Morning Briefing 3. Januar Koreanischer Dialog

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Bereit zum Dialog mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Quelle: dpa
Südkoreas Präsident Moon Jae-in

Bereit zum Dialog mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.

(Foto: dpa)

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
noch immer ist Wandel durch Annäherung besser als der Lärm, den das Klappern von Kriegsgeschirr macht. Einer, der das nur zu gut weiß, ist der liberale südkoreanische Präsident Moon Jae In. Er hat Kim Jong Un, Führer des kommunistischen Nordkorea, wiederholt einen Dialog angeboten – worauf der Mann aus Pjöngjang nun tatsächlich reagiert. Noch vor dem Start der Olympischen Winterspiele nächsten Monat in Südkorea solle man sich treffen, so Kim, der auch Sportler zu dem Wettkampf schicken will. Wenn sich die beiden wirklich annähern, gibt es einen schmollenden Dritten. Der heißt Donald Trump und setzt ausschließlich auf maximale Härte gegen Nordkorea.

Quelle: Reuters
Schleppende Gewinne und ein schlechter Börsenkurs machen RWE zu schaffen.

Natürlich ist RWE wegen schleppender Gewinne und schlechter Börsenkurse in Gefahr und nicht wegen nachgewiesenermaßen schlechter Unternehmensführung. Interessant ist aber schon, dass der Essener Energiekonzern mit weitem Abstand Letzter bei einer Untersuchung wurde, wie es denn die 30 Dax-Konzerne mit dem Corporate-Governance-Reporting und sozialer Verantwortlichkeit halten. Es setzte von den Forschern der Universität Hamburg und den Wirtschaftsprüfern von Deloitte laut unseren Erkenntnissen die Schulnote „ungenügend“. Durchgefallen. Immerhin lässt sich die RWE-Mehrheitsbeteiligung Innogy jetzt auf einen verschärften Sparkurs ein, den der geschasste Vorstandschef Peter Terium noch abgelehnt hatte.

Quelle: dpa
Die deutsche Energiewende ist derzeit eher Fiktion.

Die deutsch-französische Freundschaft ist uns lieb und teuer. Wenn es um Strom geht, geben wir sogar Geld dazu, damit unser Nachbarland uns die Ware abnimmt. So geschah es vor und nach dem Jahreswechsel, wie unsere Handelsblatt-Titelstory schildert. Frankreich ist weiter Hauptabnehmer einer Überproduktion von Ökostrom, vornehmlich aus Windkraftwerken, der nicht sinnvoll ins eigene deutsche Stromnetz integriert werden kann. Es fehlt nun mal an Stromspeichern und an Verteilnetzen. So ist die deutsche Energiewende derzeit eher Fiktion als die Allianz mit Frankreich.

Quelle: Imago
Geht es nach Bundeskanzlerin Angela Merkel soll das Überraschungsei einer neuen Großen Koalition spätestens zu Ostern im Nest liegen.
(Foto: Imago)

Irgendwie spätestens zu Ostern soll das Überraschungsei einer neuen Großen Koalition im Nest liegen, jedenfalls, wenn es nach Angela Merkel geht. Und so trifft sich die Kanzlerin heute mit den Chefs und Fraktionschefs von CDU, CSU und SPD zu einer Sondierung der Sondierung, die ja offiziell erst am Sonntag beginnt. Die lautesten Zwischenrufe rund um die Spitzentreffen lassen derzeit ein kräftiges bayerisches Idiom erkennen und zielen ganz darauf ab, die Asylpolitik extrem zu verschärfen. So dürften sich CSU und SPD bald in einem heftigen Wettstreit darüber befinden, wer vor dem großen Osterfest wohl den größten Lästigkeitswert erzielt. Scheitern der Gespräche nicht ausgeschlossen.

Quelle: dpa
Die Rücklagen der Bundesagentur für Arbeit belaufen sich auf 17 Milliarden Euro.

Das deutsche Jobwunder hat in Nürnberg einen sagenhaften Schatz von 17 Milliarden Euro entstehen lassen. So hoch sind die Rücklagen der Bundesagentur für Arbeit. So viel Geld weckt Begehrlichkeiten und sorgt für Streit. So wollen die fünf Wirtschaftsweisen und der Steuerzahlerbund den Beitragssatz um bis zu 0,5 Prozentpunkte senken, eine Entlastung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer um insgesamt 5,4 Milliarden Euro. Auch die Union will reduzieren, doch SPD und Gewerkschaften stellen sich quer. Wer seinen Job verliert und direkt in Hartz IV rutscht, soll Hilfe aus der Nürnberger Schatzkammer erhalten. „Geld will ernst genommen werden, sonst kommt es nicht zu dir.“ (Kurt Tucholsky)

Quelle: AFP
Peter Thiel hat rund 15 Millionen Dollar in Bitcoin investiert.
(Foto: AFP)

Man nennt sie „Wale“: 100 Großinvestoren beherrschen fast 20 Prozent jener Kryptowährung, die derzeit als heißeste Spekulationsware auf den Finanzmärkten gehandelt wird. Nun ist klar, dass auch Peter Thiel zu den großen Fischen rund um Bitcoin gehört: Im Frühjahr soll der deutschstämmige Silicon-Valley-Milliardär mit dem Founders Fund rund 15 Millionen Dollar investiert haben. Aufgrund der gestiegenen Kurse soll der Wert aktuell bei mehreren hundert Millionen Dollar liegen, berichtet das „Wall Street Journal“. Thiel hat bei Paypal oder Facebook ein gutes Näschen bewiesen - und dürfte auch jetzt wissen, wann er in diesem Zockergeschäft Gewinne mitnimmt.

Ich wünsche Ihnen einen inspirierten Start in den Tag. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs

Senior Editor / Handelsblatt-Autor

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