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Morning Briefing 20. März Tod durch Roboterauto

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

nur wenige glauben, Religionen seien unfehlbar – warum sollte es dann die neue Ersatzreligion Maschinenintelligenz sein? Der Tod einer 49-jährigen Fußgängerin in der Stadt Tempe im US-Staat Arizona durch ein selbstfahrendes Auto des Uber-Verbunds wirft jetzt viele Fragen auf. Zwei Versprechen sind ins Wanken geraten: das aus Silicon Valley, es komme nun endlich mehr Sicherheit in den Straßenverkehr, sowie das der Regierung von Arizona, es werde in puncto Robotervehikel keine Regulierung geben. Uber jedenfalls hat alle Tests in dem Zukunftsmarkt – etwa in Pittsburgh, San Francisco oder Toronto – eingestellt. Offenbar ist das Leben nicht ganz so einfach wie in der TV-Serie „Knight Rider“ mit David Hasselhoff, in der ein Auto schon vor 30 Jahren fahrerlos zur Gaudi aller herumkurvte.

Quelle: dpa
Saudi-Arabien exportiert nicht nur Öl, sondern auch Hoffnung auf Liberalität: Frauen müssen nicht länger Kopf und Gesicht verhüllen

Saudi-Arabien exportiert nicht nur Öl, sondern auch Hoffnung auf Liberalität. Pünktlich zum heutigen Staatsbesuch in den USA kündigte Kronprinz Mohammed bin Salman an, Frauen müssten in seinem Staat nicht länger Kopf und Gesicht verhüllen. Auch soll es keine Pflicht mehr geben, lange schwarze Roben („Abaya“) zu tragen. Dezente, respektvolle Kleidung genüge, so der Reformer. US-Präsident Donald Trump und der Industrie des Landes dürfte es bei so viel Entgegenkommen leicht fallen, dem Gast aus dem Morgenland wie gewünscht Atomkraftwerke und Waffen zu verkaufen.

Warnung von der Weltbank: Aufgrund von Dürre, Hitzeschocks und Überflutungen könnten 140 Millionen Menschen in Afrika (südlich der Sahara), Südasien und Lateinamerika bis 2050 gezwungen sein, ihre Heimat zu verlassen. „Migration, durch Klimawandel ausgelöst, wird Realität sein“, sagt ein Direktor der Finanzinstitution. Er rät zur stärkeren Treibhausgasreduzierung, besseren Planung durch nationale Regierungen und zu mehr Datenanalysen.

Quelle: Reuters
Alexander Nix: Der CEO von Cambridge Analytica verschaffte sich für den Trump- Wahlkampf via Facebook Zugang zu Daten von 50 Millionen Amerikanern.

Womit wir bei Big Data wären: Die Firma Cambridge Analytica, die sich im politischen Auftrag der Trump-Wahlkämpfer via Facebook Zugang zu sensiblen Daten von 50 Millionen Profilen verschafft hat, bietet offenbar eine Reihe von Schmuddeldiensten an. Einem Undercover-Reporter des englischen TV-Senders „Channel 4 News“, der sich als Vertreter einer reichen Familie aus Sri Lanka ausgab, erzählte der CEO Alexander Nix, er würde mit Ex-Spionen aus Großbritannien und Israel kooperieren, um politische Gegner zu kompromittieren. Auch kreiere man Sex-Skandale. Wer immer Cambridge Analytica beauftragt hat, klebt selbst tief im Honigtopf. Die Facebook-Aktie verlor gestern um bis zu sieben Prozent.

Die Schmeicheleien sind abgeklungen, alle Jubellieder gesungen – nun muss der bayerische Ministerpräsident Markus Söder in dieser Woche sein neues Kabinett formen. Damit beginnt er, so ist zu hören, am heutigen Dienstag. Söders Mannschaftswahl muss einiges abbilden: die Vielfalt der bayerischen Regionen, die von ihm selbst gemachten Versprechungen an einzelne Politiker sowie eine gewisse Leistungskraft, damit die CSU am 14. Oktober die Landtagswahl auch wieder gewinnt. Das alles spricht zum Beispiel dafür, dass Ilse Aigner, Chefin des mitgliederstärksten Bezirks Oberbayern, vom Wirtschaftsministerium ins Finanzressort aufrückt, Söders alter Wirkungsstätte.

Quelle: dpa
Oliver Bierhoff: „Es muss wieder mehr um den Sport gehen, nicht nur um Transfers, Ablösesummen und Jahresgehälter.“

In das liebste Tagesgespräch der Deutschen – Fußball in allen Varianten – mischt sich Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff mit Molltönen ein. Im WM-Jahr starten wir „bei Null“, verkündet er, es müsse nun „den nächsten Masterplan geben wie 2000“, dem großen Krisenjahr des DFB. Anlass der Kritik ist das teils arme spielerische Niveau der Bundesliga, deren Spitzenklubs international schwächeln. Angesichts der Top-Gagen für Starspieler fordert Bierhoff im Handelsblatt-Gespräch mit Thomas Tuma zudem: „Es muss wieder mehr um den Sport gehen, nicht nur um Transfers, Ablösesummen und Jahresgehälter.“ Doch die Tabelle wird nun mal nicht nur aus Punkten, sondern auch aus Euro gemacht.

Dass Deutschland 2018 Europameister der Wirtschaft bleibt, ist wahrscheinlicher als ein erneuter Triumph in der Fußball-Weltmeisterschaft. Was ökonomisch auf uns alles zukommt, erklärt Professor Bert Rürup den Mitgliedern des Handelsblatt Wirtschaftsclubs am Mittwochabend in Düsseldorf exklusiv. Vorab präsentiert der Wissenschaftler die aktuelle Frühjahrs-Konjunkturprognose des von ihm geleiteten Handelsblatt Research Institute. Interesse? Fünf Karten habe ich zurückgelegt ([email protected]), das Los entscheidet.

Ich wünsche Ihnen einen schwungvollen Start in den Tag. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor / Handelsblatt-Autor

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