Pro Hoeneß Ohne Hoeneß geht es nicht

Der Aufsichtsrat des FC Bayern München hat Uli Hoeneß trotz der Steueraffäre das Vertrauen ausgesprochen. Dieser Schritt sollte akzeptiert werden. Kritiker sollten die sportliche nicht mit der privaten Sphäre vermengen.
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Handelsblatt-Autor Alexander Möthe. Quelle: Rudolf Wichert

Handelsblatt-Autor Alexander Möthe.

(Foto: Rudolf Wichert)

Der leider viel zu früh verstorbene britische Autor Douglas Adams hat einmal ein Buch über bedrohte Tierarten geschrieben. An einer Stelle heißt es darin: „Auch Löwen und Tiger sind Menschenfresser, und obwohl wir ihnen gegenüber höchst misstrauisch sind und sie mit ängstlichem Respekt behandeln, bewundern wir sie doch instinktiv. Wir wollen zwar nicht gefressen werden, aber die Idee an sich verübeln wir ihnen nicht.“

Uli Hoeneß ist kein Löwe und kein Tiger, aber neben dem Ruf als integrer Geschäftsmann hat er sich durch emotionale Ausbrüche und harte Abrechnungen durchaus das Image eines Menschenfressers zugelegt. Ein Unternehmen von der Größe des FC Bayern München, mit dem Anspruch und den wirtschaftlichen Voraussetzungen, Weltmarktführer zu sein, braucht im operativen Geschäft einen Macher, der vielleicht nicht ohne Skrupel, aber weitgehend kompromisslos ist.

Dass er diese Art von Manager sein kann und ist, hat Hoeneß 30 Jahre lang in dieser Funktion beim FC Bayern München bewiesen. Und auch wenn außerhalb des Kreises von FCB-Bewunderern schon immer gemutmaßt wurde, dass da im Süden nicht alles mit rechten Dingen zugeht: Die Vereinsmitglieder wählten ihn zum Präsidenten der e.V. und den Aufsichtsrat der AG. Das Kontrollgremium selbst schließlich vertraute der Person und dem Geschäftsgebaren so sehr, dass ihm die Rolle des Chefaufsehers anvertraut wurde.

Eine Steueraffäre später ist Hoeneß immer noch im Amt. Nicht, dass selbige schon ausgestanden wäre. Aber mit Bekanntwerden von Selbstanzeige und Ermittlungen wurde der Aufsichtsrat mit zwei Dingen konfrontiert: Über die Zukunft von Hoeneß als Chefkontrolleur zu entscheiden und mit dem Angebot des Vereinspräsidenten umgehen, seine Ämter ruhen zu lassen. Eine endgültige Entscheidung wurde vertagt, man behalte sich vor, auf Entwicklungen zu reagieren.

Fakt ist, dass Uli Hoeneß nach wie vor Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern München AG ist. Martin Winterkorn und Rupert Stadler, die für Integrität stehenden Lenker der großen Autokonzerne Volkswagen und Audi, haben diese Entscheidung mitgetragen. Die Aussage ist: Wir trauen der Person Uli Hoeneß zu, die Saison geschäftlich wie sportlich zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Im Umkehrschluss: ohne Hoeneß geht es nicht. Das ist nichts anderes als eine um einen mahnenden Zeigefinger verpackte Absolution.

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7 Kommentare zu "Pro Hoeneß: Ohne Hoeneß geht es nicht"

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  • Hier scheinen nur Doofmunder zu schreiben. Wenn der Verteidigungsminister eine halbe Milliarde verzockt ist alles in Ordnung.Warum droht dem kein Knast?

  • Der Hoeneß muß endlich in den Knast!

    Bizarres Rechtsverständnis des HB-Schreiberlings.

    Der sagt, "....ach der Ulli, der tut nix, der will nur spielen..."

  • Eine schwere Saison für die Antibayern hat doch der FCB auch tatsächlich noch das Triple geholt. Wohin mit dem Frust?
    Da war doch noch was.... Auf gehts wir arbeiten uns noch ein wenig an Uli Hoeneß ab. Heuchler!!

