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Pro & Contra Sollte Greta Thunberg den Friedensnobelpreis bekommen?

Die 16-Jährige hat heute schon mehr erreicht als viele Preisträger, meint Matthias Brüggmann. Ihre Anklage ist zu einseitig und kontraproduktiv, findet Klaus Stratmann.
14 Kommentare
Die Klimaaktivistin aus Schweden bewegt seit einem Jahr weltweit Hunderttausende Menschen. Quelle: AP
Greta Thunberg

Die Klimaaktivistin aus Schweden bewegt seit einem Jahr weltweit Hunderttausende Menschen.

(Foto: AP)

Pro: Mutig, mit großer Wirkung

Von Mathias Brüggmann

Gleich vorweg: Ich habe noch nie an einer Fridays-for-Future-Demonstration teilgenommen. Aber mir nötigt deren Anführerin Greta Thunberg größten Respekt ab. Und wenn an diesem Freitag der Friedensnobelpreis vergeben wird, sollte die 16 Jahre alte Schülerin aus Schweden die Preisträgerin sein.

Denn sie ist schon heute wirkmächtiger als moralische Helden wie Mahatma Gandhi, Nelson Mandela oder Martin Luther King. Binnen nur eines Jahres hat Greta es als zunächst einzelne Klimastreik-Demonstrantin vor dem schwedischen Riksdag geschafft, eine Millionenbewegung zu formen. Eine Demonstrationswelle um die Welt zu schicken, die heute dazu führt, dass Klimaschutz endlich ernst genommen wird. Selbst das überschaubare Klimapaket der Bundesregierung wäre noch unambitionierter ausgefallen ohne Gretas Druck der Straße.

Greta hat mit ihrer Bewegung, ihrer kompromisslosen Entschlossenheit, ihrem leidenschaftlichen Drängen und ihrem Mut zaudernde Politiker und Manager zum Handeln gebracht. Sie erfüllt, was der Preisstifter Alfred Nobel wollte: Der Friedensnobelpreis solle „an denjenigen gehen, der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ habe.

Greta Thunbergs Projekt Klimaschutz ist ein Friedensprojekt. Nur wenn halbwegs lebenswerte Verhältnisse auf der Welt erhalten werden, wird die Menschheit sich nicht mit Kriegen um Wasser und Lebensmittel selbst dezimieren. Nur dann wird die Zahl der Klimaflüchtlinge nicht in die Milliarden gehen.

Schon jetzt hat die Schwedin deutlich mehr erreicht als der frühere US-Vizepräsident Al Gore mit seinem Wirken gegen die Erderwärmung. Er hatte 2007 den Preis bekommen.

Es ist leicht, sich über Greta und ihren fast schon religiösen Duktus lustig zu machen. Doch ihr Mut zeichnet die 16-Jährige aus. Wer von uns ist in der Lage, den Staatenführern dieser Welt so klar formuliert ein „Wie könnt ihr es wagen?“ entgegenzuschleudern?

Damit ist sie zugleich ein Symbol für Menschen, die unter Krankheiten wie dem Asperger-Syndrom leiden. Ihre Botschaft: Traut euch, werdet laut. Sie ist ein Symbol der Hoffnung und hat den Friedensnobelpreis verdient.


Contra: Übertriebener Hype

Von Klaus Stratmann

Greta Thunberg wird bereits in einem Atemzug mit Mahatma Gandhi, Martin Luther King und Nelson Mandela genannt. Das ist reichlich übertrieben. Die 16-jährige Schülerin hat es in den vergangenen Monaten vermocht, weltweit junge Menschen dazu zu bewegen, für mehr Klimaschutz auf die Straße zu gehen. Dafür gebührt ihr Respekt – mehr nicht. Ihr dafür den Friedensnobelpreis zu verleihen, wäre ein Fehler.

Der Hype, der sich um Greta Thunberg entwickelt hat, verstellt den Blick auf die Realität. Klimaschutz ist seit vielen Jahren ein Topthema für Politik und Wirtschaft, für die Wissenschaft und für große Teile der Gesellschaft.

Institutionelle Investoren lenken Milliardenbeträge raus aus fossilen Vorhaben in grüne Projekte. Energiewende und Klimaschutz haben in Deutschland eine ganze Branche krachend zum Einsturz gebracht. Parallel ist eine grüne Industrie entstanden, die allein in Deutschland mehr als 300.000 Jobs geschaffen hat.

Jeder Durchschnittshaushalt in Deutschland hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere Tausend Euro für Energiewende und Klimaschutz bezahlt. Und es bedurfte keiner Greta Thunberg, um zu erreichen, dass energieintensive Branchen mit Milliardeninvestitionen die unglaubliche Herausforderung angenommen haben, klimaneutral zu werden. Die Unternehmen, die mitten in gigantischen Transformationsprozessen stecken, müssen sich verhöhnt fühlen, wenn Greta Thunberg ausruft, es geschehe nichts.

