Morning Briefing 12. März Radikaler Umbau der Energiebranche

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
US-Präsident Donald Trump heizt den Handelsstreit mit Europa weiter an. Auf einer Wahlkampfveranstaltung sagte er: „Wir werden Mercedes-Benz mit Zöllen belegen, wir werden BMW mit Zöllen belegen.“ Dass die Amerikaner deutsche Autos lieben, ignoriert der US-Präsident. Er will der Exportnation Deutschland schaden. Sollte Trump seine Drohung wahrmachen, stünden die transatlantischen Beziehungen vor ihrer größten Belastungsprobe – oder vor dem Bruch.

Quelle: dpa
Der Energieversorger Eon will die RWE-Tochter Innogy übernehmen.

Die deutsche Energiebranche steht vor einer radikalen Neuordnung: Der Energieversorger Eon will Innogy, die Ökostrom-Tochter von Konkurrent RWE, übernehmen. Für RWE und Eon ist die Transaktion im Volumen von rund 20 Milliarden Euro eine Win-win-Situation: Der eine Konzern wird zum größten Stromproduzenten, der andere Konzern zum größten Stromverteiler in Deutschland. Für den Verbraucher sind die Folgen dagegen noch nicht absehbar. Die neue Machtkonzentration im Energiesektor ist nicht zwingend ein Projekt zur Preissenkung.

Für die Mitarbeiter von Innogy ist die Zerschlagung des jungen Unternehmens die dritte Hiobsbotschaft in kurzer Zeit. Erst musste Vorstandschef Peter Terium völlig überraschend den Konzern verlassen, und vor einer Woche wurde Finanzvorstand Bernhard Günther Opfer einer Säure-Attacke. Möglicherweise haben die drei Vorgänge nichts miteinander zu tun, vielleicht aber doch. In jedem Fall wirft der Milliardendeal in der Energiebranche viele Fragen auf.

Quelle: Reuters
Die Deutsche Bank hatte im Geschäftsjahr 2017 das dritte Mal in Folge rote Zahlen geschrieben.

Flucht nach vorne bei der Deutschen Bank: Angesichts der anhaltenden Kritik an den hohen Bonuszahlungen hat Bank-Chef John Cryan angekündigt, dass der Vorstand „freiwillig“ auf eine Leistungsprämie für das vergangene Jahr verzichte. Der Schritt ist überfällig, schließlich hat die Deutsche Bank im dritten Jahr in Folge einen Verlust erwirtschaftet. Bei den Bank-Vorständen wird der Bonus-Verzicht wahrscheinlich dennoch Verlustschmerzen auslösen. Arthur Schopenhauer kannte das Problem: „Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.“

Neue Generation im VW-Reich: Wolfgang Porsche ist ein Mann mit Weitsicht. Insofern kommt die Berufung von Peter Daniell Porsche, Stefan Piëch und Josef Ahorner in den Aufsichtsrat der Porsche SE nicht überraschend. Die vierte Generation der Familiendynastie soll die Geschäfte digitaler und moderner ausrichten. Der Schritt zeigt, warum Wolfgang Porsche ein guter Unternehmer ist. Er weiß nicht nur, was er kann, sondern auch, was er nicht kann.

Mit dem Tod von Kardinal Karl Lehmann verliert die katholische Kirche einen ihrer einflussreichsten Glaubensmänner. Der langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz war ein Brückenbauer zwischen den Konfessionen und ein Kämpfer für die Menschlichkeit. „Dieser Bischof hielt sich und seine Kirche im Gespräch, mischte sich freundlich ein und machte auf seine Art Politik“, schreibt mein Kollege Hans-Jürgen Jakobs über Lehmann.

Quelle: Reuters
Chinas Volkskongress hat Präsident Xi Jinping den Weg frei gemacht, unbegrenzt im Amt bleiben zu können.

Chinas Staatschef Xi Jinping schreibt Geschichte. Mit überwältigender Mehrheit hob der Volkskongress die Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten auf. Xi kann nun so lange regieren, wie er will. Der Westen muss erkennen: Es war eine Illusion zu glauben, China könne sich zu einer Demokratie entwickeln. Dieser Weg ist auf lange Zeit versperrt.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Start in die Woche. Herzliche Grüße,

Sven Afhüppe
Chefredakteur

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