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Morning Briefing 28. August Chaos in Chemnitz

28.08.2018 - 06:00 Uhr 2 Kommentare

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

die DDR sah Chemnitz so sehr als Vorbildsiedlung der kommunistischen Welt an, dass man es kurzerhand Karl-Marx-Stadt nannte. Vorbild, das war einmal. Heute zählt dort für manche nicht Marx, sondern „Heimatschutz“, praktiziert in Zirkeln, die so etwas wie „Parallelgesellschaften“ von rechts sind. Am Sonntag jagten 800 Fanatiker fremdländisch aussehende Menschen durch die Innenstadt, nachdem ein 35-jähriger Deutscher erstochen wurde (tatverdächtig: ein Syrer und ein Iraker). Am Montag dann prügelten sich demonstrierende Rechte und Linke. Die Polizei? Schlecht vorbereitet. Ein Schatten ihrer selbst. Der Rechtsstaat scheint in Chemnitz genauso außer Kraft gesetzt zu sein wie der eigene Werbeslogan: „Stadt mit Köpfchen.“

War da etwas, wertes Publikum? Ein kecker Aufstand des sozialdemokratischen Vizekanzlers vielleicht, der das Rentenniveau urplötzlich bis 2040 sichern wollte? Utopie ist machbar, Herr Nachbar? Wenn die Spitzen der Regierungsparteien heute tagen, ist das Spektakel des Olaf Scholz nach ein paar Tagen schon wieder Geschichte. SPD-Chefin Andrea Nahles will es nun doch bei der verabredeten Jahreszahl 2025 belassen: „Mehr war nicht drin.“ Unsicher ist, ob mit dieser Intermezzo-Politik wirklich viele im Land glauben, das „S“ im Parteinamen werde größer als früher geschrieben.

Quelle: AP
Donald Trump: Ein neues Handelsabkommen mit Mexiko soll auf keinen Fall „Nafta“ heißen.
(Foto: AP)

„Nafta“ soll das Ding keinesfalls heißen, das US-Präsident Donald Trump jetzt verhandelt hat. So hieß ja das alte Handelsabkommen („Katastrophe“) in Nordamerika. Nun aber schlossen die USA und Mexiko einen neuen Deal, mit Regelungen für die Autoindustrie, mit Zollfreiheit und Patentschutz von Bio-Medizin. Trump will flugs die Regierung Kanadas anrufen, bis Freitag soll auch mit diesem Land eine Übereinkunft gefunden werden. Andernfalls schwingt wieder die Peitsche - in Form von Strafzöllen für Autos. Henry Kissingers Lektion jedenfalls hat Trump offenbar gelernt: „Macht ist das stärkste Aphrodisiakum.“

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    Als wichtiger Trump-Stratege wurde Stephen Bannon gefeuert, als Wahlhelfer heuert er sich selbst wieder an. Vor den Kongresswahlen im November jedenfalls trommelt Bannon für die Republikaner, damit sein ehemaliger Chef auch weiter mit bequemen Mehrheiten regieren kann. So startet der Helfer mit der Rasputin-Ausstrahlung in Kürze den kämpferischen Film „[email protected]“. Seine Aktionsgruppe „Citizens of the American Republic“ ist bereits aktiv. Jeder Guru braucht seine Leitfigur wie der Parasit das Wirtstier.  

    Schlechte Luft macht dumm: Das ist, kurz gefasst, das Ergebnis einer Gruppe von Wissenschaftlern, die darüber ausgiebig in China forschte. Starke Luftverschmutzung führte demnach in Tests zu großen Verschlechterungen der Sprache und der arithmetischen Fertigkeiten. Solche Umweltprobleme könnten das Niveau der Bildung um ein Jahr reduzieren, sagt der Forscher Xi Chen von der Yale School of Public Health; bei Männern, Älteren und Ungebildeten verschärfe sich das Problem. In der Studie wurden 20.000 Chinesen zwischen 2010 und 2014 begleitet.

    Quelle: dpa
    Metro: Der Total-Abschied des Handelskonzerns von der Börse ist möglich.

    Nichts liebt die Börse mehr als Veränderung, und der Ausstieg der Haniel-Familie aus Metro garantiert ziemlich viel davon. Das ließ den Kurs gestern um bis zu 18 Prozent steigen, nachdem auch die Ceconomy AG (Media-Markt, Saturn) avisiert hatte, ihren Metro-Anteil zu verkaufen. Sogar der Total-Abschied Metros von der Börse ist möglich, legt unsere Titelstory dar. Alles konzentriert sich auf den tschechischen Investor und Haniel-Auskäufer Daniel Kretinsky, 43, der einen Strom- und Braunkohlenkonzern (EPH), ein Boulevardblatt („Blesk“) und E-Commerce-Firmen in etlichen Ländern besitzt. Aus solchem Holz sind Oligarchen der Neuzeit geschnitzt.

    Und dann sind da noch die schwedischen Lotto-Gewinner, die nach ihrem Zahlen-Coup über mehr als 20 Jahre hinweg von Wissenschaftlern beobachtet wurden. Und, siehe da: Die von Fortuna Begünstigten waren durchweg glücklicher als vor dem Geldzugang. Höhere Gewinne brachten demnach auch höhere Zufriedenheit. Das alles wusste Cicero ganz ohne Fragebogen: „Keine Festung ist so stark, dass Geld sie nicht einnehmen kann.“ Nur die Nachbarn, die mit dem aufwendigeren Lebensstil der Lottokönige in Schweden mithalten wollten, bekamen mitunter ein Problem: das der Zahlungsunfähigkeit.

    Ich wünsche Ihnen einen glücklichen Tag, mit oder ohne viel Geld. 

    Es grüßt Sie herzlich

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor / Handelsblatt-Autor


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    2 Kommentare zu "Morning Briefing 28. August: Chaos in Chemnitz "

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    • Es gibt Probleme mit den Türken, Arabern, Syrern, Afghanen, Irakern, Pakistanern, Afrikanern, Sinti, Roma und weiteren allerlei obskuren Leuten aus Osteuropa und dem Balkan.
      Diese Probleme  kommen von denen und von keinem anderen.
      Dadurch haben sich Vorbehalte gebildet, wenn sie z.B. als Mieter oder sonst was auftreten.
      Das ist kein Rassismus, sondern weckt natürliche Vorsicht, als Schutzmechanismus. 
      Rassisten gibt es natürlich auch. Überall auf der Welt.
      Bemerkenswert, auch besonders ausgeprägt in Israel, wo man sogar jüdische Afrikaner
      loswerden will.
      Es ist Ihnen selbstverständlich freigestellt, mit dem angesprochenen Personenkreis einen vorbehaltslosen Umgang zu pflegen und willkommen zu heißen.
      Ich bin aber so frei, meinen Umgang selbst auszusuchen und Begegnungen jeglicher
      Art nach meiner Einschätzung vorzunehmen oder zu unterlassen.
      Des Weiteren bin ich auch so frei zu meinen, das eine Massenmigration mit einem
      breiten Sozialstaat, wie dem unsrigen unvereinbar ist.
      Des Weiteren bin ich der Meinung, das die gesellschaftlichen Probleme sich früh einstellen und die finanziellen Folgen später, aber unweigerlich kommen werden und einen Turbo die für die gesellschaftlichen Probleme bedeuten werden.

    • Der Rechtsstaat wurde an dem Tag außer Kraft gesetzt, als seitens der Merkel Regierung die illegale Grenzöffnung beschlossen wurde.

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