Thunbergs Anklage geht daher ins Leere. Mehr noch: Sie ist kontraproduktiv. Denn die von der Schwedin gepredigte Verzichtskultur stellt keinen belastbaren Lösungsweg dar. Es ist noch keine Menschheitsherausforderung durch individuelles Wohlverhalten bewältigt worden.

Thunbergs Sinnen und Trachten ist einzig darauf gerichtet, den Klimawandel aufzuhalten. Diese Eindimensionalität mag man als Ausdruck besonderer Entschlossenheit deuten. Doch ihr Ansatz lässt wesentliche Lösungsansätze aus. Vielleicht die vielversprechendsten, effizientesten wie technische Veränderungen.

Größtes Verdienst der Schwedin ist es, eine in weiten Teilen lethargische Jugend mobilisiert zu haben. Sie hat es geschafft, der Generation Netflix ein politisches Bewusstsein einzuhauchen. Dafür kann man Greta Thunberg dankbar sein. Einen Friedensnobelpreis rechtfertigt das aber nicht.

Greta Thunberg erhält „alternativen Nobelpreis“

Mehr: Es ist überfällig, der Jugend mehr Mitspracherecht zu geben – ein Kommentar.

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14 Kommentare zu "Pro & Contra: Sollte Greta Thunberg den Friedensnobelpreis bekommen?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ein junges Mädchen welches von einer dahinterstehenden Organisation gefuehrt wird sollte nie und nimmer den Nobelpreis erhalten. Ihre Sprüche und Aussagen sind alle nicht zu Ende gedacht und fast nur heisse Luft. Müttern veröffentlich noch schnell ein Buch, das Ganze muss sich ja auch finanziell lohnen. Die Einwohner von Bolivien, Equador, Chile und anderen Ländern in welchen die Rohstoffe für die benötigten Akkus gefördert werden, sind ihr sicher dankbar das ihnen ihre Lebensgrundlage genommen wird. Der Grundwasserspiegel sinkt dort dramatisch. Aber was interessiert es die FFF Demonstranten. Ebenso wenig wie die Spaltung der Gesellschaft.

  • - Nachtrag -

    „WER SICH ALS RETTER ANBIETEN WILL, MUSS ZUERST ÄNGSTE SCHÜREN, DENN ANGST FÖRDERT JENE OPFERBEREITSCHAFT, DIE WEITERE STEUERERHÖHUNGEN ALS VORAUSSETZUNG DER RETTUNG AKZEPTIERT.“

    Dazu Greta Thunberg:
    >> "Ich will, dass ihr in Panik geratet!" <<
    SIC!!!!

  • - Fortsetzung -

    Zum Ersten: Im Jahr 2005 schrieb der bekannte Meteorologe Wolfgang Thüne (...):
    „Hinter der Erfindung des ‚Treibhauses‘, wie der Warnung vor der ,Klimakatastrophe‘ verbirgt sich in Wahrheit der größte und folgenschwerste wissenschaftliche Betrug der Neuzeit. Jede Wärmebildaufnahme von Wettersatelliten aus widerlegt die freche Behauptung, die Erde sei ein ‚Treibhaus‘, und die Erde widerlegt dies durch die nächtliche Abkühlung!“
    Und: Wenn die Treibhaus-These der Erwärmung stimmen würde, dann müssten sich die höheren Schichten der Atmosphäre schneller erwärmen als die unteren Schichten. Die Messungen der letzten 20 Jahre haben aber das Gegenteil ergeben. Den Treibhaus-Effekt gibt es nicht."
    https://philippantonmende.com/2019/10/02/vom-klimawahn-zur-energiekrise/

    Betätigen Sie sich ruhig weiter als JOHANN TETZEL mit Ihrem CO2-Ablasshandel, bei dem die "Gläubigen" sehr gerne für ihre "Sünden" bezahlen - den Sie aber auch den Ungläubigen AUFZWINGEN wollen.
    Die Geschichte zeigt allerdings, dass früher oder später doch ein MARTIN LUTHER kommt und Sie hinwegfegen wird.

