Morning Briefing 10. Januar SPD als Raupe Nimmersatt

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
die staatlichen Einnahmen aus der Einkommensteuer haben sich seit 2010 um rund 50 Prozent erhöht. Das liegt an der guten Konjunktur und am Fleiß der hiesigen Beschäftigten. Doch die SPD will mehr vom Mehr.

Das Wappentier der Schulz-SPD ist offenbar die Raupe Nimmersatt.


Bei den Sondierungsgesprächen verlangte sie eine Anhebung des Spitzensteuersatzes von 42 auf 45 Prozent. Menschen mit einem Jahresgehalt von mehr als 60.000 Euro will Martin Schulz demnach noch beherzter ins Portemonnaie greifen. Das Wappentier der Schulz-SPD ist offenbar die Raupe Nimmersatt.

Quelle: Reuters
JP-Morgan-Chef Jamie Dimon: Die Lernkurve eines Bankers verläuft seit jeher parallel zu den Gewinnkurven der Spekulanten.

So demütig hat man Jamie Dimon lange nicht erlebt. „Ich bereue es, diese Aussagen gemacht zu haben,“ sagte der Starbanker dem TV-Sender Fox Business. Es ging um Bitcoin, die erste virtuelle Währung der Welt, die Dimon kürzlich noch als „Betrug“ bezeichnet hatte. Mitarbeiter, die mit Bitcoin handelten, würde er innerhalb von Sekunden feuern. Die Kehrtwende des JP-Morgan-Chefs ist nicht neuen Einsichten, sondern der Hoffnung auf fette Gewinne geschuldet. Der Bitcoin-Kurs stieg 2017 um rund 1.500 Prozent. Dimon ging leer aus. Die Lernkurve eines Bankers verläuft seit jeher parallel zu den Gewinnkurven der Spekulanten.

Quelle: AFP
Donald Trump: Der US-Präsident ist grob, aber nicht freige.
(Foto: AFP)

US-Präsident Donald Trump wird an der diesjährigen Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos teilnehmen. Das Spektakel in den Schweizer Bergen findet vom 23. bis zum 26. Januar unter dem Motto „Für eine gemeinsame Zukunft in einer zersplitterten Welt“ („Creating a Shared Future in a Fractured World“) statt. Die gute Nachricht: Trump ist grob, aber nicht feige. Der Gesprächsfaden zwischen Europäern und US-Präsident ist gespannt, aber nicht gerissen.

Gestern musste der ehemalige Chefstratege von US-Präsident Trump nun auch bei Breitbart News, einer Webseite der Ultrarechten, seinen Hut nehmen. Steve Bannon hatte sich unflätig über die Präsidentenfamilie geäußert und war damit bei jenen Milliardären, die Trump stützen, in Ungnade gefallen. Schlechtes Benehmen ist in diesen Kreisen Chefsache.

Quelle: Reuters
John Cyran: Das Vertrauen in die Führungskunst des Vorstandschefs der Deutschen Bank ist erschüttert.

Die Deutsche Bank kriegt ihre Kosten offenbar nicht in den Griff. Gut 83 Cent mussten die Frankfurter im dritten Quartal aufwenden, um einen Euro einzunehmen. Der britische Wettbewerber Barclays kommt mit 65 Cent aus, US-Rivale JP Morgan mit 57 Cent und die spanische Santander gar mit 47 Cent. Die Verlustwarnung vom vergangenen Freitag tat ein Übriges, das Vertrauen in die Führungskunst von Vorstandschef John Cryan zu erschüttern. Im Gespräch mit unserer Zeitung versuchen die beiden Vizevorstandschefs der Deutschen Bank, Christian Sewing und Marcus Schenck, ihren Boss rauszupauken. Das ist edel, hilfreich und klug: So sehen in der Finanzwelt Bewerbungsschreiben aus.

Falls Sie dann und wann die Sorge um den pubertierenden Nachwuchs plagt, möchte ich Sie heute Morgen beruhigen: Auch andere Eltern haben Probleme, zum Beispiel Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. Nicht nur Hamas und Hisbollah, sondern jetzt auch der eigene Sohn machen ihm das politische Überleben schwer.

Quelle: AFP
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu mit Sohn Yair: Der Nachwuchs macht dem Politiker das Leben schwer.
(Foto: AFP)

Jair Netanjahu prahlte nach dem Besuch eines Strip-Lokals im angetrunkenen Zustand mit der Skrupellosigkeit seines Vaters. Wörtlich sagte er einem Freund: „Sei nett zu mir. Mein Vater hat deinem Vater ein schönes Geschäft besorgt und es im Parlament durchgeboxt. Mein Vater hat deinem Vater 20 Milliarden Dollar organisiert, dann kannst du mir ja wohl 400 Schekel geben.“ Es geht dabei um die Ausbeutung eines Gasfeldes, die Israels Premier nahezu im Alleingang genehmigte. Das Gespräch der zwei Jungen wurde heimlich aufgezeichnet und dem Fernsehsender „Kanal 2“ zugespielt. Vater Netanjahu hat allen Grund, heute Morgen nicht seinen Schreibtisch, sondern die Klagemauer aufzusuchen.

„Wartesaal am Dom“: Um 8:00 Uhr startet hier das Morning Briefing Live.

Apropos aufsuchen: Ich breche jetzt in Richtung Köln auf. Um 8 Uhr startet im „Wartesaal am Dom“ das Morning Briefing Live. Ich bedaure, dass wir mehr als hundert Leserinnen und Lesern aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse absagen mussten und freue mich dafür umso mehr auf all diejenigen, die gleich dabei sind. Im Schatten des Domes feiern wir gemeinsam eine säkulare Form der Morgenandacht. Vielleicht ist Kirche ja nur ein anderes Wort für Kommunikation.

Quelle: dpa
Blick auf den Kölner Dom, das Wahrzeichen der Stadt.

Ich wünsche Ihnen einen ausgeruhten Start in den neuen Tag. Herzlich grüßt Sie Ihr

Gabor Steingart
Herausgeber

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