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Mein Kopf gehört mir Statements von Künstlern

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Joachim H. Faust, Jan Fleischhauer, Andreas Föhr, Julia Franck, Julia Friedrichs

Das Urheberrecht ist die Basis aller kreativen Berufe

Das Urheberrecht ist die Basis aller kreativen Berufe, so auch der Architekten. Im Ausland mussten wir bei Wettbewerbsverfahren leider oftmals feststellen, dass das geistige Eigentum dort nicht gewürdigt sondern kopiert wird. Der Wert unserer Arbeit wird zu einem Großteil durch die kreative Idee bestimmt, die nicht nur singuläres Moment ist, sondern insbesondere Resultat eines Prozesses ist,  in den viele Erfahrungswerte einfließen. Der Schutz geistigen Eigentums darf daher keinesfalls aufgegeben werden.

JOACHIM H. FAUST, Dipl.-Ing. Architekt, Geschäftsführender Gesellschafter HPP Architekten

Andauernder Wert-Verlust

Mit dem Sozialismus im Netz, wie ihn die Piraten propagieren, verhält es sich wie mit allen Wirtschaftsexperimenten dieser Art: Entweder man findet genug Leute, die sich auch noch anstrengen, wenn vor allem andere davon profitieren. Oder es gibt bald nicht mehr viel, was es wert ist, dass man es umsonst unters Volk bringt. Die Piraten wollen uns weismachen, dass in der digitalen Welt andere ökonomische Gesetze gelten. Mich erinnert das an den Beginn der Dotcom-Blase, als die Geschwindigkeit, mit der ein Unternehmen sein Geld verbrannte, zum Beweis seiner Stärke wurde. Wir wissen auch, wie das ausgegangen ist.

JAN FLEISCHHAUER, Journalist

Zurück ins Mittelalter

Für eine Partei, die sich den Kampf gegen Korruption auf die Fahnen geschrieben hat, ist es schon erstaunlich, dass sie mit dem erklärten Ziel antritt, ihrer eigenen Klientel auf Kosten anderer und der Allgemeinheit materielle Vorteile zuzuschanzen. Was die Piraten vorhaben, würde den Schutz geistiger Arbeit auf den Stand im Mittelalter zurückversetzen. Und das Ironische an der Sache ist: Ohne den Schutz geistigen Eigentums gäbe es wahrscheinlich weder Computer noch Internet, aber das scheint bei den Piraten keinen zu interessieren.

ANDREAS FÖHR, Roman- und Drehbuchautor

Moderner Kolonialismus

Ohne die Wertschätzung geistiger Schöpfungskraft hätten sich die europäischen Kulturen nicht in der Weise entwickeln können, wie sie es in den vergangenen Jahrhunderten konnten. Natürlich ist fraglich, ob ein Urheberrecht und dessen Verankerung allein über das Wohl der schönen Künste, der technischen Entwicklungen entscheidet. Aber es erscheint doch als offensichtlicher Irrglaube, wenn im Internet vor allem ein großes Bildungsforum vermutet wird, das demokratisch für alle zugänglich Freiheit erteilt, indem geistige und künstlerische Errungenschaften für den Privatgebrauch hier kostenlos runtergeladen werden. Der Urheberanspruch globaler Unternehmen wie Google, Apple, Amazon etc. auf Domains, Algorithmen (Straße und Gebiet des Weltmarktes) blüht unterdessen. Der Händler erhält alles, der Erzeuger nichts, das ist das Prinzip eines modernen Kolonialismus.

JULIA FRANCK, Bestseller-Autorin

Einfach dämlich

Die Ideen anderer zu klauen, also zum Beispiel Musik und Filme illegal herunterzuladen, ist so das Dämlichste, was ich mir vorstellen kann. Wie kurzsichtig ist es, sich zu weigern, für die Leistung eines Regisseurs, eines Komponisten, eines Autors zu zahlen? Dass man dadurch dessen Lebensgrundlage kappt, dürfte sich selbst Nerds erschließen.

JULIA FRIEDRICHS, Schriftstellerin

Maria Furtwängler, Alena Gerber, Pater Anselm Grün, Gaby Hauptmann, Helge Hesse
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30 Kommentare zu "Mein Kopf gehört mir: Statements von Künstlern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn Sie die "Kreativen" in Anführungszeichen schreiben, so als sei deren Arbeit nur mit einem übertrieben hohem Maß an aufzubringendem Altruismus überhaupt erwähnenswert, scheint da schon ein gewissen Maß an Verachtung durch. Ohne jetzt darauf eingehen zu wollen, welches Studium härter ist, das eines Ingenieurs oder das eines Musikers zum Beispiel würde ich gerne Ihre Vermutung aufgreifen, dass irgendeine Riege der Künstler sich auf irgendetwas ausruhen kann. Klar gibt es vereinzelt Ausnahmen, aber der überwältigende Großteil der Musiker in Deutschland muss mit knapp über 1000,- EUR im Monat auskommen, trägt dabei das komplette unternehmerische Risiko seiner Freiberuflichkeit, muss sich selber versichern, darf nicht krank werden, kann kaum Rücklagen bilden, geschweige denn eine Familie auch nur ansatzweise ernähren und was im Alter noch bleibt verdient kaum die Bezeichnung Rente. Aus irgendeinem Grund scheinen Sie missgünstig zu sein gegenüber Künstlern, von denen Sie meinen, dass sie in Geld schwimmen und dafür kaum was tun müssen. Beide Annahmen sind falsch.

