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Marktwirtschaft Verbessern, nicht beschimpfen

Nach den Krisen der vergangenen Jahre ist der Kapitalismus wieder grundsätzlich in die Kritik geraten. Zu Unrecht! Die Frage lautet nicht, ob wir Marktwirtschaft wollen, sondern, welche wir wollen.
18 Kommentare
Frank Wiebe ist Kolumnist des Handelsblatts. Quelle: Pablo Castagnola

Frank Wiebe ist Kolumnist des Handelsblatts.

(Foto: Pablo Castagnola)

Düsseldorf Das kennt jeder: Plötzlich tauchen Szenen im Kopf auf, die schon Jahrzehnte her sind. Flashback nennen das die Psychologen. Wer der heutigen Debatte über den Kapitalismus folgt, weiß, was ich meine. Man fühlt sich zurückversetzt in die 70er-Jahre, als in unseren Schulen linke Schüler konservative Lehrer beschimpften, derweil linke Lehrer nach zwei Gläsern Rotwein anfingen, von Che Guevara zu schwärmen. Nur die Rollen sind mittlerweile vertauscht: Nachdem die meisten Linken längst Teil des Systems geworden sind, kritisieren Konservative wie Thatcher-Biograf Charles Moore oder „FAZ“-Herausgeber Frank Schirrmacher „das System“. Wenn in Mode und Design „retro“ angesagt ist, warum dann nicht auch in der politischen Debatte?

Doch zur Aufklärung und Erkenntnis trägt die bisherige Debatte über den Kapitalismus wenig bei. Die Frage lautet nicht, ob wir Marktwirtschaft wollen, sondern, welche wir wollen.

Es gibt weltweit viele Varianten dieses Systems, die zum Teil auch mit betulicheren Namen bezeichnet werden – wie „Soziale Marktwirtschaft“. Aber in einem Punkt ähneln sie sich alle: Es muss einen Mechanismus geben, über den das Kapital in diejenigen Unternehmen fließen kann, die es produktiv verwerten. Nur so entsteht Wohlstand. Nur so verschwindet Armut.

Länder, bei denen alte feudale Strukturen oder eine fehlende juristische und finanzielle Infrastruktur dies verhindern, leiden nicht an zu viel, sondern an zu wenig Kapitalismus – und dort kann ebenso wenig wie im Sozialismus breiter Wohlstand entstehen.

Aber auch wenn durch ein Übermaß an Spekulation und Blasenbildung an den Finanzmärkten Kapital fehlgeleitet wird, funktioniert das System nicht mehr richtig, wie wir in den letzten Jahren vor Augen geführt bekamen: Das war nicht die Marktwirtschaft, wie wir sie kannten. Das war ihre Perversion, und sie hat gewaltige Schäden hinterlassen – die Schätzungen gehen bis zu zehn Billionen Dollar. Dabei hat sie nicht nur Banken, sondern auch viele Bürger in den Ruin getrieben.

Es braucht einen pragmatischen und aufgeklärten Kapitalismus
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18 Kommentare zu "Marktwirtschaft: Verbessern, nicht beschimpfen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • In einer kapitalistischen Marktwirtschaft (noch gegenwärtiger Ist-Zustand), welche durch die Verwendung eines gesetzlichen Zwischentauschmittels mit Wertaufbewahrungs(un)funktion (Zinsgeld) und ein privates Bodeneigentumsrecht gekennzeichnet ist, setzt sich das gesamte Bruttosozialprodukt (BSP) aus Lohn (Arbeitseinkommen, verdienter Knappheitsgewinn) und Zins (Liquiditätsverzichtsprämie, Dividende, Rendite, Spekulationsgewinn, private Bodenrente, allg.: unverdienter Knappheitsgewinn) zusammen. Während der Lohn sich im Idealfall direkt proportional zur individuellen Arbeitsleistung entwickelt, ist der Zins das genaue Gegenprinzip: derjenige, der arbeitet, zahlt den Zins; und derjenige, der nicht arbeitet, bekommt den Zins. Ziel aller Gerechtigkeitsbestrebungen seit den ersten Anfängen der Marktwirtschaft ist es, den Zins zu überwinden, jedes arbeitsfreie Kapitaleinkommen auf Kosten der Mehrarbeit anderer zu beseitigen. Mit einem Wort: Marktgerechtigkeit.

