Waren haben seitdem den Weltmarkt überflutet. Mit gravierenden Folgen sowohl für die chinesische Volkswirtschaft und Gesellschaft als auch für die internationalen Handelsbeziehungen.

Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel in knapp zwei Wochen nach China kommt, kann sie jedoch immer weniger über die dunklen Seiten von Chinas Wirtschaftstempo hinwegsehen. Es birgt nicht nur für China selbst große Gefahren, sondern auch für unseren gesamten bewohnten Planeten. Denn das chinesische Wirtschaftswachstum hat die Wirtschaft ungezählter anderer Länder direkt beeinflusst. Vor allem jener, die wie Deutschland auf eine lange industrielle Tradition zurückblicken können.

Zuallererst ist da die Angst aller ungelernter Arbeiter und Niedriglohn-Beschäftigten, bei der Entlohnung nicht mehr mit chinesischen Arbeitskräften mithalten zu können. Zum anderen gibt es die Furcht, dass alles Geld, das zurzeit noch vom Westen nach China hinein gepumpt und nicht zuletzt für den Import von chinesischen Waren ausgegeben wird, im eigenen Land zu Werksschließungen, Steuerausfällen, höherer Arbeitslosigkeit und immer weiter wachsenden Sozialausgaben führt. Dies alles berührt die westlichen Industriestaaten in ihrem Kern.

Das alles sind letzten Endes die Folgen der Ausbeutung der Arbeitskraft chinesischer Arbeiter. Arbeitnehmer müssen in China in der Regel zwölf bis 16 Stunden am Tag arbeiten, sieben Tage in der Woche. Und das, wenn sie denn überhaupt bezahlt werden, zu Hungerlöhnen, die trotz des unglaublichen Wirtschaftstempos seit Jahr und Tag nur mehr stagnieren.

Zudem gibt es keine Umweltstandards in Fabriken und keine Arbeitssicherheit. Das führt wiederum zu einer stetig steigenden Zahl von Arbeitsunfällen. Allein im Jahr 2005 starben in China 5 500 chinesische Bergleute in Kohlebergwerken unter Tage. Würden nur die rudimentärsten Standards bei der Arbeitssicherheit, der Sozialversicherung und bei Mindestlöhnen eingeführt, die im Westen überall gang und gäbe sind, würde dies nicht nur das schwere Los chinesischer Arbeiter erleichtern, sondern auch gravierende Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft haben.

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