  • Ideenreichtum und Kreativität sind wichtige Bestandteile des Fundamentes, deren Umsetzung und Vermarktung tragende Säulen einer funktionierenden Wirtschaft. Den "Zement", welcher der ganzen Konstruktion seine Stabilität verleiht, stellen Schutzrechte dar. Es wäre nun sehr bedenklich und sogar töricht, wenn man bewusst versuchte an einigen Stellen diesen "Zement" auszuwaschen!

    Martin Ecker, Handwerker

  • @ujf99
    zugegeben, "der mp3 Erfinder" war von mir etwas "vereinfacht" dargestellt. Ich wollte da nicht ausführlich darauf ausgehen sondern nur eine Antwort auf Mortonmensh geben. Denn die grundlegende Aussage bleibt ja richtig: Eine wissenschaftliche Arbeit muss gegen viel Geld geschützt werden, und dieser Schutz besteht dann für maximal 20 Jahre (hängt davon ab wie lange das Patenamt zur Prüfung braucht). Demgegenüber stehen 70 Jahre nach dem Tod beim Urheberrecht - ohne Prüfung etc.
    Dass sich die Patentanmeldungen kaum jemand privat leisten kann bzw. Universitäten / Firmen dann die Lizenzen verkaufen kommt noch dazu (haben Sie ja mit Ihren Links bestätigt). Ich hatte allerdings irgendwo gelesen dass Brandenburg nicht an den Lizenzeinnahmen beteiligt wird, so ist das oft auch üblich (die Gebühr für Patentanmeldung, Anwalt etc. darf verrechnet, auch wenn es eine Diensterfindung ist!), bzw. es findet eine, ich nenne es einmal "Alibivergütung" statt.
    Aber wie gesagt, darum ging es mir nicht primär, sondern darum dass angesichts der irrsinnigen Schutzfristen nicht mehr von Gleichbehandlung gesprochen werden kann.

  • "verlogen" ist genau das richtigte Stichwort

    Ich bin Pirat

  • Ziemlich verlogen, sich damit zu brüsten, der Allgemeinheit etwas zu schenken, und zugleich Anspruch darauf zu erheben, sich etwas von anderen nehmen zu dürfen. Wenn Sie für Open Source-Projekte arbeiten, tun Sie das doch freiwillig. Also kann auch die Gegenleistung nur eine freiwillige sein. Ein Dank, keine Verpflichtung. Niemand kann zur Teilnahme an der Allmende gezwungen werden.

    Wenn Sie sich dann auch noch beschweren, ausgetrickst oder ausgebeutet worden zu sein, wird endgültig klar, dass Sie doch eigentlich auch gerne von der Verwertung Ihres geistigen Eigentums profitiert hätten, nur nicht vif genug waren.

    Was von Ihrem Lamento übrig bleibt, ist ein kleinlicher Reflex: Wenn ich nix kriege, soll der andere auch nix kriegen. Man zertrampelt Sandburgen, weil einem jemand durch die eigene Sandburg getrampelt ist. Eigentlich bekommt man so ein krankes Sozialverhalten schon im Kindergarten abtrainiert. Mer muss jönne könne, sagt der Kölner. Nie gehört, oder?

  • Frau Meyer, erzählen Sie keine rührseligen Fantasiegeschichten über "den" MP3-Erfinder und arme Wissenschaftler!
    http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/mein-weg/karlheinz-brandenburg-tonmeister-der-digitalen-revolution-1954516.html
    http://www.tonspion.de/musik/dr-karlheinz-brandenburg/musik/992530
    http://www.gesetze-im-internet.de/arbnerfg/BJNR007560957.html

  • @Mortonmensh

    Alter, wie Krass bist Du denn drauf? Du bist der Einzige der hier irgendwen als besser als Andere darstellt! Du sagst doch dass gefälligst alle für Künstler zu löhnen haben! Und wenn Du das derzeitige Urheberrecht (70jahre nach tod, keine Kosten für den Schutz dieses Rechts) verteidigst, dann diskriminierst Du alle deren Arbeit nicht unter das Urheberrecht fallen (Wissenschaftler, Mediziner, Ingenieure, wen auch immer sonst noch). Deinen dämlichen Spruch muss mann dann wohl wie folgt anpassen: Die Logic des nicht Gönnens eines Ertrages entspringt nur dem Neid und Missgunst des Erfolglosen MORTONMENSH.

  • Musik hat mit Urheberrechte nichts zu tun.
    Denn die Noten wurden ja bestimmt mal von jemanden gespielt.
    Der oder die geht dann Leer aus.
    Über die Texte könnte man reden . Da macht ein Urheberrecht Sinn . Aber in dieser heutigen schnellen Internetzeit gehört das Urheberrecht in der jetzigen Form definitiv auf den Müll.

    Es muss einfach zum Schutze anderer , vor allem der Jugend Neu Formuliert werden.

    Wer das andere sieht ? sieht das alle etwas Kurzsichtig.

    oder ?

  • Frau Burseg zeigt mit diesem Artikel sehr schön, wie tief das Niveau des Handelsblattes gesunken ist.
    Bevor man einen 7-seitigen Artikel veröffentlicht, sollte man sich vorher richtig informieren, bevor man so etwas veröffentlicht.
    Dank dieses Artikels ist die Glaubwürdigkeit des Handelsblattes bei den informierten Usern nun gleich null.

  • den gleichen Gedanken hatte ich irgendwie auch ;)

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