    Dass es eine andere Gerechtigkeit als die Marktgerechtigkeit nicht gibt – zumindest solange unsere Technologie noch nicht soweit fortgeschritten ist wie in Arthur C. Clarke´s „The City and the Stars“ -, muss jedem vernünftigen Menschen klar sein, der die ganze Unsinnigkeit des Marxismus (Kapitalismus ohne Marktwirtschaft) erfasst hat:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/irrtumer-des-marxismus.html

    Eine ausbeutungslose und darum auch klassenlose Gesellschaft ist nicht durch eine Abschaffung der Marktwirtschaft, sondern nur durch die Befreiung der Marktwirtschaft vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz) möglich. Dazu muss der Zins makroökonomisch auf Null geregelt werden (Soll-Zustand), damit das gesamte BSP aus Lohn besteht:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/marktgerechtigkeit.html

  • Sie haben sich hier viel Mühe gemacht zu erklären, dass Kapitalismus und Marktwirtschaft heute nicht mehr so funktionieren, wie es früher einmal war und wie wir alle uns das wünschen. Aber damit kommen Sie der Lösung des zentralen Problems dennoch keinen Schritt näher. Ausgehend von der durch die Krise zutage geförderten Erkenntnis, dass Märkte offensichtlich nicht prinzipiell selbstregulierend sind, ist das zentrale Problem: Die bisherige Erklärung von der Funktionsweise der Marktwirtschaft und mithin des Kapitalismus` ist offensichtlich falsch!

    Genau aus diesem Grund hat es bisher keine der etablierten ökonomischen Lehrmeinungen vermocht, uns den Weg aus der Krise, zurück zu einer dynamischen, fairen Marktwirtschaft zu weisen und daran wird sich auch nichts ändern.

    Eine pragmatische Herangehensweise, wie Sie es vorschlagen, hilft nicht weiter. Pragmatismus bedeutet, dass wir uns von unseren Erfahrungen leiten lassen. Erfahrungen sind Vergangenheitswissen und sie werden in turbulenten Zeiten wie den heutigen in erheblichem Umfang entwertet, ihres Orientierungswertes beraubt. Außerdem bleibt das Problem der fehlenden richtigen Erklärung der Funktionsweise der Marktwirtschaft und damit, was entscheidend ist, die Frage der zu erfüllenden Voraussetzungen komplett außen vor.

    Als Ökonom habe ich mich mit der Frage der Funktionsweise von Märkten vor Jahren schon intensiv befasst, weil mir die Schwächen der Mainstream-Erklärungen bewusst waren und ebenso, welche fatalen Konsequenzen es haben würde, wenn sich die Politik in den Industriestaaten weiterhin daran orientiert. Auf dieses Problem, dem auch Sie, Herr Wiebe, sich hier widmen, habe ich in einer Fachpublikation (2002) nicht nur hingewiesen, sondern auch erklärt, was warum anders gemacht werden müsste. Aber es wird sich nichts ändern, solange weiterhin so überaus oberflächlich im Nebel gestochert wird.

