Schweizer Volksabstimmung Ein Votum gegen die Elite des Landes

Es wäre falsch, die Schweizer mit ihrem Ja zur Einwanderungsbegrenzung als Rassisten abzustempeln. Durch die Zustimmung zu schärferen Einwanderungsgesetzten droht nun aber eine lange Phase der Unsicherheit.
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Holger Alich

Holger Alich ist Handelsblatt-Korrespondent in Zürich.

Mit hauchdünner Mehrheit haben die Schweizer die Initiative zur Begrenzung der Einwanderung angenommen. Sie wollen Herr ihres Schicksals bleiben. Das ist die Kernbotschaft des spektakulären Wahlergebnisses. Nicht der Arbeitsmarkt, also die Ökonomie, soll über das Volumen der Zuwanderung bestimmen, sondern der demokratisch legitimierte Staat. Dass solche Steuerungsversuche in der Vergangenheit gescheitert sind, spielte offenbar keine Rolle.

Das Votum war eine Wahl zwischen Kopf und Bauch. Und bei solchen  Fragen obsiegt zumeist der Bauch. Denn es gibt kaum emotionalere Themen als Fragen der Zuwanderung: Fragen der Identität spielen mit herein und diffuse Überfremdungsängste. Rationale Argumente wie jene, dass die Zuwanderer eine maßgebliche Stütze der Schweizer Volkswirtschaft sind, dringen kaum durch.

Es wäre falsch, die Schweizer jetzt aufgrund ihres Votums einfach als Rassisten abzustempeln. Denn das Land sagt nicht „nein“ zu Zuwanderung als solche; die Bevölkerung sagt nur nein dazu, dass jedes Jahr rund 80.000 neue Menschen hinzukommen und damit die Wohnbevölkerung jedes Jahr um rund ein Prozent wächst. OECD-Daten zeigen zwar: Kein anderes Land profitiert ökonomisch so stark von Zuwanderern wie die Schweiz – aber nach Luxemburg gibt es kein anderes Land, dass solch hohe Zuwanderströme jedes Jahr verdauen muss.

Das Votum vom Sonntag ist auch ein Votum gegen die Elite des Landes: Die Regierung, die Wirtschaftsbosse und auch die Meinungsführer der Presse, sie alle haben sich gegen die Zuwanderungsinitiative gestellt. Denn sie profitieren von den Vorteilen: Die Wirtschaft wächst, die Unternehmen können auf die riesigen EU-Arbeitsmarkt nach Gusto zurückgreifen.

Die Bevölkerung spürt indes die Probleme: Neben den Zuwanderern, die sich jedes Jahr in der Schweiz niederlassen, strömen täglich tausende Grenzgänger aus Italien, Frankreich und Deutschland ins Land. Zwar ragen überall im Land Baukräne in die Luft, aber für normalverdienende Familien ist Wohnraum in den Ballungszentren dennoch kaum mehr bezahlbar. Zumal hat die Regierung den Schweizern bei der Einführung viel geringere Zuwanderungszahlen in Aussicht gestellt, als sie jetzt seit Jahren schon zu beobachten sind.

Wie würde in Berlin eine Volksabstimmung ausgehen?
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24 Kommentare zu "Schweizer Volksabstimmung: Ein Votum gegen die Elite des Landes "

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  • Die Aufregung in Europa zeigt nur dass in Europa keine Demokratie, sondern Kapitaldiktatur herscht. Volkswille wird von den Gaunern in Anzug nicht akzeptiert. Man sollte so eine Abstimmung in jedem Land in Europa als Test durchführen. Es würde nicht anders ausgehen als in der Schweiz. Höchstens dass es noch mehr JA Stimmen gäbe. Jedes Land sollte zuerst für seine Bürger sorgen. Keine Futtert zuerst Nachbarskinder bevor seine satt sind. Und die EU soll nicht grosskotzig auf Freiheit und Bewegungsfreiheit pochen solange sie es selber nicht praktizieren. Kroatien z.B. ist auch in der EU hat aber keine Rechte in dieser Beziehung. Aber Pflichetn hat sie alle. Vile Länder sind am Abgrund seit sie in der EU sind !!!!!

  • Kaum hat das einzige demokratische Land eine Entscheidung getroffen, muß sich Deutschland schon wieder einmischen.Haben wir nicht schon genug Schaden angerichtet mit unserer ewigen Einmischerei.

