Zementindustrie Eigene Gesetze

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Mit der Übernahme von Hanson steigt der größte deutsche Baustoffkonzern Heidelberg Cement in eine neue Liga auf. Nur zwei Unternehmen, darunter Weltmarktführer Lafarge, werden künftig noch größer sein. Auf den ersten Blick überrascht, dass mit dem Konzern des Multiunternehmers Adolf Merckle ein deutsches Unternehmen aus dem MDax die wohl größte Übernahme hier zu Lande in diesem Jahr stemmen wird. Auch dass ein Unternehmen aus einer Industrienation in einem so rohstoffnahen Bereich zuschlägt, überrascht angesichts des Appetits, den auf diesem Markt zuletzt russische und asiatische Konzerne entwickelt haben.

Aber der Zementmarkt hat seine eigenen Gesetze. Die Entfernung zum Markt spielt eine entscheidende Rolle bei der Expansion. Zement ist sprichwörtlich zu schwer für lange Transporte. Und in den Industrienationen kann auf dem Zementmarkt nur gewinnen, wer auch Sand und Kies hat. Deshalb verfolgen dort die Zementkonzerne die Strategie der vertikalen Integration. So gesehen ist Hanson eine ideale Ergänzung. Heidelberg ist verdammt zum Wachstum – und das nicht erst seit der Milliardenofferte von Cemex für Rinker. Dass die Heidelberger wieder in der Lage sind, vorwärts zu agieren, verdanken sie Bernd Scheifele und dessen Tempo bei der Sanierung und Neuausrichtung des Konzerns.

Der agile Vorstandschef will mit der Konzentration auf Zement beweisen, dass auch ein deutsches Unternehmen mit einer klaren Strategie und strenger Kostenkontrolle mit einem Produkt erfolgreich sein kann, das eigentlich jeder herzustellen in der Lage ist. Wie gut Scheifele wirklich ist, wird sich jetzt bei seinem bislang größten Brocken zeigen.

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