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Reformen Griechenland kann Europas Erwartungen nicht erfüllen

Griechenlands Regierung hängt bei der Umsetzung vereinbarter Reformschritte hinterher. Die Europäer haben den Elan des Landes vorsätzlich überbewertet.
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Die Statue des griechischen Philosophen Sokrates steht vor der Akademie von Athen. Griechenland muss noch einige Forderungen der EU umsetzen. Quelle: dpa
Sokrates in Athen

Die Statue des griechischen Philosophen Sokrates steht vor der Akademie von Athen. Griechenland muss noch einige Forderungen der EU umsetzen.

(Foto: dpa)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte sich am Ende der langen Griechenland-Rettung vor allem aus einem Grund geweigert, auch nur einen weiteren Dollar an Athen zu überweisen: Die Experten zweifelten an der Annahme der Europäer, dass die griechische Regierung nach Ende des Hilfsprogramms noch auf Jahre den Reformkurs halten und enorme Haushaltsüberschüsse erwirtschaften wird.

Die nun wieder zutage tretenden Streitereien zwischen den internationalen Gläubigern und Athen bestätigen, dass die Sorge begründet war. Es stimmt, dass sich die Wirtschaft in Griechenland derzeit gut entwickelt.

Mit einem prognostizierten Plus von 2,2 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt dürfte das Land doppelt so stark wachsen wie Deutschland. Allerdings ist das eine Erholung von niedrigem Niveau nach dem dramatischen Konjunktureinbruch in der Krise.

Umso größer ist der Druck auf Premier Alexis Tsipras. Die Bürger verlangen nach Jahren der Einschnitte und des Sparens ihren Anteil am Aufschwung.

Und mit den näher rückenden Wahlen wird Tsipras dem weiter nachgeben. Schon jetzt hängt die Athener Regierung wieder bei der Umsetzung vereinbarter Reformschritte hinterher.

Griechenland muss noch einige Forderungen der EU umsetzen. Quelle: dpa
Demonstration vor dem Parlamentsgebäude in Athen

Griechenland muss noch einige Forderungen der EU umsetzen.

(Foto: dpa)

Die Europäer drohen nun damit, dass sie die im vergangenen Sommer prinzipiell zugesagten Schuldenerleichterungen nicht gewähren. Zumindest dieses kleine Druckmittel haben sie noch. Im Gegensatz zu früher aber bleibt allzu laute Kritik an Tsipras aus. Die Europäer haben kein Interesse an einem offenen Großkonflikt. Die Investoren, die zaghaft beginnen, Griechenland wieder Geld zu leihen, sollen nicht verschreckt werden.

Das Grundproblem aber bleibt: Die Prognosen der Europäer, dass Athen bis 2060 jährlich einen Primärüberschuss von 2,2 Prozent erreicht, waren Zweckoptimismus und werden sich kaum erfüllen. Und so wird sich mittelfristig auch wieder die Frage stellen, ob Griechenland jemals die 290 Milliarden Euro an Hilfskrediten zurückzahlen kann.

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