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Mein Kopf gehört mir Statements von Künstlern

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Maria Furtwängler, Alena Gerber, Pater Anselm Grün, Gaby Hauptmann, Helge Hesse
Maria Furtwängler, Schauspielerin und Ehefrau des Verlegers Hubert Burda, fordert, dass Kreativität geschützt wird. Quelle: dpa

Maria Furtwängler, Schauspielerin und Ehefrau des Verlegers Hubert Burda, fordert, dass Kreativität geschützt wird.

(Foto: dpa)

Geben UND Nehmen

Ich bin gegen den Diebstahl geistigen Eigentums. Kreativität muss gut geschützt werden. Denn wenn im Internet die Kreativen leer ausgehen und vor allem nur die Plattformen von der Verteilung kreativer Leistung profitieren, gerät die Balance des Tauschgeschäftes von gegenseitigem Geben und Nehmen in eine bedrohliche Schieflage.

MARIA FURTWÄNGLER, Schauspielerin

Schauspielerin und Model Alena Gerber mit ihrem Freund, Ex-Skispringer Sven Hannawald. Quelle: dpa

Schauspielerin und Model Alena Gerber mit ihrem Freund, Ex-Skispringer Sven Hannawald.

(Foto: dpa)

Nicht im Interesse der Konsumenten

Nur wenn auch künftig weiterhin Modelle existieren, die das Urheberrecht schützen, kann das Überleben von Künstlern und Kreativen weiter sichergestellt werden. Neue Medien wie das Internet sollen das Suchen und Finden von relevanten Inhalten erleichtern und beschleunigen, aber keine Verstöße gegen Urheberrechte begünstigen. Dabei sollte auch weiterhin zwischen frei zugänglichen Inhalten und urheberrechtlich geschützten unterschieden werden. Das geistige Eigentum muss geschützt werden, damit der Urheber Einnahmen erzielen kann. Denn dadurch wird eben auch sichergestellt, dass weitere neue Ideen, Inhalte, Innovationen entstehen. Die Forderung der Piraten würde dagegen dazu führen, dass sich die Urheber komplett aus dem Geschäft zurückziehen. Das kann nicht im Interesse der Konsumenten sein.

ALENA GERBER, deutsches Model und Schauspielerin

Peter Anselm Grün glaubt, dass es ohne Schutz des geistigen Eigentums ein Chaos der Gedanken geben würde.

Peter Anselm Grün glaubt, dass es ohne Schutz des geistigen Eigentums ein Chaos der Gedanken geben würde.

Eine De-Kultivierung der Sprache

Ohne Erfindungen kann eine Firma nicht überleben, kann eine Wirtschaft nicht florieren. Ohne geistige Erfindungen oder besser gesagt: Schöpfungen wie Gedichte, Romane, Sachbücher kommt unser Denken nicht voran. Ohne Schutz des geistigen Eigentums würde es ein Chaos der Gedanken geben. Jeder würde beim andern abschreiben. Und zuletzt wäre nicht mehr klar, wie die Gedanken zu verstehen sind. Denn die Gedanken jedes Schriftstellers, Philosophen, Theologen, sind immer im Ganzen seiner geistigen Welt zu sehen und zu verstehen.

Die Forderungen der Piraten-Partei in Sachen Urheberrecht würden nicht zu einer Intensivierung des Denkens und Forschens führen, sondern zu einer Nivellierung des Denkens und zu einer De-Kultivierung der Sprache.

PATER ANSELM GRÜN, erfolgreichster deutscher Buchautor mit mehr als 17 Millionen verkauften Büchern

Bald ohne Schriftsteller?

Es scheint so zu sein, dass sich die Piraten vor allem aus Leuten zusammensetzen, die sich der Tragweite ihrer Forderungen nicht bewusst sind. Keine Schriftsteller mehr, weil sie an ihrem Werk nichts verdienen? Keine Musiker mehr, weil sie hemmungslos heruntergeladen werden? Filmemacher, Dramaturgen, Komponisten, Texter …, wenn man einem Piraten sein Schiff wegnimmt, ist das Diebstahl. Vielleicht sollte man das tun, damit sie kapieren, worum es da eigentlich geht.

