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Morning Briefing 20. Februar Die Laufzeit von „AKK“

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

der Richtungsstreit in der CDU ist beendet, ehe er überhaupt ausbrechen konnte. Das simple Mittel: Personalentscheidung. Die nun aus dem Zylinder gezauberte Generalsekretärin in spe Annegret Kramp-Karrenbauer tritt an als Jeanne d'Arc der letzten Volkspartei, die das auch bleiben will. Sie ist nach gängigen Etikettenspielereien sozialpolitisch links, ökonomisch Mitte und gesellschaftspolitisch rechts, also akzeptabel für alle und darf deshalb das neue Grundsatzprogramm fördern.

Quelle: dpa
Annegret Kramp-Karrenbauer gilt als offizielle Kandidatin für die Nachfolge Merkels.

Die Laufzeit von „AKK“, wie die Saarländerin parteiintern geherzt wird, wird als Generalin präzise dann enden, wenn Angela Merkel zugunsten der Saarländerin von der Macht lässt. Oder anders gewendet: Der Kanzlerin ist in der Not geglückt, was zuweilen Mittelständlern misslingt – beizeiten eine Nachfolgelösung zu finden.

Quelle: dpa
(Foto: dpa)

Eine ganz andere Frage ist, warum mit der Frau aus Püttlingen und dem als Wirtschaftsminister gehandelten Peter Altmaier nunmehr gleich zwei Hauptfiguren des Merkel-Matriarchats aus dem Saarland kommen. Vielleicht ist es die Mischung aus alter Bergmannssolidarität, französischer Lebenslust und katholischem Wertegerüst, die Vertreter des kleinen, armen Landes in Berlin so kompatibel macht. Man glaubt sich sicher, von ihnen nichts zu befürchten zu haben.

Quelle: dpa
Annegret Kramp-Karrenbauer und Bundeskanzlerin Angela Merke voller Freude nach dem Sieg bei der Landtagswahl im Saarland.

Wahlen kann „s'Annegret“, wie die 55-Jährige in ihrer Heimatregion heißt, auch gewinnen. Es war ja ihr fulminanter 40,7-Prozent-Erfolg gegen Rot-Rot bei der Landtagswahl vor fast einem Jahr, der den Niedergang der SPD einleitete und aus dem „Schulz-Effekt“ letztendlich einen „Schulz-Affekt“ machte. In jüngsten Umfragen liegen die Sozialdemokraten mit 15,5 Prozent sogar erstmals hinter der AfD. Das dürfte den 463.000 Parteimitgliedern, die von heute an bis zum 2. März über die vorgeschlagene neue GroKo abstimmen, die Sache auch nicht gerade leichter machen. Auch Tschechow hilft hier nicht weiter: „Es gibt keine Sicherheit, es gibt nur verschiedene Grade der Unsicherheit.“

Quelle: Reuters
Für Jens Weidmann sind ie Chancen auf das Amt des Präsidenten der Europäischen Zentralbank gestiegen

Noch nie war ein Deutscher Präsident der Europäischen Zentralbank. Doch jetzt sind die Chancen dafür gestiegen, Bundesbank-Chef Jens Weidmann kann sich Hoffnungen machen. Das liegt am europäischen System von Personalrochaden, das ähnlich kompliziert ist wie die Funktionärswerdung in Bayern, wo die CSU Provenienz aus Oberbayern, Niederbayern, Unterfranken, Mittelfranken und so weiter beachten muss. Weil nun mit Luis de Guindos aus Spanien ein Vertreter des Südens Vizepräsident der EZB wird, kann ein Deutscher Nummer eins werden. In Zeiten eines allgemeinen Zinsanstiegs könnte Stabilitätsverfechter Weidmann, der Falken für eine schöne Vogelart hält, zudem der richtige Mann am Platz sein.

Quelle: © Bas Beentjes / Greenpeace
Jennifer Morgan spricht über den Skandal bei Oxfam
(Foto: © Bas Beentjes / Greenpeace)

Als die Macht der Politik in der Globalisierung sank und zudem ein Elitenproblem aufzog, gewannen Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) als neue moralische Instanzen an Bedeutung. Der aktuelle Skandal bei Oxfam, wo Mitarbeiter auf Haiti des sexuellen Missbrauchs beschuldigt werden, ist ein herber Rückschlag für die Szene. Sehr klar formuliert das Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan im Handelsblatt-Interview: „Es besteht die Gefahr des Vertrauensverlustes, und wir müssen alles tun, sie abzuwenden.“ NGOs stünden „mehr denn je in der Pflicht, klar zu zeigen, wofür wir das Geld unserer Förderer ausgeben.“ Schon immer hat Transparenz einem Reputationsschaden am besten vorgebeugt.

Eine Bar, ein Dinner und drei Manager, die von umstürzenden, mutigen Entscheidungen in ihren Unternehmen berichten – das sind die Zutaten für das neue Format „EntscheidungsMacher“ der Kollegen von der WirtschaftsWoche, das am Donnerstag in München Premiere hat. Es treten auf: Tui-Chef Friedrich Joussen, Osram-CEO Olaf Berlien und Evotech-Lenker Werner Lanthaler. Für Leserinnen und Leser des Morning Briefings habe ich ein Handvoll Karten zurückgelegt. Das Los entscheidet:
[email protected]

Ich wünsche Ihnen einen froh gelaunten Start in den Tag. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor / Handelsblatt-Autor

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