Nokia Davongeeilt

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Der finnische Handy-Hersteller hat es wieder einmal allen gezeigt. Weltmarktführer Nokia, der ohnehin bereits 36 Prozent des globalen Markts beherrscht, hat seinen Anteil erneut ausgebaut und noch dazu seinen Gewinn mehr als verdoppelt.

Für den phänomenalen Erfolg gibt es zwei Gründe: Der eine liegt in der aktuellen Schwäche der Konkurrenten. Design-Innovationen aus Asien sind derzeit Fehlanzeige. Der Umsatz des bisherigen Nokia-Verfolgers Motorola ist im zweiten Quartal um 40 Prozent eingebrochen. Das hat erheblich zu Nokias Plus beigetragen. Motorola fehlt ein neues Erfolgsmodell wie das Razr, das am häufigsten verkaufte Handy weltweit. Nokia hat, verglichen mit seinen Rivalen, derzeit einfach die bessere Produktpalette. Der zweite Grund sind Größenvorteile, von denen die Finnen profitieren. Das Handy-Geschäft ist stark von Skaleneffekten geprägt. Ein Anbieter wie Nokia, dessen Marktanteil größer ist als der seiner beiden Verfolger zusammen, kann von den Netzbetreibern höhere Preise verlangen

.

Denn nicht nur die Mobilfunknetzbetreiber wie Vodafone und T-Mobile besitzen die Einkaufsmacht, sondern in erster Linie die Kunden. Die fragen Nokia-Handys nach und dürften im Zweifel bereit sein, den Betreiber zu wechseln, wenn der ihnen nicht die gewünschten Modelle bietet.

Und beim Kundengeschmack kann Nokia aus seiner Größe hervorragend Kapital schlagen. Studien zeigen, dass Nutzer dazu neigen, ihrem Handy-Hersteller treu zu bleiben. Sie haben sich an die Menüführung seiner Geräte gewöhnt und wollen beim Kauf eines neuen Handys nicht erst aufwendige Bedienungsanleitungen studieren. Vor diesem Hintergrund sind Befürchtungen unbegründet, dass die Finnen schon bald ein Ende ihres rasanten Wachstums erreicht haben könnten.

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