  • Vox populi, vox dei - Volkes Stimme ist Gottes Stimme!Herzlichen Glückwunsch an den gesunden Menschenverstand der Schweizer Bürger!Auch in Deutschland werden immer mehr verarmende Ureinwohner von nach hier flutenden Wirtschaftsasylanten drangsaliert. Und diese räkeln sich - hofiert von "Möchte-gern-gut-sein-Multi-Kulti-Fetischisten" - immer mehr fordernd, wohlig in der sozialen Hängematte, obwohl man nie auch nur einen Pfennig in unsere Gesellschaft eingebracht hat.Die Schweiz hat eine richtige, richtungweisende Entscheidung getroffen und wird auch ohne "Zuwanderung" weiterhin politischen und wirtschaftlichen Erfolg verbuchen! Denn man wird nun künftig mehr finanzielle Mittel in der Schweiz zur Verfügung haben, die eigenen Talente und Ressourcen der Einheimischen entsprechend besser fördern zu können.

  • Vox populi, vox dei - Volkes Stimme ist Gottes Stimme!
    Herzlichen Glückwunsch an den gesunden Menschenverstand der Schweizer Bürger!
    Auch in Deutschland werden immer mehr verarmende Ureinwohner von nach hier flutenden Wirtschaftsasylanten drangsaliert. Und diese räkeln sich - hofiert von "Möchte-gern-gut-sein-Multi-Kulti-Fetischisten" - immer mehr fordernd, wohlig in der sozialen Hängematte, obwohl man nie auch nur einen Pfennig in unsere Gesellschaft eingebracht hat.
    Die Schweiz hat eine richtige, richtungweisende Entscheidung getroffen und wird auch ohne "Zuwanderung" weiterhin politischen und wirtschaftlichen Erfolg verbuchen! Denn man wird nun künftig mehr finanzielle Mittel in der Schweiz zur Verfügung haben, die eigenen Talente und Ressourcen der Einheimischen entsprechend besser fördern zu können.

  • DIE GROßE ERRUNGENSCHAFT HAT BEREITS UNENDLICHES LEID UND ELEND FÜR DIE DEUTSCHEN GEBRACHT.

    "Es kann und darf aber nicht sein, dass via der Schweiz in der EU eine der größten Errungenschaften des europäischen Einigungsprozesses wie die freie Mobilität der Menschen aufs Spiel gesetzt wird."

    Und diese "große Errungenschaft" wie Alchim dies nennt, hat allein in den letzen paar Jahren enormers Leid für Deutschland, inbesondere dessen weniger previligierten Schichten gebracht - hat zu einer Flut an Roma-Armutszuwanderern, zum Entstehen von Ekel-Häusern, "Ratten-Häusern" und richtigen Slums in vielen deutschen Städten geführt:

    http://ernstfall.org/2013/02/03/roma-zustrom-sozialer-friede-in-hochstem-mase-gefahrdet/

    Großartige Errugenschaft.

  • "Nun muss die Partei von Christoph Blocher sehen, wie sie diesen Widerspruch zwischen den Wünschen der Wirtschaft und dem Wunsch der Bevölkerung nach weniger Zuwanderung auflöst. Nur so viel ist sicher: Einer von beiden wird enttäuscht werden."

    Richtig. Und in Deutschland, in denen es keine Volksabstimmungen gibt und keine SVP, die die Wünsche der eigenen Bevölkerung ernst nimmt, wird immer nur eine Seite beständig enttäuscht - die Bevölkerung.
    Und das ist eines: U N D E M O K R A T I S C H! Sogar extrem undemokratisch.

  • NATIONALE IDENITÄT SIND KEINE RATIONALEN ARGUMENTE?

    "Denn es gibt kaum emotionalere Themen als Fragen der Zuwanderung: Fragen der Identität spielen mit herein und diffuse Überfremdungsängste. Rationale Argumente wie jene, dass die Zuwanderer eine maßgebliche Stütze der Schweizer Volkswirtschaft sind, dringen kaum durch."

    Ach so und Fragen der nationalen Identität, und die Sorge um den Erhalt des Eigenen- der eigenen Kultur, Lebensweise, Normen, und Werte - sind keine "rationalen Argumente".

    Schauen sie sich mal die Zustände, die in multiethnischen Ländern .- Vielvölkerstaaten- herrschen, in denen es keine einheitliche nationale Identität gibt. Diese sind selten friedlich und noch seltener erfolgreich.


    Aber selbst für jene, denen nationale Identität nicht bedeutet, für die Volk und Nationalkultur nur Konstrukte sind, die für nicht-rational denkende Primitivlinge existieren, gibt es dennoch ganz rationale sozial-komische Argumente gegen Zuwanderung.

    Das Zuwanderung, das Angebot an Arbeitskräften erhöht, somit die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer schwächt, und damit Lohnsenkungen, Lohndumping und den Abbau Arbeitnehmerrechten durchsetzungsfähiger macht, das ist ein ganz rationales Argument- das leider im Handelsblatt von den Kommentaren abgesehen keine Erwähnung findet.


