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Morning Briefing 22. August VW wird zur Software AG

22.08.2018 - 05:57 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
einige Monate arbeitet Herbert Diess, 59, bereits an der Spitze des Volkswagen-Konzerns. Die Schonzeit ist hiermit zu Ende, der CEO verwandelt sich vor unseren Augen zum Aufrüttler eines erfolgsverwöhnten Gewerbes, zum Klassensprecher mit Mission. Offenbar sieht Diess die Produkte seines Hauses künftig als Computer auf vier Rädern: „Jeder Wagen wird ein eigener Knotenpunkt in einer vernetzten Autowelt sein, da müssen wir ansetzen“, sagt er im großen Handelsblatt-Strategieinterview. Die Hauptrolle in den Hallen spielt künftig demnach kein Motor, sondern Software. Doch wenn VW bisher öffentlich mit Software assoziiert wird, fällt dabei garantiert ein sehr hässliches Wort: „Defeat device“.

Quelle: dpa
„Wenn wir mehr Verantwortung übernehmen, dann sorgen wir dafür, dass sich Amerikaner und Europäer auch künftig aufeinander verlassen können.“

Nicht nur der wichtigste Industriechef des Landes, auch der derzeit beliebteste Politiker des Landes nimmt in unserer Zeitung einen spektakulären U-Turn vor. Außenminister Heiko Maas (SPD) hat im Gastkommentar nicht weniger als eine neue USA-Strategie skizziert, eine „balancierte Partnerschaft, ...in der wir ein Gegengewicht bilden, wo rote Linien überschritten sind“. Es geht ihm um vom Dollar und von der US-Justiz unabhängige Zahlungs-, Abwicklungs- und Finanzsysteme in einem Land der Harmonie, das er „Europe United“ tauft. Bisher war die transatlantische Liebe ein Automatismus, eine Selbstverständlichkeit wie das Salatblatt im Burger. Nun ist sie Maas-Arbeit: „Es ist höchste Zeit, unsere Partnerschaft neu zu vermessen.“

Dass der Wahlkampf von Donald Trump vor zwei Jahren hohe Verschmutzungsgrade aufwies, wird man nach Lage der Dinge juristisch einwandfrei vermuten dürfen. Dass seine wichtigsten Mitarbeiter dabei durch Schmutz geradezu wateten und Gesetze unterliefen, ist dagegen keine Spekulation mehr, sondern amtlich. Erst sprach gestern eine Jury Trumps Ex-Wahlkampfmanager Paul Manafort, 69, in acht von 18 Anklagepunkten schuldig, unter anderem wegen Steuerhinterziehung. Mögliche Höchststrafe: 80 Jahre Gefängnis. Und dann räumte Trumps Ex-Vertrauensanwalt Michael Cohen, 51, vor Gericht mehrere Vergehen gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung ein. Hier sind fünf Jahre Haft möglich. Uns fällt bei der Frage, was das für Trump bedeutet, Seneca ein: „Ein Verbrechen muss durch ein Verbrechen vertuscht werden.“

Quelle: AFP
Russische Hacker sollen rechtskonservative US-Denkfabriken ins Visier genommen haben.
(Foto: AFP)

Der Hacker-Krieg des Wladimir Putin in den USA geht weiter - wenn die Experten von Microsoft recht haben. Sie veröffentlichten gestern einen erschütternden Report. Danach spezialisieren sich die russischen Internet-Guerillakämpfer, die den US-Wahlkampf 2016 manipuliert hatten, nunmehr auf Attacken auf konservative Thinktanks, die sich von Donald Trump losgesagt haben. Die feindliche Russen-Gruppe sei vorher als GRU bekannt geworden; Microsoft habe gefährliche Websites entdeckt und gekapert. Der Präsident hätte somit im Osten höchst merkwürdige Helfer undercover und sollte über das Thema vielleicht beim nächsten Tête-à-tête mit dem einstigen KGB-Agenten aus Moskau fachsimpeln.

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    Sie trotzen allen negativen Nachrichten und feiern Champagner-beschwingt Rekorde: Amerikas Börsianer. Der wichtige Index S&P 500 kletterte nun auf das Rekordhoch von 2873 Punkten. Heute Abend wird dann sogar die nächste Bestmarke der Wall Street gerissen: 3453 Tage lang hat der S&P 500 im Jahresvergleich nie mehr als 20 Prozent nachgegeben. Es handelt sich also um die historisch längste „Bullen“-Phase der US-Börse. Der bisherige Rekord war von 1990 bis um Ende der New Economy im März 2000 erreicht worden. Aus der ganzen Feuerwerksstimmung kann man zwei Schlüsse ziehen: Entweder, dass die Blase bald platzen wird - oder, dass diesmal alles ganz anders wird, so wie der Klimawandel die Meteorologie verändert.

    Quelle: dpa
    Hans-Joachim Watzke im Gespräch mit dem Handelsblatt.

    Vielleicht haben Sie noch nie darüber nachgedacht, was Unternehmer von Fußballprofis und was Fußballprofis von Unternehmern lernen können. Geld haben beide, bei Fans sieht es schon anders aus. Über solche Fragen diskutieren am Donnerstagabend in Düsseldorf der Borussia-Dortmund-Manager Hans-Joachim („Aki“) Watzke und Erich Staake, Chef der Duisburger Hafen AG. Es moderiert Chefredakteur und Fußballkenner Sven Afhüppe. Eine Handvoll Karten habe ich zurückgelegt, E-Mail an [email protected]. Weiter kommt, wer Losglück hat.

    Und dann ist da noch August Hanning, 72, einst Chef des Bundesnachrichtendienstes. Via „Bild“ warnt er deutsche Behörden davor, dem österreichischen Staat vertrauliche Informationen zu liefern. Vorsicht sei geboten bei dessen Verfassungsschutz. Hier hatten Polizisten des Alpenlandes im März Akten über Rechtsextreme konfisziert, einschließlich einiger Erkenntnisse über Netzwerke, zu denen viele Abgeordnete der Regierungspartei FPÖ gehören. Einige Informationen stammten pikanterweise aus Deutschland. Auch britische und amerikanische Geheimdienste misstrauen den engen Kontakten von FPÖ-Spitzen zu Russland.

    Ich wünsche Ihnen einen Tag voller Vertrauensbeweise. Es grüßt Sie herzlich

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor / Handelsblatt-Autor


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