Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Russland Sicherheitsdefizite

  • Thomas Wiede
Kommentieren

Darüber, wer für den Anschlag auf den Nachtzug von Moskau nach St. Petersburg verantwortlich ist, lässt sich heute nur spekulieren. Die beiden Richtungen, in die Russlands Sicherheitsbehörden nun wohl ermitteln, sagen aber viel über die Stabilität des Landes aus. Natürlich kann vermutet werden, dass die Bombe auf das Konto einer radikalen Gruppe aus dem Kaukasus geht. Zwar lässt der Kreml keine Gelegenheit aus zu betonen, der Konflikt in Tschetschenien sei unter Kontrolle und der Wiederaufbau gehe dort zügig voran. In den Nachbarregionen kracht es dafür immer lauter. Doch als ob die Regierung aus den blutigen Auseinandersetzungen mit den Separatisten nichts gelernt hätte: In Dagestan und Inguschetien geht sie mit genau der gleichen Härte zu Werke wie in Tschetschenien. Diese verfehlte Politik treibt aber auch dort immer mehr junge Leute in die Arme von Radikalen.

Als weiterer Urheber terroristischer Anschläge hat sich in Russland zudem die rechtsradikale Szene etabliert. Zu lange haben die Regierenden die Augen vor dieser Entwicklung eines Gewaltpotenzials entweder zugedrückt oder sie mit zunehmend nationalistischer Rhetorik auch noch angefacht. Die selbst ausgebrachte Saat bekämpft der Staat nun mit neuen Gesetzen und Maßnahmen gegen Extremisten und Terroristen. Im Vorfeld der Duma- und Präsidentschaftswahlen dürfte der gestrige Anschlag als Vorwand für ein weiteres verschärftes Sicherheitspaket dienen. In das Fadenkreuz der Regierung in Moskau sind bisher jedoch nicht nur Terroristen geraten, sondern auch vermeintlich „extreme“ Kritiker des Kremls. Unter dem Strich steht fest: Um Russlands Stabilität ist es nicht gut bestellt. Aber der herrschenden Elite hat dies nicht geschadet.

Startseite

0 Kommentare zu "Russland: Sicherheitsdefizite"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote