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Morning Briefing 23. Februar Starkes, schwaches Deutschland

1 Kommentar

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

jede Rede zur Lage der Nation ist derzeit die Schilderung eines Gegensatzpaares. Politisch: Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle. Ökonomisch: bei bester Gesundheit.

Quelle: dpa
Das Statistische Bundesamt liefert am heutigen Freitag die genauen Zahlen.

So haben Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen 2017 einen Rekordüberschuss von 38,4 Milliarden Euro erzielt, das sind 1,2 Prozent der Wirtschaftsleistung (Vorjahr: 0,8 Prozent). Der Konjunkturboom sorgte für steigende Steuern und Sozialbeiträge, und der Staat musste am Kapitalmarkt kaum Zinsen zahlen. Die genauen Zauberzahlen liefert das Statistische Bundesamt am heutigen Freitag. Das GroKo-Drama wird davon nicht besser.

Quelle: Reuters
Im Handelsblatt-Gastkommentar kritisiert Goerge Soros die großen Social-Media-Unternehmen als „besonders ruchlos“.

Es gibt Diktaturen, Mafiastaaten und die amerikanischen Internetriesen. So definiert George Soros seine Trilogie der Schurkenorganisationen. Im Handelsblatt-Gastkommentar kritisiert der Spekulant und Spender die großen Social-Media-Unternehmen als „besonders ruchlos“, weil sie Menschen ausbeuteten, die es nicht merkten. Und Ungleichheit werde verstärkt, weil die Giganten des Geldes aus dem Silicon Valley attraktive Start-up-Firmen einfach aufkauften. Soros' Moral: Google & Co. seien in Wahrheit „öffentliche Versorger“, die viel stärker zu regulieren seien. „Alles Leben ist Problemlösen“, wusste sein Lehrmeister Karl Popper.

Quelle: dpa
Joachim Rukwied wehrt sich gegen die Kritik der europäischen Bankenaufsicht.

Erstmals greift die neu geschaffene europäische Bankenaufsicht durch - in Deutschland, dem Musterland für seriöse Geschäfte. So monierten die Aufseher aus dem Reich der EZB die imposante Zahl von 36 Mitgliedern im Verwaltungsrat der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Das sind immerhin drei komplette Fußballteams oder eine Busladung für Kaffeefahrten. Das Gremium soll nun rasch verkleinert werden. Die Kontrolleure kritisierten zudem den Verwaltungsrat der Landwirtschaftlichen Rentenbank, wo sich unter 18 Mitgliedern nur drei Finanzexperten befinden. Trotzig verteidigt Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands, das Geldinstitut, bei dem 61 Millionen Euro Gewinn im Vergleich zu 91 Milliarden Bilanzsumme wie ein Trostpreis in der Kirmes-Schießbude wirken.

Quelle: Reuters
Die Produktion von Batterien ist derzeit noch fest in asiatischer Hand.

Fest in der Hand asiatischer Firmen ist derzeit noch der Markt der Batterien. Neun von zehn Batteriezellen entstammen den Werken von Samsung, Panasonic oder CATL aus China. Ganz und gar nicht einverstanden mit dieser Arbeitsteilung der Weltwirtschaft zeigen sich nun europäische Größen. Saft, eine Tochter des Ölkonzerns Total, verkündet einen Pakt zur Fertigung von Batteriezellen: Von Siemens kommt die Automatisierungstechnik, vom Reutlinger Anlagenbauer Manz die Maschinen und vom belgischen Konzern Solvay die Chemikalien. Weitere Formationen werden folgen. Schließlich winken am Ende Aufträge für E-Autos und Fördergelder der EU, eine allzu verführerische Kombination.

Quelle: Pressefoto Aareal Bank
Wolf Schumacher wird neuer Aufsichtsratsvorsitzender der staatlichen Bayern LB.
(Foto: Pressefoto Aareal Bank)

Milch und Honig flossen im Jahr 2015 für Wolf Schumacher reichlich. Sein Schlaraffenland lag im wilhelminisch-schönen Wiesbaden, wo er damals als Chef des Immobilienfinanzierers Aareal Bank fast 14 Millionen Euro kassierte. Damit war er bestbezahlter Banker des Landes. Aber keine Kontosumme kompensiert auf Dauer Arbeitsglück, und so taucht der promovierte Jurist nun nach 30 Monaten Pause wieder auf: in München, als neuer Aufsichtsratsvorsitzender der staatlichen Bayern LB. Schumacher folgt auf den verdienten Finanzexperten Gerd Häusler, der das Institut aus der Schieflage gebracht hat. Der Eingewechselte ist im Übrigen einer, der Forellen am liebsten mit der Hand aus dem Bach fischt.

Quelle: Reuters
Notizzettel von Donald Trump: Unter Punkt fünf: "I hear you."

Waffenruhe wird wohl nie mehr über den USA liegen, wo der verfassungsrechtlich garantierte „pursuit of happiness“ bedeutet, im Notfall eine Pistole zur Verteidigung von Freiheit und Glück anlegen zu können. Nach dem Schulmassaker von Parkland hatte Präsident Donald Trump diese Woche zunächst Angehörige von Opfern getroffen, die schärfere Gesetze verlangten und wenig später dann die Waffenlobby NRA belobigt („tolle Patrioten“). Er will - im Einklang mit NRA-Chef Wayne LaPierre - ausgewählte Lehrer bewaffnen. Eine waffenfreie Schule sei ein „Magnet für böse Leute“, so der Präsident. Amerika aber debattiert nun vor allem darüber, dass Trump auf seinem Spickzettel für das Opfergespräch „I hear you“ als Merkposten notiert hatte. An Menschlichkeit muss man eben in besonderen Fällen schriftlich erinnern.

Ich wünsche Ihnen einen vergnüglichen Start ins Wochenende. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor / Handelsblatt-Autor

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1 Kommentar zu "Morning Briefing 23. Februar: Starkes, schwaches Deutschland"

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  • Wir Deutschen, die tollsten Europäer, können ja die erwirtschafteten Überschüsse von 36 Milliarden sofort nach Brüssel überweisen, aber die Suppenküchen im Land sollten aufgestockt werden.

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