USA Erosion der Macht

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Der Vietnam-Faktor und Kerrys Erfahrung als gestandener Offizier bereiten den Republikanern mehr Probleme, als sie öffentlich zugeben. Dennoch ist bereits heute erkennbar, wie das Bush-Lager die Stärken des demokratischen Herausforderers neutralisieren will. Der Senator von Massachusetts soll als Wolf im Schafspelz gebrandmarkt werden – als linker Politiker vom Kaliber eines Edward Kennedy hinter einer konservativen Maske.

So muss sich Kerry auf den Vorwurf gefasst machen, dass er gegen den Golfkrieg 1991, aber für den Irak-Einsatz 2003 gestimmt hat. Bushs Wahlkampf-Manager werden daraus eine Charakterfrage stricken und Kerry mangelnde Konsequenz unterstellen.

Die Republikaner müssen allerdings aufpassen, dass sie den Bogen nicht überspannen. Zwar hatte sich Kerry 1984 dafür stark gemacht, einige Pentagon-Programme aus Ronald Reagans üppigem Rüstungsetat zu streichen. Hängen die Republikaner dies jedoch zu sehr an die große Glocke, laufen sie Gefahr, dass ihnen im Gegenzug Bushs galoppierendes Haushaltsdefizit vorgehalten wird. Und schießen sie sich auf Kerrys Weigerung ein, homosexuelle Ehen per Gesetz verbieten zu lassen, riskieren sie, strategisch wichtige Wechselwähler zu verprellen.

All dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bushs Macht zu erodieren beginnt. Will er diesen Prozess aufhalten, dann muss er schwereres Geschütz auffahren und den Gegner nicht nur unter propagandistisches Trommelfeuer nehmen.

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