  • NATIONALE IDENITÄT SIND KEINE RATIONALEN ARGUMENTE?

    "Denn es gibt kaum emotionalere Themen als Fragen der Zuwanderung: Fragen der Identität spielen mit herein und diffuse Überfremdungsängste. Rationale Argumente wie jene, dass die Zuwanderer eine maßgebliche Stütze der Schweizer Volkswirtschaft sind, dringen kaum durch."

    Ach so und Fragen der nationalen Identität, und die Sorge um den Erhalt des Eigenen- der eigenen Kultur, Lebensweise, Normen, und Werte - sind keine "rationalen Argumente".

    Schauen sie sich mal die Zustände, die in multiethnischen Ländern .- Vielvölkerstaaten- herrschen, in denen es keine einheitliche nationale Identität gibt. Diese sind selten friedlich und noch seltener erfolgreich.


    Aber selbst für jene, denen nationale Identität nicht bedeutet, für die Volk und Nationalkultur nur Konstrukte sind, die für nicht-rational denkende Primitivlinge existieren, gibt es dennoch ganz rationale sozial-komische Argumente gegen Zuwanderung.

    Das Zuwanderung, das Angebot an Arbeitskräften erhöht, somit die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer schwächt, und damit Lohnsenkungen, Lohndumping und den Abbau Arbeitnehmerrechten durchsetzungsfähiger macht, das ist ein ganz rationales Argument- das leider im Handelsblatt von den Kommentaren abgesehen keine Erwähnung findet.


  • "Ein Votum gegen die Elite des Landes"

    Wieso Eliten?

    Müsste es nicht besser heißen:

    "Ein Votum gegen die Die Bilderberger Schattenregierung"

    Die Bilderberger wollen ihren EUDSSR Groß-Staat mit allen Mitteln ( Politikmarionetten und ihren Medienkonzerne ) durchsetzen.

    Warum erfahren wir in den gleichgeschalteten Massenmedien nichts über "Die Bilderberger"?

    Wer steht hinter den gleichgeschalteten Massenmedien?

  • @Blick_von_den_Wolken

    Kann eine Gesellschaft ewig wachsen?

    Es ist schlicht falsch, davon auszugehen, unbegrenztes Wachstum wäre auf einem begrenzten Planeten möglich!

    Warum stehen alle Nationen unter wirtschaftlichem Wachstumszwang?

    Der Grund liegt im Geldmonopol bzw. verzinsten Kreditgeldsystem der inter. Bankster!

    Das 1x1 des Kreditgeldsystem:

    Geld entsteht nur über Kredit!!

    Geld=Schuld

    Bsp. Sie gehen zu einem Bankster und bekommen einen Kredit über 1000 Euro/Dollar.
    Somit wurden eben 1000 Euro/Dollar aus dem NICHTS geschaffen.

    Jeder Euro/Dollar der im Umlauf ist, wurde den Staaten, Unternehmen und Menschen nur geliehen, und muss +Zinsen an die int. Bankster zurückgezahlt werden!

    Problem Zins / Zinseszins:

    Die Gesamtgeldmenge X wird im Durchschnitt im Jahr mit 5% verzinst.
    Am Ende des Jahres ist die Geldmenge X um +5% gewachsen.
    Wie Sie oben erfahren haben entsteht Geld aber nur über Kredit, was bedeutet das für die jährlich anfallenden Zinsen?

    Das die int. Bankster jedes Jahr neue Schuldner finden müssen, die sich verschulden um die Zinsen (Neues Geld) zu schaffen!

    Bankster verleien ihr aus der Luft geschaffenes Kreditgeld nur gegen "Sicherheiten"!
    Wenn wir nicht mehr produzieren, gibt es für die int. Bankster keine neuen Pfandobjekte und damit kein neues Geld!

    Verstehen Sie jetzt warum alle Nationen unter wirtschaftlichem Wachstumszwang stehen?

    Achtung: Kriege schaffen Wachstum! ( Absatz von Rüstungsgütern )
    Das wissen auch die int. Bankster und ihre Marionettenregierungen weltweit!

    Sollten wir uns nicht lieber fragen, ob es nicht an der Zeit ist, ein neues Geldsystem einzuführen?

    Geldreform?

    Ein Geldsystem ohne Zwang zu immer mehr Wachstum?

    Oder die Erdlinge können sich bald ein neues Zuhause suchen, nachdem sie ihren eigenen Planeten zerstört haben!

    Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" bzw. "Das Zwangsgeldsystem Mario Fleischmann" oder "Prof. Bernd Senf - Tiefere Ursachen der Krise" suchen

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