Weitere Kostenreduzierung bei Hewlett-Packard Kommentar: Entlassungen alleine genügen nicht

  • Rudi Kulzer

Der neue Chef von Hewlett-Packard (HP) hat eine weitere Entlassungswelle angekündigt. Die etwa 150 000 Mitarbeiter starke Mannschaft des Computerkonzern soll in den nächsten 18 Monaten um weitere 10 Prozent reduziert werden. Dies ist nach 2002 die zweite große Kündigungswelle, die über die weltweit arbeitende Belegschaft von HP hereinbricht. Damals erhielten nach der Übernahme des texanischen Branchenkonkurrenten Compaq Computer 17 900 Mitarbeiter, den „pink slip“, den rosa Zettel, wie man in den USA die Kündigung nennt.

Die zweite Welle wurde von den Analysten der Wall Street seit Wochen von Mark Hurd, der nun seit vier Monaten an der Spitze von HP steht, erwartet. Doch ein weiteres rein zahlenmäßiges Zurückstreichen der Gehaltslisten genügt nicht. Das konnte auch Hurds Vorgängerin Carly Fiorina, die trotz einer Kostenreduzierung in Milliardenhöhe gefeuert wurde. Hewlett-Packard braucht eine neue Perspektive und damit verbunden eine qualitative Verbesserung seiner Vertriebsmannschaft.

Doch dafür gibt es erste Anzeichen. So soll der Geschäftsbereich für Kundenlösungen (Customer Solutions Group - CSG) als eigenständige Sparte geschlossen werden. Die von Carly Fiorina als besondere strategische Maßnahme ins Leben gerufene Gruppe verkauft bisher unabhängig von den jeweiligen nach Produkten organisierten Geschäftsbereichen an Großunternehmen, mittlere und kleinere Firmen sowie Behörden. Damit konnte zwar vermieden werden, dass beim einzelnen Kunden eine Reihe von HP-Verkäufern ihr Geschäft. suchten. Doch dieser Truppe fehlten in vielen Fällen die Produktkenntnisse, die zu einem guten Dienst am Kunden nicht vernachlässigt werden können.

Die Funktionen der CSG-Truppe sollen in die drei Hauptsparten von Hewlett-Packard integriert werden: Großunternehmen und die öffentliche Hand werden von der Technology Solutions Group bedient, kleine und mittlere Unternehmen von Personal Systems und Verbraucher von der Druckerabteilung (Imaging and Printing). Damit reagiert Mark Hurd auf ein grundsätzliches Problem des IT-Vertriebs. Die Kunden brauchen keine Maschinen oder System- und Software-Komponenten per se, sondern Lösungen der in ihrer Branchen anstehenden Aufgaben und Probleme. Dazu braucht man Berater und Verkäufer, die beides verstehen: die Probleme der Kunden und die Möglichkeiten der Produkte. Dieser Typ von Mitarbeiter ist rar. umso schwerer wiegt da, dass zu Zeiten von Carly Fiorina eine Reihe guter Kräfte entlassen wurden, um Günstlingen Platz zu machen.

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