Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Travis Kalanick tritt zurück Die Uber-Revolution frisst ihren Vater

Statt einer Auszeit wählt Uber-Chef Travis Kalanick nun den kompletten Rückzug. Wichtige Investoren haben revoltiert – sie trauten dem umstrittenen Gründer des Mobilitätsdienstes die Wende nicht mehr zu. Ein Kommentar.
Kommentieren

Uber-Chef Kalanick räumt seinen Posten

Am Ende war es nicht weniger als eine Palastrevolte, die Uber-Chef Travis Kalanick zum Rücktritt zwang. In einem Brandbrief forderten fünf wichtige Investoren des Mobilitätsdienstes den vollständigen Rücktritt des Chefs, berichtet die „New York Times“. Anführer der Revolte soll die Investmentfirma Benchmark gewesen sein, die mit Bill Gurley selbst im Aufsichtsrat vertreten ist. Gemeinsam halten die Investoren 25 Prozent der Anteile, aber 40 Prozent der Stimmrechte. Macht, der sich der Gründer am Ende beugen musste. Statt eine kurzfristige Auszeit zu nehmen tritt er nun als Chef zurück – bleibt aber im Uber-Vorstand erhalten.

Sein Rückzug ist der Höhepunkt einer Reihe von Skandalen, die das wertvollste nicht börsennotierte Start-up im Silicon Valley seit Monaten erschüttern. Alles begann im Februar mit Sexismus-Vorwürfen einer Ex-Mitarbeiterin. Dann klagte die Google-Mutter Alphabet gegen einen angeblichen Ideenklau von Uber bei Technologien für das autonome Fahren. 20 wichtige Führungskräfte mussten gehen – während allein im vergangenen Quartal Verluste von 708 Millionen Dollar aufliefen. Ergebnisse, nach denen die Sorgenfalten der Investoren zuletzt spürbar gewachsen waren.

Nach den jüngsten Skandalen fürchten die Investoren eine Abwertung. Denn noch wird Uber mit rund 69 Milliarden Dollar bewertet. Seit 2009 hat das Unternehmen in seinen Finanzierungsrunden fast elf Milliarden Dollar eingesammelt. Dahinter steht die Hoffnung, dass Uber künftig die führende Vermittlungsplattform der Mobilität werden könnte.

Zu der illustren Runde der 81 Investoren gehören der japanische Autoriese Toyota, die US-Großbank Goldman Sachs und der saudi-arabische Staatsfonds. Auch Prominente wie Amazon-Gründer Jeff Bezos oder Rapper Jay-Z sind an Uber beteiligt. Zuletzt soll auch das deutsche Medienunternehmen Axel Springer eingestiegen sein.

Am Ende trauten die Investoren dem Uber-Chef nicht mehr zu, die Probleme zu lösen. Denn immer wieder kamen Zweifel aus, ob Kalanick wirklich die charakterlichen Eigenschaften für die Führung einer Milliardenunternehmens hat. Der Chef, der sich selbst gerne als „Nerd“ bezeichnete, fiel immer wieder durch verbale Ausfälle auf. Zuletzt kursierte ein Video, in dem Kalanick sich nach einer Fahrt einen Schlagabtausch mit einem Uber-Fahrer lieferte. Immer wieder beschweren sich Fahrer über die schlechten Verdienste.

Und auch nach innen wurde Kalanicks Führungsstil immer wieder in Frage gestellt. Zu zentralistisch habe er das globale Unternehmen geführt, kritisieren ehemalige Mitarbeiter. Wo andere Gründer wie Tesla-Chef Elon Musk ihre Mitarbeiter mit ihrer Vision v antrieben, setzte Kalanick auf Befehl und Gehorsam. Zuletzt heuerte er Harvard-Professorin Frances Frei als Strategiechefin an, um das aufgeheizte Betriebsklima abzukühlen. Den Investoren reichte das offenbar nicht.

Das sind die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 17: Spotify
1 von 17

Eines der wertvollsten Start-ups der Welt wird in diesem Jahr wohl die Rangliste verlassen. Der Musikstreaming-Dienst Spotify setzt laut Medienberichten zu seinem seit langem erwarteten Börsengang an. Derzeit wird das Unternehmen aus Schweden mit 8,5 Milliarden Dollar bewertet, ein Börsengang könnte die Bewertung auf bis zu 20 Milliarden steigern. Der Dienst kommt nach eigenen Angaben auf mehr als 60 Millionen zahlende Abo-Kunden und mehr als 140 Millionen Nutzer insgesamt.

