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Morning Briefing 25. Juli Erdogan hat einen EM-Plan

25.07.2018 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

der Fall Mesut Özil wird von Tag zu Tag politischer, absurder und geheimnisvoller. Im Mittelpunkt: Sein türkischer Fotofreund Recep Tayyip Erdogan, der die Haltung des Ex-Nationalspielers inzwischen dezidiert „patriotisch” nennt: „Ich küsse seine Augen.” Vielleicht hat die Zärtlichkeitsattacke des Präsidenten ja damit zu tun, dass seine Türkei genau wie Deutschland 2024 die Fußball-EM veranstalten will. Die Vergabe durch die Uefa geht in die heiße Phase. Je „rassistischer”, inhumaner und unbedarfter der DFB erscheint, umso besser für Erdogans Soko Bosporus. Özils agiler Berater Erkut Sögüt hat bei dieser Geschäftsanbahnung per Augenkuss wohl einen Spezialjob übernommen.

In Frankreich wird das Innenleben des Élysée-Palasts bei einer Anhörung vor dem Parlament transparent wie eine Glasmurmel. Zu sehen ist eine Garde offiziell nicht bekannter Schattenmänner aus dem nahen Umfeld von Präsident Emmanuel Macron; deren Existenz bestätigte nun sein Kabinettsdirektor. Einer von ihnen, Alexandre Benalla, 26, fiel als prügelnder Pseudopolizist bei einer Demonstration auf. Dennoch blieb es, in Absprache mit Macron, bei nur 14 Tagen Zwangsurlaub. Dass der Delinquent für den Staatschef bei Reisen alle Dienststellen koordinierte, ist eine weitere Enthüllung. Der so junge, selbstsichere Präsident übernimmt allein die Verantwortung und sagt, der Gegner wolle eine Republik des Hasses errichten.

Quelle: dpa
EU-Kommission: Laut Hinweisen sollen Autobauer auch bei den neuen Abgastests tricksen.

„Dieselgate”, die unendliche Geschichte. Jetzt geht die EU-Kommission Hinweisen nach, dass die Autobauer auch bei den neuen Abgastests tricksen, um die CO2-Normen zu unterlaufen. Die Auswertung erster Testresultate deute darauf hin, dass die „offiziell von den Herstellern angegebenen Emissionswerte überhöht sein könnten”, heißt es in einem internen Papier, das uns vorliegt. Der Verdacht: Die Konzerne pumpen den Ausgangswert künstlich auf, um in der Folge weniger Einsparungen leisten zu müssen.

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    Zuletzt wurde nur noch diskutiert, wie Ausländer aus Deutschland rauskommen – jetzt wirft Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die Frage auf, wie sie hineinkommen. Es geht um dringend benötigte Fachkräfte. Geeignete Kandidaten mit Deutschprüfung sollen künftig ein halbes Jahr hierherkommen dürfen, um sich ihren Berufsabschluss anerkennen zu lassen. Und er habe die Zusicherung der Kanzlerin für ein Zuwanderungsgesetz, das bis Jahresende durchs Kabinett geht, sagt Heil dem Handelsblatt noch. So etwas ist aber nur bis zur nächsten Seehofer-Blockade gültig.

    Quelle: KFW
    Sabine Mauderer: In den Vorstand der Bundesbank zieht eine weitere Frau ein.
    (Foto: KFW)

    Die Bundesbank bekommt tatsächlich eine zweite Frau in ihren sechsköpfigen Vorstand. Es handelt sich nach unseren Informationen um Sabine Mauderer, 48, bisher Direktorin der staatlichen KfW. Die promovierte Juristin war einst im Bundesfinanzministerium auch persönliche Referentin der damaligen Staatssekretärin Barbara Hendricks (SPD). Ressortchef Olaf Scholz (SPD) trieb die etwas rotfilzig wirkende Beförderung jetzt an.

    An diesem Mittwoch schnuppert EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die bleihaltige Luft im Weißen Haus. Für das Gespräch über ein Handelsabkommen mit den USA hält er keine Offerten bereit. Es sind denn auch nur 45 Minuten Talk eingeplant sowie ein „Pool Spray” (Kameras und Kurzfragen im Oval Office). Gastgeber Donald Trump verfolgt weiterhin allem Anschein nach das Projekt „Handelsweltkrieg” und kündigt den Farmern zwölf Milliarden Dollar Nothilfe für entgangene Exporte an. Per Twitter fällt ihm ein: „Zölle sind das Größte!” Georg Christoph Lichtenberg schrieb dazu: „Wir irren allesamt, nur jeder irret anders.”

    Quelle: imago/Future Image
    Thomas Middelhoff: Der Manager soll Teile seines Vermögens vor der Privatinsolvenz 2015 beiseitegeschafft haben.
    (Foto: imago/Future Image)

    Neue Ermittlungen gegen den Manager und Autor Thomas Middelhoff: Die Staatsanwaltschaft geht dem Verdacht nach, der Ex-Chef von Bertelsmann und Karstadt habe zusammen mit seinem Anwalt Hartmut Fromm Teile des Vermögens vor der Privatinsolvenz 2015 beiseitegeschafft – was die beiden bestreiten. Die „Süddeutsche Zeitung” zitiert eine eidesstattliche Versicherung der Beraterlegende Roland Berger: Danach habe Middelhoff ihm im Januar 2014 bestätigt, „dass er seine Vermögensverhältnisse so geordnet habe, dass er seinen Gläubigern alles entziehen könne”.

    Und dann ist da noch Ivanka Trump, die eine Entscheidung getroffen hat. Künftig will die Präsidententochter – mit offizieller Beraterfunktion im Weißen Haus – nicht mehr länger in Mode machen, sondern nur noch in Politik. Das Unternehmen mit der Marke „Ivanka Trump” soll so schnell wie möglich schließen. Vielleicht liegt auch einfach ein Fall von Marktversagen vor: Renommierte Handelshäuser (Nordstrom, Sears) haben Tochters Fashion Ware im Zuge der vielen Anti-Trump-Proteste ausgelistet.

    Ich wünsche Ihnen einen kühlen Kopf an diesem heißen Sommertag. Es grüßt Sie herzlich

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor / Handelsblatt-Autor

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