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Navigator Kurzsichtige Kritiker

T-Mobile Chef Obermann steht derzeit in der Kritik. Er hatte im letzten Jahr die Marschroute ausgegeben, weniger aggressiv um Mobilfunkkunden zu werben.
  • Torsten J. Gerpott (Professor an der Universität Duisburg)
Quelle: Handelsblatt
(Foto: Handelsblatt)

Entsprechend entschieden sich von den 6,5 Mio. neuen Mobilfunknutzern im Jahr 2004 nur 19 Prozent für T-Mobile, Vodafone D2 dagegen lockte 34 Prozent der Neukunden an.

Trotzdem ist das Herummäkeln am T-Mobile Chef sachlich nicht gut durchdacht: Er hat richtig erkannt, dass es unwirtschaftlich ist, Wenigtelefonierer mit hoch subventionierten Endgeräten anzuziehen.

Vielmehr kann die Profitabilität über den Einsatz von vier Hebeln gesteigert werden: (1) Konzentration auf werthaltige Kunden, (2) Effizienzsteigerung durch Personalabbau, (3) Verringerung der Vertriebskosten durch Aufgabenverlagerung auf Partner und Forcierung elektronischer Kanäle sowie (4) Beschleunigung der Verlagerung von Sprachverbindungen aus Fest- in Mobilfunknetze durch Preissenkungen.

Obermann hat weitsichtig die beiden ersten Hebel bewegt. Bei der Vertriebsrestrukturierung und neuen Preisstrategien muss er noch nachlegen. Die Telekom-Mutter hat Preisangriffe der Tochter, die auch der T-Com schaden könnten, bis heute nicht zugelassen. Die Verlagerung von Sprachverbindungen zu Mobilfunkanschlüssen wird sie so nicht aufhalten. Deshalb sollte die Konzernmutter Obermann mehr Spielraum für Preissenkungen einräumen. Das stärkt nicht nur den T-Mobile Chef, sondern langfristig den ganzen Telekom-Konzern.

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