    MfG
    Stefan L. Eichner

  • Am ehesten finde ich mich hier in dem Kommentar von so_what wieder.
    Was halten wir uns mit Begriffen auf? Mir ist es egal, ob das Wirtschaftssystem mit Kapitalismus oder Sozialismus überschrieben ist, Hauptsache es ist ein überlebensfähiges System, das nicht auf Ausbeutung aus ist (denn dann ist es schon nicht mehr überlebensfähig).
    Das übergeordnete Problem in unserem derzeitigen Wirtschaftssystem ist das Wachstum. Wir brauchen Wachstum, um den Status quo zu erhalten. Wie krank ist das? Hört sich das nicht nach Schneeballsystem an? Zuerst hatten wir Sklaverei und Kolonien zum Ausbeuten, später Entwicklungsländer, augenblicklich fehlen uns diese Möglichkeiten also beuten wir uns selbst aus. Alles muss effizienter werden. Wir verstehen den Menschen so gut, dass wir meinen, ihn wie eine Maschine behandeln zu können. Was machen wir, wenn keine Effizienzsteigerung mehr möglich ist?
    Schon aus den Naturwissenschaften wissen wir, dass nichts verschwindet, aber auch nichts dazukommt, also nur Transformation stattfinden kann. Wieso leben wir cleveren Leute dann mit einem Wirtschaftssystem, welches gegen dieses Gesetz verstößt?
    Ich selbst suche seit weit über 10 Jahren nach einer Lösung, bin aber ratlos und "sehe einem System zu", dass sich in immer schnellerer Geschwindigkeit zu Boden richtet, bzw. nicht sich, denn unser aktuelles Witschaftssystem kann wie jedes System ewig existieren, nur die Mehrheit der Menschen darin nicht....

    Insofern finde ich den Beitrag von Trotzdem sehr interessant, hätte mir jedoch einen ausführlicheren Kommentar gewünscht. Vielleicht kommt das noch?

  • Eine gute Analyse. Vielleicht ist es ja auch garnicht der Kapitalismus, der Probleme macht, sondern die Globalisierung. Was wäre denn, wenn wir uns die wegdenken? Ich bin überzeugt, wir hätten eine Menge Probleme weniger. Dass andere da anderer Meinung sind, stört nicht weiter, denn Globalisierung ist im Grunde auch nur wieder eine Ideologie. Was bringt es, wenn das System weltweit ist und Ressourcen abfließen, z. B. nach China? Das ist dann auch ein Wettbewerb, der nicht den Verbrauchern zugute kommt, sondern auf verzerrtem Wettbewerb beruht. Was ist China nun? Ist es Kapitalismus, ist es Kommunismus? Wahrscheinlich keins von beiden. Demokratie ist es jedenfalls nicht.

  • Kapitalismus ist ja gerade NICHT ein "Recht des Stärkeren" - das auszurücken hätte es schließlich nicht der Einbindung des Begriffs "Kapital" bedurft.
    Kapitalismus ist bereits die Zivilisierung des "Faustrechts" der Gestalt daß wir uns an Stelle von schierer Macht oder Gewalt eines gewaltfreien Mediums bedienen - Geld.

    Geld bzw. dessen Kaufkraft ist gewissermaßen der Katalysator mit dessen Hilfe wir "Konflikte" lösen. Konflikte wie sie ganz automatisch im Raume stehen sobald wir mit Anderen interagieren. Sobald Menschen von Anderen etwas haben wollen das Diese eigentlich nicht gerne geben oder tun wollen.

    Geld schafft mittels Kapitalismus hier den erforderlichen Interessensausgleich.

    Das besondere an Geld liegt ja auch darin daß es sich nicht nach Gusto vermehren läßt - also daß die in ihm faktisch begründete "Macht" (Andere dazu zu bewegen etwas zu tun das Diese eigentlich nicht wollen) endlich ist. Wer also will das Andere etwas für ihn tun - der muß auch selbst etwas für Andere tun.

