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Nahost Herr und Hund

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Auf gute Freunde ist Verlass. Eine Woche vor dem Auszug aus Downing Street 10 hat der scheidende britische Premier einen neuen Job in Aussicht. Tony Blair wird nach dem Willen von US-Präsident George W. Bush Frieden im Nahen Osten stiften. Als Sondergesandter des Nahost-Quartetts soll er dafür sorgen, dass sich die Palästinenser nicht länger die Köpfe einschlagen.

Stimmt es, was die für gewöhnlich gut unterrichtete „Washington Post“ schreibt, dann soll Bush in „monatelangen Verhandlungen“ den Weg für diese Personalie geebnet haben. Das kann eigentlich niemanden verwundern, der die unselige Politik des Duos Bush/Blair in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt hat. An der Seite der USA war Großbritannien 2003 mit großem Tamtam in den Irak einmarschiert. Weil er als Waffenbruder des US-Präsidenten so bereitwillig mitgezogen war, hatte sich Blair schnell einen treffenden Spitznamen eingehandelt: „Bushs Pudel“.

Herr und Hund sind offenbar unzertrennlich geworden. Aber ob Bush dem Frieden im Nahen Osten, den Israelis und den Palästinensern sowie Blair selbst mit diesem Vorschlag einen Gefallen tut, darf doch stark bezweifelt werden. Als Friedensstifter ist Blair jedenfalls nur in Nordirland positiv aufgefallen. In weiten Kreisen der arabischen Welt ist er ebenso wie Bush eine Symbolfigur für Hass auf den Westen. Bush macht aber aus nahe liegenden Gründen den Bock zum Gärtner. Kann er so doch davon ablenken, dass seine Nahostpolitik auf der ganzen Linie gescheitert ist.

Wenn solche Beispiele Schule machen, dann darf man auch über die neue Aufgabe des bald aus dem Amt scheidenden russischen Präsidenten Putin trefflich spekulieren. Womöglich wird er noch Friedensstifter in Afghanistan.

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