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Medienkonzern KKR sichert sich 42,5 Prozent an Axel Springer

Die Mindestannahmeschwelle hat der US-Finanzinvestor deutlich überschritten. Springer-Chef Döpfner drängt nun auf schnelle Zukäufe.
Update: 26.08.2019 - 11:41 Uhr Kommentieren
Europas größter Digitalverlag holt sich den US-Investor vor allem ins Haus, um sein langfristiges Wachstum zu finanzieren. Quelle: dpa
Axel-Springer-Zentrale

Europas größter Digitalverlag holt sich den US-Investor vor allem ins Haus, um sein langfristiges Wachstum zu finanzieren.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Deal des Jahres in der deutschen Medienbranche nimmt konkrete Formen an: Der US-Finanzinvestor KKR hat sich bei dem Berliner Medienkonzern Axel Springer mit seinem Übernahmeangebot mehr als 40 Prozent der Aktien gesichert. Das ist doppelt so viel, wie der Investor zuvor als Mindestannahmequote genannt hatte.

Konkret bedeutet dies: Rund 45,9 Millionen Axel-Springer-Aktien sind bis zum 21. August zur Übernahme angedient worden, was einem Anteil von etwa 42,5 Prozent der ausstehenden Aktien entspricht. Das teilte KKR am Montag mit. Zusätzlich hat der Investor eine Vereinbarung über den Erwerb weiterer 1,04 Prozent an Axel Springer geschlossen.

Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2019 oder das erste Quartal 2020 erwartet. Die Übernahme muss noch in drei Verfahren – außenwirtschaftsrechtlich, kartellrechtlich und medienkonzentrationsrechtlich – genehmigt werden. Die drei Genehmigungen gelten als hochwahrscheinlich.

Mit der Übernahme haben sich die Machtverhältnisse in Europas größtem Digitalverlag verschoben: KKR ist nun neben Friede Springer, der Witwe des Verlagsgründers, und Vorstandschef Mathias Döpfner, die starke Kraft im Haus. Die drei Parteien werden künftig ein Konsortium bilden.

Friede Springer und Döpfner behalten ihre Firmenbeteiligungen. Friede Springer kontrolliert 42,6 Prozent der Anteile, Döpfner hält 2,8 Prozent. Bis zum August war fraglich, wie sich die beiden Enkel Axel Sven und Ariane Melanie Springer verhalten würden. Sie haben sich für einen Teilverkauf entschieden: Zusammen hielten sie zuvor 9,8 Prozent der Firmenanteile. 3,7 Prozent haben sie an KKR verkauft, künftig bleiben ihnen gemeinsam 6,1 Prozent Anteil am Unternehmen. Bislang haben sie keinen Platz im Konsortium.

Axel Springer erhofft sich von dem Einstieg des Investors einen höheren finanziellen Spielraum für seine Wachstumsstrategie. Deshalb herrschte am Montag zunächst Erleichterung vor: „Das Ergebnis des Angebots ist ein sehr starkes Fundament für die geplante strategische Partnerschaft mit KKR“, erklärte Springer-Chef Mathias Döpfner in einer Mitteilung. „Wir konzentrieren uns in den kommenden Monaten auf die Umsetzung unserer Wachstumsstrategie, die wir weiter beschleunigen werden.“

Springer soll Interesse an Ebay-Kleinanzeigen haben

Die Bedeutung der klassischen Zeitungen sinkt im Springer-Portfolio seit Jahren. Für den Großteil des Umsatzes und des Gewinns sorgen nicht die publizistischen Flaggschiffe „Bild“ und „Welt“, sondern digitale Geschäfte mit Stellenzeigen (Stepstone) und Immobilien (Immowelt). 84 Prozent des Gewinns erzielt Springer im Digitalgeschäft.

Auf diesen Bereich will das Unternehmen seine künftige Strategie konzentrieren. So wird beispielsweise seit Monaten darüber spekuliert, ob Springer Interesse an Ebay-Kleinanzeigen hat. Sicher ist zurzeit allerdings nur, dass Springer mit seinen Akquisitionen nicht warten wird, bis der Deal formal genehmigt ist. Mittelfristig soll das Unternehmen, dessen Aktien im MDax notieren, von der Börse genommen werden.

Mehr: Das erste Halbjahr verlief für den Medienkonzern ernüchternd. Der Einstieg des US-Investors KKR soll die digitale Transformation beschleunigen.

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