    Die Problem die wir heute haben beruhen nicht auf dem kapitalistischen Prinzip sondern auf dem genauen Gegenteil. Da ist z.B. der Zwang sich Geld verschaffen zu müssen um Dinge bezahlen zu können die man gar nicht haben will - Dinge von denen man häufig nicht einmal profitiert. Und ein Bürger der seine Steuern nicht bezahlt - der würde alsbald auch wieder Bekanntschaft mit just jener "archaischen Gewalt" machen die dem Kapitalismus per se fremd ist.
    Ein weiterer Aspekt ist das Geld - Wir haben einen Staat der sich mittels innovativster Buchführung Geld (und damit Macht) nach Belieben besorgt. Er macht auf Rechnung seiner Bürger Schulden um Macht ausüben zu können. Er verteilt nach gutdünkten Geld um sich selbst Zustimmung zu erkaufen jene Macht auszuüben zu können. Subventionen, Staatsaufträge, Staatsinvestitionen - das und alle ihre Folgeerscheinungen sind nicht dem Kapitalismus zuzuordnen - sondern Ergebnis "archaischer kollektivistischer Gewalt".



  • Danke für den Beitrag. Gefällt mir.

    Der Kapitalismus hat den Mangel beseitigt. Das hat der Sozialismus nicht geschafft. Alle Systeme verschiedener sozialistischer Wirtschaftsformen haben deutlich früher versagt als der Kapitalismus und keines hatte je eine mangelfreie Versogungslage für die Bevölkerung geschaffen.

    Es geht also echt um die Frage, dem Autor sei dank, welchen Kapitalismus wir wollen - sofern wir wählen können!

    Begrifflich sehe ich den Kapitalismus als die brachiale Urform des Wirtschaftens, die keine Rücksicht kennt und den Nachbarn opfert, um zu überleben. Egoistisch, kalt, kulturlos.

    Marktwirtschaft ist die kultivierte Form des Kapitalismus der kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Ziel berücksichtigt. Marktwirtschaft regelt den wettbewerb in diesem Sinne. Kapitalismus ist eine Schlägerei, Marktwirtschaft ist ein Boxkampf, um meine Sicht (abweichend von der gängigen Literatur) zu beschreiben. Wie im Boxkampf braucht ein Markt, wie jeder Wettbewerb, Regeln. Das ist die Aufgabe der Regierung(en).

  • Soziale Marktwirtschaft? Ich denke man sollte diesen Begriff einmal als das begreifen was er eigentlich ist: Ein rein verbales Konstrukt mit dessen Hilfe man den Menschen nach ´45 den Weg aus der etatistischen Bewirtschaftung ebnen wollte.

    Einer Welt in der Preise festgesetzt wurden - einer Welt in der als Folge solcher Preisfestsetzungen Mangel und Günstlingswirtschaft an der Tagesordnung waren.

    Das Problem bei der Vermittlung von Marktwirtschaft lag damals darin daß die negativen Erscheinungen bei der Güterverteilung stets dem letzten Glied in der Kette - also dem "bösen, gierigen Einzelnen" zugeschrieben wurden - und nicht dem eigentlichen Verursacher: Dem Staat und seinen Organisationspannen und seiner Regelwut.
    Ironischer Weise traot der Staat sogar noch als "Retter in der Not" in Erscheinung der "die kleinen Leute" vor Gierigen und anderen Bösen in Schutz nahm.

    Man könnte an dieser Stelle auf die Widersprüchlichkeit der kollektiven Wahrnehmung hinweisen - wenn man in die Überlegung die Nazigreuel einbeziehen würde. Just da war ja zur selben Zeit die Wahrnehmung diametral: Da war ja angelblich der Einzelne "der Gute" und ausschließlich das Regime "das Böse".

    Wir sollten also den Aspekt des "sozialen" nicht überbewerten und statt dessen erkennen daß die radikale Abkehr vom "nationa-sozial(istisch)en der eigentliche Grund für das "Wirtschaftswunder" war. Das war eben auch kein "Wunder" sondern die natürliche Folge der Verdrängung des Staates aus seiner Rolle als Verteiler.

  • Da möchte ich Ihnen beipflichten, aber ein Begriff fehlt bei der gesamten Betrachtung der Diskutanten: Soziale Marktwirtschaft, die nicht nur der Wirtschaft, sondern auch den darin beschäftigten Menschen hilft.

