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Morning Briefing 2. August USA kontra Türkei

02.08.2018 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

die Nato taugt noch für Fest- und Gedenkveranstaltungen, kann andererseits aber nicht verhindern, dass zwei ihrer wichtigsten Mitglieder diplomatisch aufeinander losgehen. Jedenfalls haben die USA jetzt Sanktionen gegen zwei hohe Minister der Türkei verhängt, gegen Abdulhamit Gül (Justiz) und Süleyman Soylu (Inneres). Beide waren in Maßnahmen gegen den amerikanischen Pastor Andrew Brunson verwickelt, der in Izmir zwei Dekaden lang eine kleine Kirche geleitet hat. Der Gottesmann steht wegen Terrorverdacht (Kontakte zu PKK und Gülen) vor Gericht. Sowohl die USA als auch die Türkei wollen diese Angelegenheit offenbar durch üble Drohungen für sich entscheiden, ehe sie am Ende feststellen werden, dass hier nur ein lautes Amen hilft.

Welche Bedeutung zwischen Chefs und Untergebenen haben Tweets? Das ist die langweilige juristische Frage hinter der jüngsten Wut-Batterie des US-Präsidenten Donald Trump, der den Sonderermittler Robert Mueller allem Anschein nach zur Aufgabe treiben will. Dessen Untersuchungen zu möglichen Wahlkampfhilfen Russlands für Trumps Lager nannte der Regierungschef eine „schreckliche Situation“; Justizminister Jeff Sessions „sollte diese manipulierte Hexenjagd sofort beenden“. Muellers „schmutzige Arbeit“ sei „eine Schande für die USA“. Sessions allerdings hat sich in dieser Causa für befangen erklärt.

Quelle: dpa
Volker Kauder: Der Unions-Fraktionschef verspricht Firmen Steuergeld zum Aufbau einer hiesigen Batteriezellenfertigung.

Späte Panik vor dem Ausverkauf – der Bundesregierung fällt auf einmal ein, dass doch die ein oder andere Zukunftsaktivität im eigenen Land bleiben sollte. So verspricht Unions-Fraktionschef Volker Kauder nun Firmen wie Continental Steuergeld zum Aufbau einer hiesigen Batteriezellfertigung: „Die Koalition ist bereit, solche Ambitionen mit Fördermitteln zu unterstützen“, sagte der Politiker meinem Kollegen. Da die Merkel-Regierung nach dem Fall 50Hertz nun auch beim Maschinenbauer Leifeld Metal Spinning den Einstieg chinesischer Investoren vereitelte, deutet sich so etwas wie eine Industriepolitik für den Weltmarkt an.

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    Unter den Machtspielern der Globalökonomie ist Siemens-Chef Joe Kaeser jemand, der sein Ohr noch näher am Investorenmarkt als am Kundengeschäft hat. Gegen die Aufspaltungsmanie an den Börsen und möglichen Exzessen wie bei Thyssen-Krupp setzt der Ex-Finanzchef sein eigenes Modell, die aktuell vom Aufsichtsrat abgesegnete „Vision 2020+“. Es gibt nun – wie einst bei Vorgänger Peter Löscher – drei operative Kerngeschäfte. Sie heißen Kraftwerke, Digitale Industrien und Smart Infrastructure. Daneben wirbeln die eigenständigen Einheiten Siemens Gamesa (Windkraft), Healthineers (Medizintechnik) und Siemens Alstom (Zugtechnik). In der Konzernzentrale wird man sich bei so viel ausgelagerter Schaffenskraft demnächst ein paar Hundert Stellen sparen können.

    Quelle: AFP
    Benjamin Franklin: „Es gibt Augenblicke, in denen man nicht nur sehen, sondern ein Auge zudrücken muss.“
    (Foto: AFP)

    Der Streit, ob die Bundesrepublik nun ein Einwanderungsland sei oder nicht, ist entschieden – statistisch. Fast jeder vierte Mensch (24 Prozent) hat inzwischen ausländische Wurzeln, stellte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden fest, 51 Prozent davon besitzen einen deutschen Pass. Die Zuwanderungsquote steigt rasant, die deutsche ältere Bevölkerung aber schrumpft. Und: Die junge Generation hat mit 38 Prozent nunmehr einen höheren Anteil an Migranten als die USA. Es gilt ein Satz von Benjamin Franklin: „Es gibt Augenblicke, in denen man nicht nur sehen, sondern ein Auge zudrücken muss.“  

    Und dann ist da noch der Eiffelturm, die stählerne Schönheit von Paris, attraktiv auch im 131. Jahr. Doch es gibt Streit über ein neues Zugangsverfahren, das stark auf Online setzt und das zu riesigen Touristen-Warteschlangen führen würde, erklären die Gewerkschaften. Sie haben für heute Streik angesetzt. Gestern waren die Verhandlungen gefloppt, woraufhin die Betreibergesellschaft das Monument einfach schloss. Vom Stolz des Konstrukteurs Alexandre Gustave Eiffel bleibt da wenig übrig: Er stellte einst klar, Frankreich werde das einzige Land sein, dessen Fahne auf einem 300 Meter hohen Mast weht.

    Ich wünsche Ihnen einen aussichtsreichen Tag.

    Es grüßt Sie herzlich  

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor / Handelsblatt-Autor


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