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Risiken und Nebenwirkungen der Geldpolitik der ruhigen Hand Analyse: Riskantes Zögern bei der Zinspolitik

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Ein Teil der Liquidität fließt aber in die Immobilien- und Anleihemärkte und treibt dort Preise und Kurse nach oben. Die Erklärung, die EZB müsse Preissteigerungen an diesen Märkten nur insoweit berücksichtigen, als sich die Besitzer der Vermögenswerte wohlhabender fühlen und deshalb ihre Konsumausgaben erhöhen würden, greift zu kurz. Wenn die höheren Preise nicht durch Fundamentaldaten wie Einkommenswachstum begründet sind, entstehen auf den betroffenen Märkten spekulative Preisblasen, die platzen und großen wirtschaftlichen Schaden anrichten können.

Aber auch während sich solche Preisblasen aufblähen, findet statt, was bei den Währungshütern eigentlich Sorge auslösen müsste: Geldentwertung. Wer ein Haus kaufen will, muss tiefer in die Tasche greifen, als es ohne die Überschussliquidität der Fall wäre. Wer Anleihen erwirbt, bezahlt sie teurer und erzielt niedrigere Renditen.

Die EZB behauptet, dass die Preise für Häuser im Euro-Raum insgesamt bisher nicht weit über dem fundamental gerechtfertigten Niveau liegen würden. Nach Berechnungen der Hypo-Vereinsbank droht aber zumindest in Frankreich eine Preisblase. Ihr Platzen würde nicht nur die französische Wirtschaft, sondern die des ganzen Euro-Raums in Mitleidenschaft ziehen.

Müssten schließlich die Zinsen erhöht werden, etwa weil es den Gewerkschaften doch noch gelänge, zur Kompensation der gestiegenen Ölpreise überhöhte Lohnforderungen durchzusetzen, käme ein weiteres Problem ans Licht: dass sich Haushalte und Unternehmen bei zum Teil negativen Realzinsen stark verschuldet und Investitionsprojekte in Angriff genommen haben, die bei höheren Finanzierungskosten nicht durchzuhalten wären. Auch darunter würde die Wirtschaft insgesamt leiden.

Ähnliche Überlegungen dürfte der EZB-Rat anstellen. Eigentlich sollte ihm dabei seine geldpolitische Strategie helfen. Diese unterscheidet zwischen kurzfristigen Preisrisiken, die von der Realwirtschaft ausgehen, und längerfristigen, die durch die monetäre Entwicklung entstehen. Die Ergebnisse werden gegeneinander abgeglichen.

Auch wenn man dabei einen großzügigen Spielraum unterstellt, scheint der EZB-Rat die Risiken, die er mit seiner Geldpolitik selbst auslöst, zunehmend auszublenden. Er versucht, kurzfristige Risiken für die Konjunktur abzuwenden, läuft damit aber Gefahr, diese Risiken nur aus der Gegenwart in die Zukunft zu verlagern.

Die Europäische Zentralbank muss klarstellen, ob ihre Strategie noch mehr ist als ein reines Erklärungsschema. Sonst ist es um die Akzeptanz dieser Strategie schlecht bestellt.

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