    Eine Marktwirtschaft, die nicht nur sich selbst genügt und Gewinnmaximierung produziert, sondern die Menschen in den Mittelpunkt stellt, die das Erwirtschaften durch harte Arbeit ermöglicht, was den Unternehmen zur Prosperität verhilft, nicht aber die Ausnutzung just for profit, sondern zum Wahren aller Interessen, zum Wohle aller.

    Abkoppeln sollte man sich, weil nicht machbar, ist der Gedanke des stetigen Wachstums, das widerspricht allen
    Naturgesetzen, und wenn man das durchsetzen will, geht das immer nur auf Kosten der Arbeitenden, die entlassen werden, um die Produktivität zu erhöhen, die dann aber dem Staat zur Unterstützung anheim fallen.

    Was heißt denn letztlich kapitalistisches System, wer definiert, was da rechtens ist?

    Vielleicht sollte man den Begriff Kapitalismus, der ohne Attribut darsteht, neu definieren, wenn man einen Fortschritt aus den derzeitigen Gegebenheiten entwickeln möchte.

    So wie das zZt abläuft,ist der Begriff nur noch mit negativem Sentiment behaftet.

  • Beim lesen des Artikels kam mir der Verdacht auf, dass der Author bei den "österreichern" abgeschaut hat. Er kam der "Wahrheit" nah, nur fehlten die Kernpunkte "Schulden", "Fraktionales Reservegeldsystem" oder "Sozialssierung der Verluste".Stattdessen "mehr oder 'anderer' Staat", "Lenkung der WIrtschaft".

    Im Grunde ein Artikel der schreibt, "Sozialismus" , aber irgendwie anders. Also alles wie gehabt

  • Endlich mal ein Klassebeitrag! Vielen Dank dafür!

    Die wesentlichste Aussage des Beitrags ist, dass wir keine prinzipielle Diskussion über das Wirtschaftssystem brauchen, sondern eine Veränderung seiner Stellschrauben. Jeder richtig intelligente und gebildete Mensch muss und wird das auch erkennen! Auf dieser Basis können wir über den Einfluss der EU, das Bankensystem in seiner Ausprägung seit den späten 1980ern und die Globalisierung diskutieren.

    Was den Linken aufgrund mangelnder Bildung und ideologischer Verklebung ihres Verstandes verschlossen bleibt:
    1. Das Rosseausche Menschenbild auf dem jegliche linke Ideologie aufbaut ist ein fataler Irrtum und eine spektakuläre Selbstverarschung. Nicht die Vergesellschaftung hat den edlen Wilden korrumpiert. Wenn morgen nichts mehr zu fressen da ist, fallen wir wie die Tiere über einander her. Moral und Ordnung kann sich erst da entwickeln, wo wir nicht im Kampf ums tägliche Überleben stecken (Hobbes homo homini lupus entspricht der Wahrheit)=der Ausgangspunkt ist falsch.
    2. Das Ideal einer sozialistischen (gar kommunistischen) Gesellschaft ist ein System minimalster Freiheit und der Unterdrückung des menschlichen Wesens. Deswegen endete jeder Versuch mit unzähligen Toten und Terror. Eine graue und farblose Überwachungsgesellschaft in der es nur den allmächtigen Staat gibt, der entscheidet wer wie zu leben, zu produzieren und zu konsumieren hat. Im Kommunismus droht sogar der von Hobbes zu Recht gefürchtete Urzustand aller gegen alle=auch das Ziel ist abzulehnen.

    Und zum 110 Mal: Wir haben 2011 eine Abgabenquote von 40 % des BIP. Wer da den Satz ausspricht: "Gewinne werden privatisiert, Verluste werden sozialisiert" hat schlichtweg nix verstanden! Leute Ackermann zahlt 49 % Einkommenssteuer PLUS 5,5% Soli!!! Wie viele Kommentatoren hier zu Recht mahnen, kann man da geradezu von Semi-sozialismus(Sloterdijk) sprechen.

    Und bitte nicht die USA und die BRD in einen Kapitalismus-Topf schmeissen!

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