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Wiedervereinigung gescheitert Ankara zementiert die Teilung Zyperns

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Türken beharren auf Militärpräsenz

Jetzt, wo die Beziehungen zur EU ohnehin auf dem Nullpunkt sind und das Europäische Parlament gerade erst den Abbruch der Beitrittsverhandlungen gefordert hat, sieht Erdogan erst recht keinen Anlass, in der Zypernfrage nachzugeben.

Bereits Mitte der Woche hatte der türkische Außenminister unterstrichen, Ankara bestehe auf einer militärischen Präsenz in Zypern und auf dem Recht, mit den dort stationierten Truppen notfalls einzugreifen. Damit hätte die Türkei das Recht bekommen, in einem EU-Staat militärisch zu intervenieren – nicht nur aus griechischer Sicht eine absurde Vorstellung. Der griechische Außenminister Nikos Kotzias schrieb auf Twitter, ein türkisches Recht auf militärische Interventionen in ganz Zypern sei nicht akzeptabel.

Für die beiden Gemeinschaften auf Zypern, aber auch für die EU und die USA, die im Hintergrund intensiv auf eine Einigung hinarbeiteten, ist das Scheitern der Verhandlungen ein herber Rückschlag. Eigentlich hatten alle Beteiligten brennendes Interesse an einer Lösung, allen voran die Zyprer selbst: Die Wirtschaft der Insel bekäme durch eine Vereinigung starke Wachstumsimpulse. Davon hätte vor allem der bisher wirtschaftlich zurückgebliebene und politische isolierte Inselnorden profitiert. Die Türkei könnte hoffen, ein großes Hindernis in ihren Beziehungen zur EU auszuräumen, wenn der Zypernkonflikt beigelegt wird. Das wäre auch ein wichtiger Schritt zur Entspannung im Verhältnis zu Griechenland, woran die Nato Interesse hat.

Vor dem Hintergrund der Krisen im Nahen Osten könnte ein vereintes Zypern in der Sicherheitsarchitektur des Westens eine wachsende Bedeutung bekommen. Die Insel gilt als „Flugzeugträger“ im östlichen Mittelmeer. Die Briten unterhalten schon seit Kolonialzeiten zwei exterritoriale Militärbasen auf Zypern, die in Krisenfällen auch von den USA genutzt werden. Die USA und die EU waren aber noch aus einem anderen Grund hinter den Kulissen stark in den Verhandlungen engagiert: Im östlichen Mittelmeer gibt es große Erdgasvorkommen, die teils in der Wirtschaftszone Israels, teils in der Zyperns liegen. Die bereits diskutierten Pläne zum Bau einer Gaspipeline aus den Fördergebieten nach Europa kämen durch eine Zypern-Einigung einen großen Schritt voran. Damit würde die EU unabhängiger von Erdgasimporten aus Russland.

Am frühen Freitagmorgen gaben sich alle Konferenzteilnehmer Mühe, den Fehlschlag herunterzuspielen. Ungeachtet des Endes der Konferenz könne man „andere Initiativen“ zur Lösung der Zypernfrage entwickeln, sagte Uno-Chef Guterres. Insel-Präsident Anastasiades werde seine Bemühungen um eine Wiedervereinigung fortsetzen, erklärte dessen Sprecher Nikos Christodoulides. „Der Traum einer Zypernlösung lebt weiter“, twitterte Griechenlands Außenminister Nikos Kotzias. Auch sein türkischer Kollege Cavusoglu will sich „weiter um eine Lösung bemühen“.

Aber bei nüchterner Betrachtung ist mit dem Scheitern dieser Konferenz die Zypernteilung auf weitere Jahrzehnte zementiert. Die Verantwortung dafür liegt vor allem bei der Türkei. Ihre nicht akzeptable Forderung nach einem militärischen Interventionsrecht im EU-Staat Zypern führte zum Schiffbruch. Erdogan hat damit sein Land im Westen weiter isoliert.

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9 Kommentare zu "Wiedervereinigung gescheitert: Ankara zementiert die Teilung Zyperns"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Was wäre wohl mit Europa passiert, wenn irgendwelche EU-Größenwahnsinnige sich mit den zyprischen Türken "geeinigt" hätten und dieser Teil in die EU aufgenommen worden wäre? Erdokhan hätte sofort freien Zugriff auf sämtliche zukünftige EU-Entscheidungen gehabt und wir wären über nacht zum Schutzgebiet der Groß-Türkei geworden.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte verwenden Sie keine Zitate ohne Quellenangabe.

  • Der Uno Generalsekretär sollte mal mit Jean- Claude Juncker sprechen ob Möglichkeiten bestehen ein vereinigtes Zypern in die EU aufzunehmen. Davon würde auch der türkische Teil profitieren.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Mir wäre etwas mehr Realpolitik lieber. Und zu der gehört, dass bestimmte Ziele mit Erdogan als Präsidenten der Türkei NIEMALS erreicht werden können. Dazu gehört zweifellos auch die Zypernfrage, deren Lösung nie ernsthaft im Raum stand.
    Trotzdem haben die Gespräche etwas bewirkt und sind als Vorbereitung auf eine Post-Erdogan-Zeit sicherlich nützlich gewesen.

  • Herr Maidan jetzt wieder als Spiegel unterwegs, welche Unehre.

  • Schwächung der NATO und der EU sind wohl ihre großen Wünsche Herr Pella, was?

    (Wie ist das Wetter in Sankt Petersburg?)

  • Sorry....Größenwahnsinnig sind.

  • Welche Beweise braucht Rest-Europa noch, um fest zu stellen,
    dass Erdogan und seine Gefolgsleute, mehr als nur Größenwahnsinnig ist.
    Man muß diese Brüder aus der Gemeinschaft, einschl. der NATO ausschließen.