  • @ Werner Tilmetz

    Und die Sonne dreht sich um die Erde.
    Gegen Hirnwäsche und Klimareligion helfen noch nicht einmal harte Fakten - die werden einfach ignoriert.
    Bereits 2007 (!!!!) publiziert - und heute wichtiger denn je (aber von den "Gläubigen" natürlich weiter ignoriert):
    "Mehr als 2000 Wissenschaftler aus der ganzen Welt haben dem International Panel on Climate and Change (IPCC) in Genf Auswertungen von Computersimulationen vorgelegt. Dabei handelte es sich wohlgemerkt fast ausschließlich um Hypothesen ohne jede Beweiskraft. Die aus dem Datenberg erarbeiteten zusammenfassenden Berichte des IPCC wurden jedoch nicht von Forschern verfasst, sondern von Politikern und Beamten des IPCC. Dabei wurden aus Hypothesen auf wundersame Weise Fakten – und zudem auch noch „selektive“ Fakten, also solche, die in die politische Agenda passen. Zahlreiche Wissenschaftler, die bei den ursprünglichen Dokumentationen mitgewirkt haben, sind deshalb über den Missbrauch ihrer Arbeiten entsetzt und identifizieren sich nicht mehr mit den Berichten. Isabel Mühlfenzl, die hierüber in den Schweizer Monatsheften berichtet hat, zieht zu Recht den Schluss:
    „WER SICH ALS RETTER ANBIETEN WILL, MUSS ZUERST ÄNGSTE SCHÜREN, DENN ANGST FÖRDERT JENE OPFERBEREITSCHAFT, DIE WEITERE STEUERERHÖHUNGEN ALS VORAUSSETZUNG DER RETTUNG AKZEPTIERT.“
    Die Theorie von der globalen Erwärmung, die der geschürten Klima-Hysterie zugrunde liegt, beruht auf drei Annahmen: Erstens auf der Annahme, das Erdklima funktioniere nach der Treibhaustheorie, zweitens auf der Hypothese, ein steigendes CO2-Niveau heize die Atmosphäre auf, und drittens auf der Behauptung, der höhere CO2-Gehalt sei von Menschen gemacht. Diese drei Annahmen sind allesamt falsch...

  • fossile Brennstoffe wie Öl und Gas sind der Auslöser für den Klimawandel
    fossile Brennstoffe wie Öl und Gas sind Auslöser für sehr viele Kriege im Nahen und Mittleren Osten
    (allein für Öl werden pro Tag sechs Milliarden Dollar ausgegeben - da lohnt es sich dafür zu kämpfen)
    und wenn wir nicht schnell handeln und die Klimakatastrophe zur Wirklichkeit wird, dann gibt es noch viel mehr Krieg - um Wasser, Lebensmittel, bewohnbares Land .....

    Fazit: Klimawandel hat sehr viel mit Krieg zu tun

  • Den Friedensnobelpreis bekommt man für eine Leistung, die dem Frieden nachweislich gedient hat. Obama bekam ihn sozusagen als Vorschusslorbeeren dafür, dass er nach George W. Bush als demokratischer Präsident gewählt wurde. Dieser Preis sollte nachträglich als "nicht wirksam" entzogen werden.
    Greta Thunberg hat die Klimadiskussion beschleunigt, sie hat gleichzeitig aber auch die Diskutanten entzweit und die Gesellschaft, vor allem in Deutschland, gespalten. Sie hat außerdem möglicherweise den Boden für noch radikalere Organisationen vorbereitet. Außerdem fürchte ich, dass ein Riss durch die Schüler- und Elternschaft geht, weil der Druck auf Schüler, die sich nicht am Schulstreik beteiligen wollen, sehr schnell zu Mobbing führt.
    Das hat so gut wie nichts mit Frieden zu tun! Wenn es tatsächlich eine Klimaveränderung durch den Menschen gibt, dann wird dieses Problem durch besonnenes Handeln und viel Geld in Innovationen gelöst. Die deutsche Klimapolitik ist einer Physikerin unwürdig!

  • Den Friedensnobelpreis bekommt man für eine Leistung, die dem Frieden nachweislich gedient hat. Obama bekam ihn sozusagen als Vorschusslorbeeren dafür, dass er nach George W. Bush als demokratischer Präsident gewählt wurde. Dieser Preis sollte nachträglich als "nicht wirksam" entzogen werden.
    Greta Thunberg hat die Klimadiskussion beschleunigt, sie hat gleichzeitig aber auch die Diskutanten entzweit und die Gesellschaft, vor allem in Deutschland, gespalten. Sie hat außerdem möglicherweise den Boden für noch radikalere Organisationen vorbereitet. Außerdem fürchte ich, dass ein Riss durch die Schüler- und Elternschaft geht, weil der Druck auf Schüler, die sich nicht am Schulstreik beteiligen wollen, sehr schnell zu Mobbing führt.
    Das hat so gut wie nichts mit Frieden zu tun! Wenn es tatsächlich eine Klimaveränderung durch den menschen gibt, dann wird die durch besonnenes Handeln und viel Geld in Innovationen gelöst. Die deutsche Klimapolitik ist einer Physikerin unwürdig!

  • Keinesfalls,
    diese Hysterie hat nichts mit Einsatz und Bemühen um Frieden zu tun, die eine Honorierung mit dem Nobelpreis rechtfertigen würden. Die Macher hinter Frau Thunberg würden sich sicher vor Freude auf die Schenkel klopfen und die Welt inkl. des Komitees wären wieder vorgeführt worden.
    Dr. Hieb

  • Natürlich nicht! Aber warum dieses hässliche Foto? Da sieht sie aus, als ob sie gleich zu beißen wird. Oder Absicht?

  • kurze klare Antwort: NEIN
    wofür?

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