  • Gratulation einer Nation, die an Doppelzügigkeit + -moral nichts zu wünschen übrig lässt. Das System ist krank, liebe Leute! Ihr seid krank! Steuerhinterziehung ist = Steuervergeudung.
    Die Steuervergeuder, aber erhalten alle vier Jahre einen Blankoscheck, entscheiden in eigener Sache und, dazu, einen Freibrief und ein jährliches Feigenblatt vom Bundesrechnungshof! Dieses, auch noch finanziert vom Steuerzahler/-schaf selbst, folgenlos. Die Bürokratie ist, vielerorts überbesetzt, Frühstücksdirektoren, allerorts. Da wäre man lieber Steuerverweigerer! Oder? Die Steuerhinterzieher sind wir Alle oder die große Mehrzahl, die Schwarzarbeit hinnehmen und/oder, ohne Rechnung, Dienstleistungen ausführen oder einkaufen. Jeder Wochenmarkt ist voll von Steuerbeugern, jedes Restaurant, jede Bar, jeder Eisverkäufer, Internethändler, auch. Korruption ist auch Steuerhinterziehung. Die institutionelle Korruption ist Realität. Es gibt sie! Geschenke und Vorteilsnahmen gehören dazu. Nicht wahr, liebe Ärzteschaft und liebe Pharmaindustrie! Multinationaler Tätigkeit, jeder Größenordnung, wird alles dies leicht gemacht. Das System findet täglich Steuersünder. Kein Politiker, Bürokrat dabei!? Merkwürdig!? Aber, auch kaum Drogendealer, kaum Zuhälter, kaum Bankster (Anm.: Es gibt auch ehrliche Banker und Unternehmer)!? Allesamt, aber nicken dieses System, innerlich, ab und begehen damit einen historischen Kardinalfehler!
    Sie belasten, ohne Not, die nächsten Generationen und deren Freiheit und Selbstbestimmung. Sie unterliegen den Verheißungen eines Ponzisystems, welches Schuldgeld, FIAT Money System heißt und welches klare Systemgrenzen im Wachstum aufweist. Wie die Erde Grenzen des Wachstums und Wohlstands aufweist. Der Weltall + die Dummheit scheinen grenzenlos. Bei der Dummheit bin ich mir sicher. (Einstein)
    Die Steuerhinterziehung ist ein Strafbestand, auch in einer verratenen, ausgehebelten Demokratie und/oder in der EUdSSR!? Wo steht das Gewissen! Darüber sollte jeder mal nachdenken.

  • "Vergessen werden darf auch nicht, dass der Fall überhaupt erst durch eine Indiskretion an die Öffentlichkeit gelangte". Alleine diese Aussage zeigt, welches Rechtsverständnis der Autor hat. Steuerhinterziehung ist also in seinen Augen legal. Sorry liebes HB, aber Ihre Redakteure sollten auf dem Boden des GG argumentieren.

  • Die Argumente vergangen nicht - denn angesichts der Tatsache, dass die Affäre offengelegt hat, dass Herr Hoeness es mit der Legalität nicht ganz so ernst nimmt, wenn sein persönliches Wohl dabei betroffen ist, ist auch nicht auszuschließen, dass die "Einschätzung" seiner Tauglichkeit tatsächlich nicht auf einer solchen sondern auf "wohltätigen Spenden" beruht. Mit einem "Generalverdacht gegenüber Wohlhabenden" hat das präzise gar nichts zu tun, und diesen hier anzuführen ist ein reichlich peinlicher Versuch, seine Kritiker zu diffamieren.

  • der hoeneß is wie er is und wer sich für fußball interessiert muß ihn bewundern .



    aber einen steuerhinterzieher als integren geschäftsmann zu bezeichnen.kann nur der medienpraktikant.

    in unserm unternehmen werden alle ,die eine straftat eingeräumt haben,nicht rausgeschmissen aber dazu geknechtet,daß sie mit den sonderermittlern alle deals der letzten jahre durchgehn.

    auch bayern war schon beim einen und andern transfer im gespräch,und zwar nicht positiv.

    auch die hertha brasilianer wurden munkelmäßig bayrisch über bande eingekauft

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