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Morning Briefing 18. Dezember Weltwettwährung Bitcoin

18.12.2017 - 06:00 Uhr

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
die Geschichte des Geldes ist eine Geschichte von Kassenkämpfen, also von Spekulationen. In der Vergangenheit waren irgendwann im 17. Jahrhundert sogar holländische Tulpenzwiebeln ein Vermögen wert. Die Tulpenzwiebel der Neuzeit heißt Bitcoin und eine Einheit der digitalen Währung kostete am Sonntag zwischenzeitlich tatsächlich 20.000 Dollar. Zu Jahresbeginn war sie nur ein Zwanzigstel davon wert. Aber noch mehr als solche Liebhaberpreise zählt der Satz des großen US-Ökonomen John Kenneth Galbraith, wonach wir in Finanzdingen ein extrem kurzes Gedächtnis haben. Was der Bitcoin-Boom bedeutet, analysieren wir in unserer Titelgeschichte und in einem Video auf unserem Jugendportal Orange.

Quelle: Reuters
Sebastian Kurz wird als Bundeskanzler vereidigt

Den Jugendbonus des Unverbrauchten, vielleicht auch Nassforschen, hat Sebastian Kurz, 31, in Österreich so konsequent ausgebeutet, dass er heute zum Bundeskanzler vereidigt wird. Der Chef der konservativen ÖVP muss in der Koalition mit der rechts-freidrehenden FPÖ nun nur noch das Kunststück fertigbringen, einerseits eine knallharte Migrationspolitik zu fahren und andererseits, wie beabsichtigt, besonders pro-europäisch zu sein. Geld und Handy jedenfalls werden alle Flüchtlinge im Nachbarland bald abgeben müssen. Auch ein gebürtiger Deutscher ist als Bildungsminister mit dabei im Kurzwarengeschäft: Heinz Faßmann, 62, Vizerektor der Uni Wien. Der 2,07-Meter-Mann ist ein anerkannter Migrationsexperte und so etwas wie der Vertrauensmann für's bürgerliche Lager.

Quelle: AFP
Putin dankte Trump für Hinweise auf mutmaßlichen Anschlag in Russland
(Foto: AFP)

Vielleicht hat Russlands Staatspräsident Wladimir Putin tatsächlich Donald Trump geholfen, im US-Wahlkampf zu gewinnen. Sonderermittler Robert Mueller sammelt Indiz auf Indiz. Ganz sicher aber hat der US-Präsident nun dem Mann im Kreml geholfen, eine Terrorzelle in St. Petersburg zu zerschlagen. Die CIA hatte den Tipp gegeben, wofür sich Putin am Sonntag bei Trump persönlich bedankte. Außenpolitik ist bei den beiden Innenpolitik, und Innenpolitik Außenpolitik. Hier verstehen sich zwei besser, als es die Logik der Republikanischen Partei der USA erlaubt.

Quelle: AFP
Niki Lauda will insolvente Fluglinie Niki zurückhaben
(Foto: AFP)

Slots, also Start- und Landerechte, sind das wirklich Wertvolle im Fluggeschäft. Das weiß Niki Lauda nur zu gut, der die von ihm gegründete, nun insolvente Fluglinie Niki zurückhaben will. Der Insolvenzverwalter solle sich die von der Lufthansa übernommenen Niki-Flugzeuge zurückholen, fordert der Österreicher im Handelsblatt, andernfalls würden die Slots ja nach sieben Tagen an einen Koordinator zurückfallen, bei dem sich die Lufthansa bedienen könnte. Lauda wirft dem deutschen Konzern vor, Niki in Wahrheit zerstören zu wollen. Alles ganz nach Nestroy: „Ich hör schon das Gras wachsen, in welches ich beißen werde“.

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    Eine europäische Politik für die Energiewende wird seit Langem angemahnt. An diesem Montag in Brüssel versuchen sich die zuständigen EU-Minister wieder daran. Der Plan sieht vor, dass bis 2030 mindestens 27 Prozent aller verbrauchter Energie (Strom, Heiz- und Kühlwärme, Treibstoffe) aus regenerativen Quellen wie Sonne und Wind stammen. Auch sollen Stromnetze enger verzahnt werden. Es dürfte eine dieser Brüsseler Nachtsitzungen werden, bevor halbwegs Brauchbares aufgeschrieben wird. Und dann greift eine dieser ungeschriebenen EU-Regeln: Der Plan ist gut, das Papier geduldig.

    Immer neue Details über eine Führungsaffäre im Kreditkartenkonzern Visa dringen an die Öffentlichkeit. Danach scheint sicher zu sein, dass eine anonyme Mail an CEO Alfred Kelly ausschlaggebend war. Darin wurde ausgiebig referiert, wie der mächtige Innovations-Chef Jim McCarthy jahrelang mehrere Beziehungen zu Mitarbeiterinnen unterhielt, die ihm teils direkt untergeordnet waren. Ende November war der Manager nach 18 Jahren gefeuert worden, offiziell, weil er gegen die Regeln bei Visa verstoßen habe. Kelly, noch nicht lange im Amt, hat sich vorgenommen, die Firmenkultur zu ändern.

    Quelle: AP
    Martin Schulz klagt über mangelnde Unterstützung
    (Foto: AP)

    Wer einst mit 100 Prozent ins Amt gewählt wurde, der spürt jeden Prozentpunkt Sympathieverlust so heftig wie einen Bandscheibenvorfall. So ergeht es derzeit Martin Schulz. In trauter Runde mit Genossen aus dem Ruhrgebiet klagte der SPD-Chef nun über „Heckenschützen“ und „Durchstechereien“ aus Parteisitzungen, und auch diese intime Klage landete prompt in der Presse, beim Handelsblatt. Das Bundesfinanzministerium sei nun Ziel für eine neue Große Koalition, verriet Schulz noch. Wenn der Sozialdemokrat in diesen Tagen das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach hört, sollte er vielleicht auf zwei Stellen besonders achten: „Lasset das Zagen, verbannet die Klage“ sowie auch „Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen.“

    Ich wünsche Ihnen eine klaglose, friedliche Vorweihnachtswoche mit ganz viel Bach. Es grüßt Sie herzlich

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor / Handelsblatt-Autor

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