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Russland Brachiale Methoden

  • Matthias Brüggmann
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In zwei Wochen zeigt sich, wie viel ein Wort des russischen Präsidenten Wladimir Putin noch wert ist. Mehrfach hatte der Kremlherr dem bisherigen BP-Chef John Browne die Zusage gegeben, dass die Briten nach ihrem Einstieg beim Energieriesen TNK keine staatlichen Eingriffe befürchten müssen. Nun aber steht die Enteignung der Gassparte des Joint Venture an.

Zwar hat die russische Umweltbehörde die Entscheidung über die TNK-BP gehörende Lizenz für das wichtige Gasfeld Kowykta noch einmal um 14 Tage verschoben. Ein taktisches Manöver, um Putin beim G8-Gipfel nicht in Bedrängnis zu bringen.Dass aber eine Enteignung bevorsteht, daran zweifelt in Moskau niemand. Dahinter steckt der Wille des „Zaren“. Und sich Putin zu widersetzen, das wagt noch keine russische Behörde. Schließlich soll Gazprom, der staatlich kontrollierte Gasgigant, nach dem Willen des Präsidenten immer mächtiger werden. Dabei fällt Putins Strategie bei TNK-BP noch skrupelloser aus als beim erzwungenen Einstieg Gazproms beim Megaprojekt Sachalin-2: Dort musste Konsortialführer Royal Dutch/Shell nach Vorwürfen von Umweltverstößen hinnehmen, dass Gazprom nachträglich und für einen deutlich zu niedrigen Preis die Mehrheit an dem weltweit größten Flüssiggas-Unternehmen erhielt.

Bei TNK-BP greift Moskau zu weitaus fragwürdigeren Methoden. Aus reinem Machtkalkül: Denn für Kowykta hat Gazprom derzeit keine freien Mittel. Moskaus Moloch verzettelt sich gerade andernorts. Doch TNK-BP wird die Lizenz entzogen, um die Fördergenehmigung später neu auszuschreiben, wenn der Bau von China-Pipelines begonnen hat und Kowykta Gewinn bringend ans Netz angeschlossen werden kann. Hegt jemand Zweifel, dass die Lizenz dann Gazprom zufällt? Billiger und brachialer geht es nicht in Putins Reich.

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