Steuerpolitik Zeit für eine Entlastung

Statt Entlastung, Belastung. Statt Schulden, Sparen. Viele Länder setzten darauf, den Bürgern einen immer größeren Anteil vom Einkommen aus der Tasche zu ziehen. Was daran falsch ist.
12 Kommentare
Eine Kasse mit Euro-Scheinen und Münzen. Quelle: dpa

Eine Kasse mit Euro-Scheinen und Münzen.

(Foto: dpa)

Am Freitag werden die Länder im Bundesrat die geplante Entlastung der Bürger ablehnen: Nicht Ent-, sondern Belastung sei das Gebot der Stunde, tönt es aus den mittlerweile mehrheitlich rot gefärbten Staatskanzleien. Schließlich gäbe es ja eine Schuldenbremse, die -igittigitt - es verbiete, auf Dauer immer neue Schulden aufzutürmen.

Diese Rhetorik ist verlogen. Denn tatsächlich gilt das Neuverschuldungsverbot nicht sofort, sondern erst in acht Jahren, also ab 2020. Dann dürften die meisten der amtierenden Regierungschefs ohnehin politisch das Zeitliche gesegnet haben.

Da das deutsche Steuersystem, vor allem die Lohnsteuer, progressiv ist, würde ohne Reform bis 2020 das Steueraufkommen massiv steigen. Denn steigt die gesamtwirtschaftliche Lohnsumme um ein Prozent, steigt das Aufkommen der für den Fiskus wichtigen Lohnsteuer um 1,8 bis 1,9 Prozent; der Anteil der Steuereinnahmen am Bruttoinlandsprodukt erhöht sich ohne Reform um etwa 0,15 Prozentpunkte pro Jahr.

Schriebe man diese Zahlen bis 2020 fort, würde die Steuerquote von heute gut 22 in Richtung 24 Prozent steigen - und damit ein Niveau erreichen, das es seit Ende der 70er-Jahre nicht mehr gegeben hat. Mit etwa 780 Milliarden Euro würden die Bürger 2020 fast 50 Prozent mehr Steuern zahlen als ein Jahrzehnt zuvor.

Das Kalkül der Länder
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

12 Kommentare zu "Steuerpolitik: Zeit für eine Entlastung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Man sollte halt anpassen. Gründen "wir" eben noch eine Tochtergesellschaft. Das ist auch schon sehr bequem der Fuchs im Wald. Au revoir

  • Hört auf, Eure Kraft mit dem kranken System zu vergeuden und schaut nach was Neuem:

    z.B.: als Denkansatz
    http://www.wissensmanufaktur.net/vortraege
    http://www.wissensmanufaktur.net/wissen-kompakt

  • http://antizensur.wordpress.com/2012/02/07/deutschland-finanzministerium-bereitet-kontosperrungen-vor/

    Das habe ich gerade gefunden. Vielleicht recherchieren die Redakteure des HB mal dazu.

  • Wir brauchen eine Oppostion. Der deutsche Steuerzahler wird total geschröpft. SPD und Grüne haben ja nach eigener Angabe nur ein "Einnahmeproblem". Diese Parteien können wahrlich nichts anderes als OPM (other peoples money) aus dem Fenster werfen.

    Eigentlich kann man nur noch auswandern!

    Helfen Sie auch hier mit:
    www.zivilekoalition.de
    www.abgeordnetencheck.de

  • Auf die MwSt-Erhöhung wird man nicht mehr lange warten müssen. Wollen doch Merkozy diese in F und D angleichen. Billiger wird das nicht.

  • Nach Wolfgang Boger gibt es einen Begriff, der unser Staatssystem perfekt charakterisiert: Kleptokratie.

  • mir wird schwindelig...Umsatzsteuer kommt auch noch oben drauf (frage mich, wann die wieder Thema ist und auf 25% angehoben wird)...alles in allem gibt man von dem was man verdient sicherlich schon mehr als 70% an Steuern, sonstigen Abgaben und Gebühren wieder ab....wo bleibt nur das ganze Geld? sollte vielleicht auch noch schnell in die Politik gehen...da scheint man das alles nicht mehr so zu spühren!?

  • @ Werner: Sie haben Recht. Ich hatte 30 Euro in Erinnerung. Sofern sie in den letzten Jahren nicht billiger wurde, habe ich das wohl mit den Ummeldegebühren verwechselt und bitte um Verzeihung.

  • Tja mein lieber Mitbürger,

    wer so blöd ist, für eine Umweltplakette 30 EUR zu zahlen, ist zumindest ausgewiesener Experte für "systematisch zu hohen Wertansatz". Wenn solche "Experten" dann über sonstige Kostenfaktoren herumquengeln, wirkt das natürlich sehr überzeugend...

  • ... ganz zu Schweigen von den zur echten Belastung gewordenen Müllgebühren, Anliegergebühren und dem veterinärmedizinischen Untersuchungszwang bei der Tierhaltung (Tierarzt kommt ja nicht kostenlos).

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%