Quelle: WSJ Billion Dollar Club, Januar 2017

(Foto: dpa)
Platz 16. Theranos
2 von 17

Mit nur 19 Jahren gründete Elizabeth Holmes (Bild) im Jahr 2003 die Firma Theranos. Mit einem kleinen Piekser in den Finger sollten innovative Technologien zuverlässige günstige Bluttests liefern. Doch dann wurden immer mehr Probleme mit den Bluttests bekannt. Ergebnisse wurden angezweifelt und letztlich als fehlerhaft zurückgezogen. 2017 konnte Theranos die folgenden Rechtstreite aber beilegen. Die letzte Finanzierungsrunde, die vor dem Skandal stattfand, bewertete das Unternehmen mit 9 Milliarden Dollar.

(Foto: AP)
Platz 15: Stripe
3 von 17

Die irischen Brüder Patrick (links) und John Collison gründeten 2009 das Start-up Stripe. Die Software-Plattform will Online-Zahlungsabwicklungen erleichtern und verarbeitet jährlich für Unternehmen in 25 Ländern Beträge in Milliardenhöhe. Selbst ist das Jungunternehmen 9,2 Milliarden Dollar wert.

(Foto: Stripe)
Platz 14: DJI
4 von 17

Frank Wang hat seinen Kindheitstraum wahr gemacht und sogar noch weiterentwickelt: Als er noch klein war, träumte er von einem Modell-Helikopter - als er einen besaß, crashte er ihn schnell. Doch er hielt an seinem Traum fest und gründete 2006 DJI, ein mittlerweile 10 Milliarden Dollar schweres Unternehmen, das Drohnen herstellt und verkauft. Mehr als 6000 Mitarbeiter arbeiten weltweit für die Chinesen.

(Foto: dpa)
Platz 13: Dropbox
5 von 17

Wer hat noch keine Dateien per Dropbox verschickt? Das Start-up bietet eine Freigabe- und Speicherlösung von kleinen und großen Dateien. Drew Houston schrieb 2007 den ersten Softwarecode für Dropbox während einer Busfahrt von Boston nach New York. Mittlerweile nutzen über eine halbe Milliarde Menschen weltweit Dropbox. Das Unternehmen ist derzeit 10 Milliarden Dollar wert. Experten erwarten, dass bald ein Börsengang angekündigt wird.

(Foto: Reuters)
Platz 12: Lyft
6 von 17

Der 2012 gegründete Fahrdienst-Vermittler ist der größte Konkurrent von Platzhirsch Uber. Das Start-up ist in rund 300 US-Städten aktiv. Im Oktober 2017 steckte Google eine Milliarde Dollar in das Unternehmen. Damit stieg die Bewertung von Lyft auf 11,5 Milliarden Dollar. Ein Börsengang wird in diesem Jahr erwartet.

(Foto: AP)
Platz 11: Flipkart
7 von 17

Der virtuelle Marktplatz Flipkart ist das indische Pendant zu Amazon. Binny Bansal (rechts, mit Microsoft-Chef Satya Nadella) und Sachin Bansal arbeiteten vor der Gründung für den heutigen Konkurrenten Amazon, wollten dann aber eine E-Commerce-Webseite für Inder gründen. Indische Unternehmen investierten bereits drei Milliarden Dollar in das Start-up, das mittlerweile 11,6 Milliarden Dollar wert ist.

(Foto: Reuters)

Wer Kalanick nachfolgt, soll nach dem Willen der revoltierenden Investoren der Aufsichtsrat bestimmen. Manches spricht für eine externe Lösung. Denn viele interne Kandidaten, die eine Chance auf die Nachfolge gehabt hätten, haben das Unternehmen in den vergangenen Wochen verlassen. Der Posten des Finanzchefs ist nach wie vor vakant.

Seinen Einfluss wird Kalanick auch nach dem Rückzug nicht komplett verlieren. Nach seinem Rückzug hält er immer noch die Mehrheit der Stimmrechte an Uber.

Startseite

Mehr zu: Travis Kalanick tritt zurück - Die Uber-Revolution frisst ihren Vater

0 Kommentare zu "Travis Kalanick tritt zurück: Die Uber-Revolution frisst ihren Vater"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote