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Verteilungskampf Löhne und Lügen

Deutschland liegt mal wieder auf der Couch. Politische Seelenklempner fordern die Deutschen auf, sich von ihren „Lebenslügen“ zu verabschieden. Das hört sich gut an, insbesondere für jemanden, der das eigene Land seit Jahren von außen betrachtet und daran verzweifelt, dass nach jedem Reformschritt sofort zwei Schritte rückwärts gemacht werden.

Doch leider befinden wir uns gerade wieder im Rückwärtsgang. Gestritten wird darüber, ob hohe Unternehmensgewinne gut für das wirtschaftliche Wohlergehen sind. Jürgen Rüttgers macht sich zum Sprachrohr vieler, die das für eine Lüge halten. Die meisten Ökonomen widersprechen.

Schenken wir uns den Streit zwischen Politikern und Gelehrten und werfen einen Blick über den Atlantik, wo die berüchtigten „amerikanischen Verhältnisse“ den deutschen Sozialpolitikern noch immer das Blut in den Adern gefrieren lassen. In den USA haben Statistiker jetzt ausgerechnet, dass der Anteil der Unternehmensgewinne so hoch ist wie seit 40 Jahren nicht mehr. Entsprechend ist der Lohnanteil am gesamtwirtschaftlichen Kuchen stetig zurückgegangen. Hinzu kommt, dass die Löhne der Durchschnittsamerikaner in den vergangenen Jahren kaum mit den Preissteigerungen mithalten konnten. Gewinner des Booms sind neben den Unternehmen vor allem die gut ausgebildeten Arbeitnehmer, die bereits über ein hohes Einkommen verfügen.

Bestätigen die „amerikanischen Verhältnisse“ also die Kapitalismuskritiker à la Rüttgers? Nein, im Gegenteil. Hohe Gewinne für die Firmen und stagnierende Löhne am unteren Ende der Einkommensskala spiegeln nur einen Teil der Wirklichkeit in den USA wider. Dazu gehört eben auch, dass die Arbeitslosenquote im vergangenen Monat wieder auf 4,7 Prozent zurückgegangen ist. Es ist kein Zufall, dass die US-Wirtschaft jeden Monat knapp 130

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