GABY HAUPTMANN, Autorin

Zerstörung der Wirtschaft

Das Recht auf Eigentum und damit das Urheberrecht als Schutz des Ergebnisses geistiger Arbeit gehören zu den Grundrechten. So sollte es bleiben. Wird das Urheberrecht ausgehöhlt oder aufgegeben, entziehen wir nicht nur den Verlagen und Sendern als Verwertern dieser Rechte die Existenzgrundlage, sondern vor allem den Urhebern selbst, den Autoren und Künstlern. Es ist das Urheber- und Nutzungsrecht, das die Zusammenarbeit von Urhebern und Verwertern erst ermöglicht und damit Autoren Geld für ihre Arbeit sichert. Es ist das Urheberrecht, das ein Werk davor schützt, entstellt zu werden, und das verhindert, dass andere aus der Arbeit eines Autors Kapital schlagen, ohne ihn dafür zu bezahlen. Mit der Aushöhlung des Urheberrechts etwa durch freie Nutzung sämtlicher kreativer und gedanklicher Leistungen riskieren wir die Zerstörung der Medienwirtschaft, wie es sie heute gibt.

HELGE HESSE, Autor

Michal Hvorecký, Christoph Ingenhoven, Jette Joop, Gisa Klönne, Brigitte Kronauer
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30 Kommentare zu "Mein Kopf gehört mir: Statements von Künstlern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn Sie die "Kreativen" in Anführungszeichen schreiben, so als sei deren Arbeit nur mit einem übertrieben hohem Maß an aufzubringendem Altruismus überhaupt erwähnenswert, scheint da schon ein gewissen Maß an Verachtung durch. Ohne jetzt darauf eingehen zu wollen, welches Studium härter ist, das eines Ingenieurs oder das eines Musikers zum Beispiel würde ich gerne Ihre Vermutung aufgreifen, dass irgendeine Riege der Künstler sich auf irgendetwas ausruhen kann. Klar gibt es vereinzelt Ausnahmen, aber der überwältigende Großteil der Musiker in Deutschland muss mit knapp über 1000,- EUR im Monat auskommen, trägt dabei das komplette unternehmerische Risiko seiner Freiberuflichkeit, muss sich selber versichern, darf nicht krank werden, kann kaum Rücklagen bilden, geschweige denn eine Familie auch nur ansatzweise ernähren und was im Alter noch bleibt verdient kaum die Bezeichnung Rente. Aus irgendeinem Grund scheinen Sie missgünstig zu sein gegenüber Künstlern, von denen Sie meinen, dass sie in Geld schwimmen und dafür kaum was tun müssen. Beide Annahmen sind falsch.

  • Ideenreichtum und Kreativität sind wichtige Bestandteile des Fundamentes, deren Umsetzung und Vermarktung tragende Säulen einer funktionierenden Wirtschaft. Den "Zement", welcher der ganzen Konstruktion seine Stabilität verleiht, stellen Schutzrechte dar. Es wäre nun sehr bedenklich und sogar töricht, wenn man bewusst versuchte an einigen Stellen diesen "Zement" auszuwaschen!

    Martin Ecker, Handwerker

  • @ujf99
    zugegeben, "der mp3 Erfinder" war von mir etwas "vereinfacht" dargestellt. Ich wollte da nicht ausführlich darauf ausgehen sondern nur eine Antwort auf Mortonmensh geben. Denn die grundlegende Aussage bleibt ja richtig: Eine wissenschaftliche Arbeit muss gegen viel Geld geschützt werden, und dieser Schutz besteht dann für maximal 20 Jahre (hängt davon ab wie lange das Patenamt zur Prüfung braucht). Demgegenüber stehen 70 Jahre nach dem Tod beim Urheberrecht - ohne Prüfung etc.
    Dass sich die Patentanmeldungen kaum jemand privat leisten kann bzw. Universitäten / Firmen dann die Lizenzen verkaufen kommt noch dazu (haben Sie ja mit Ihren Links bestätigt). Ich hatte allerdings irgendwo gelesen dass Brandenburg nicht an den Lizenzeinnahmen beteiligt wird, so ist das oft auch üblich (die Gebühr für Patentanmeldung, Anwalt etc. darf verrechnet, auch wenn es eine Diensterfindung ist!), bzw. es findet eine, ich nenne es einmal "Alibivergütung" statt.
    Aber wie gesagt, darum ging es mir nicht primär, sondern darum dass angesichts der irrsinnigen Schutzfristen nicht mehr von Gleichbehandlung gesprochen werden kann.

