Lufthansa Neue Nester

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Der Kranich baut sich neue Nester. Und das ist auch gut so. Die Deutsche Lufthansa will nicht mehr nur von den Drehkreuzen Frankfurt und München Interkontinentalverbindungen anbieten, sondern auch von anderen deutschen Städten wie Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart oder Berlin. Der Kranich tritt damit den Angreifern in der Heimat, den Wüstenfüchsen Emirates und Qatar Airways sowie dem Berliner Bären, Joachim Hunold mit seiner Air Berlin-LTU, offensiv entgegen. Die Lufthansa hat aus ihrer strategischen Schwäche, mit dem Flughafen Frankfurt ein im Vergleich zu London und Paris relativ schwaches Drehkreuz zu besitzen, schon früh eine Tugend gemacht. Sie bietet schon heute mehr Direktverbindungen an als die direkten Konkurrenten Air France-KLM und British Airways. Die Konkurrenz aus den Golfstaaten sowie der erste ernst zu nehmende Wettbewerber aus Deutschland, Air Berlin mit LTU, zwingen die Lufthansa nun, diese Tugend auf den Interkontinentalverkehr auszudehnen.

Die Dezentralisierung führt zwar wie bisher schon das Multi-Hub-Modell mit den beiden Drehkreuzen Frankfurt und München sowie dem Drehkreuz der Tochter Swiss in Zürich nicht nur zu höheren Kosten, sondern auch zu einer Schwächung des Geschäftsmodells. Doch für den Kranich gibt es keine Alternative zum Nestbau. Denn es ist für die Lufthansa immer noch besser, sich selbst die Passagiere von den Drehkreuzen abzuziehen und selbst direkt zu befördern, als wenn dies die Konkurrenz tut. Und die Lufthansa übertreibt auch nicht. Aus anderen europäischen Städten über den Atlantik zu fliegen, wie es das Open-Skys-Abkommen künftig erlaubt, plant die Lufthansa vorerst nicht. Neue Nester auch noch in fremden Landen zu bauen wäre ein zu großes Unterfangen.

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