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Partnerschaft OMV/Gazprom Auf der Seite der Russen

Österreichs Ölkonzern OMV setzt voll auf eine Partnerschaft Gazprom. Das kann mittelfristig gefährlich werden, denn die Russen sind nicht dafür bekannt, ihren Partnern auf Augenhöhe zu begegnen.
30.06.2014 - 12:51 Uhr Kommentieren
OMV-CEO Gerhard Roiss (l.) und Gazprom-CEO Alexei Miller unterzeichnen den Vertrag über das österreichische Teilstück der umstrittenen Gaspipeline South Stream. Quelle: dpa

OMV-CEO Gerhard Roiss (l.) und Gazprom-CEO Alexei Miller unterzeichnen den Vertrag über das österreichische Teilstück der umstrittenen Gaspipeline South Stream.

(Foto: dpa)

Wien Die Gerüchteküche brodelt trotz aller Dementis von Gazprom vom Freitag weiter. Angeblich wollen die Russen beim österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV einsteigen, so wird in Wien kolportiert. Sie sollen den arabischen Investor IPIC aus Abu Dhabi ersetzen, der seinen Anteil von knapp 25 Prozent verkaufen will. Gazprom betont sein „njet“ zu solchen Überlegungen in der Finanzbranche.

Die Spekulationen über einen Einstieg von Gazprom als Großaktionär bei der OMV kommen nicht von ungefähr. Österreichs größter Konzern pflegt traditionell besonders enge Beziehung zu Gazprom, dem Lieblingsunternehmen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Finanziell wäre für die Gazprom der Kauf der Aktien der Araber im Wert von unter drei Milliarden Euro kein Problem.

Erst in der vergangenen Woche wurde die alte Liebe der Russen zu Österreich wiederbelebt. OMV und Gazprom unterzeichneten in Wien den Vertrag über das österreichische Teilstück der umstrittenen Gaspipeline South Stream, die russisches Gas unter Umgehung der Ukraine nach Mitteleuropa leiten soll. OMV und Gazprom wollen gemeinsam 200 Millionen Euro in das nur 50 Kilometer lange Teilstück in der Alpenrepublik investieren.

Macht das Sinn? Schließlich hat Bulgarien auf Druck der EU-Kommission die Arbeiten eingestellt, da South Stream gegen geltendes EU-Recht verstößt.

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    Für viele europäische Länder ist der Vertrag zwischen OMV und Gazprom eine Provokation, da sie auf einer strikten Trennung zwischen Lieferant und Pipelinebetreiber bestehen. Gazprom und OMV handeln aber nicht ohne politische Schützenhilfe. Schließlich war es ein symbolischer Akt, dass ausgerechnet beim umstrittenen Besuch von Putin in Wien die neue Partnerschaft besiegelt wurde.

    Bei Gazprom mischt der Kreml mit, aber auch bei der OMV hat der Staat ein gehöriges Wort mitzureden. Die österreichische Staatsholding ÖIAG hält schließlich 31,5 Prozent an dem Schwergewicht an der Wiener Börse. Und es geht weiter: Bei der ÖIAG wurde der frühere Magna-Manager Siegfried Wolf, ein persönlicher Freund Putins, jetzt neuer Aufsichtsratschef.

    Für die OMV kann es mittelfristig gefährlich werden, sich so sehr auf die Seite von Gazprom zu schlagen. Die Russen sind nicht dafür bekannt, Partnerschaften auf Augenhöhe zu suchen. Ihnen geht es schlicht um Dominanz.

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