  • "verlogen" ist genau das richtigte Stichwort

    Ich bin Pirat

  • Ziemlich verlogen, sich damit zu brüsten, der Allgemeinheit etwas zu schenken, und zugleich Anspruch darauf zu erheben, sich etwas von anderen nehmen zu dürfen. Wenn Sie für Open Source-Projekte arbeiten, tun Sie das doch freiwillig. Also kann auch die Gegenleistung nur eine freiwillige sein. Ein Dank, keine Verpflichtung. Niemand kann zur Teilnahme an der Allmende gezwungen werden.

    Wenn Sie sich dann auch noch beschweren, ausgetrickst oder ausgebeutet worden zu sein, wird endgültig klar, dass Sie doch eigentlich auch gerne von der Verwertung Ihres geistigen Eigentums profitiert hätten, nur nicht vif genug waren.

    Was von Ihrem Lamento übrig bleibt, ist ein kleinlicher Reflex: Wenn ich nix kriege, soll der andere auch nix kriegen. Man zertrampelt Sandburgen, weil einem jemand durch die eigene Sandburg getrampelt ist. Eigentlich bekommt man so ein krankes Sozialverhalten schon im Kindergarten abtrainiert. Mer muss jönne könne, sagt der Kölner. Nie gehört, oder?

  • Frau Meyer, erzählen Sie keine rührseligen Fantasiegeschichten über "den" MP3-Erfinder und arme Wissenschaftler!
    http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/mein-weg/karlheinz-brandenburg-tonmeister-der-digitalen-revolution-1954516.html
    http://www.tonspion.de/musik/dr-karlheinz-brandenburg/musik/992530
    http://www.gesetze-im-internet.de/arbnerfg/BJNR007560957.html

  • @Mortonmensh

    Alter, wie Krass bist Du denn drauf? Du bist der Einzige der hier irgendwen als besser als Andere darstellt! Du sagst doch dass gefälligst alle für Künstler zu löhnen haben! Und wenn Du das derzeitige Urheberrecht (70jahre nach tod, keine Kosten für den Schutz dieses Rechts) verteidigst, dann diskriminierst Du alle deren Arbeit nicht unter das Urheberrecht fallen (Wissenschaftler, Mediziner, Ingenieure, wen auch immer sonst noch). Deinen dämlichen Spruch muss mann dann wohl wie folgt anpassen: Die Logic des nicht Gönnens eines Ertrages entspringt nur dem Neid und Missgunst des Erfolglosen MORTONMENSH.

  • Musik hat mit Urheberrechte nichts zu tun.
    Denn die Noten wurden ja bestimmt mal von jemanden gespielt.
    Der oder die geht dann Leer aus.
    Über die Texte könnte man reden . Da macht ein Urheberrecht Sinn . Aber in dieser heutigen schnellen Internetzeit gehört das Urheberrecht in der jetzigen Form definitiv auf den Müll.

    Es muss einfach zum Schutze anderer , vor allem der Jugend Neu Formuliert werden.

    Wer das andere sieht ? sieht das alle etwas Kurzsichtig.

    oder ?

  • Frau Burseg zeigt mit diesem Artikel sehr schön, wie tief das Niveau des Handelsblattes gesunken ist.
    Bevor man einen 7-seitigen Artikel veröffentlicht, sollte man sich vorher richtig informieren, bevor man so etwas veröffentlicht.
    Dank dieses Artikels ist die Glaubwürdigkeit des Handelsblattes bei den informierten Usern nun gleich null.

  • den gleichen Gedanken hatte ich irgendwie auch ;)

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