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Morning Briefing 30. Juli Die Winterkorn-Falle

30.07.2018 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

wenn die TV-Firma Ufa irgendwann tatsächlich ihre geplante Primetime-Seriensaga über VW/Porsche bringen sollte, darf man gespannt sein, welche Rolle Ex-CEO Martin Winterkorn, 71, darin spielt. Spitzbube oder Spitzenmanager? Man weiß nun auch, dass er seiner Frau 3,4 Millionen Euro auf ein Schweizer Konto zukommen ließ, mit seinem Sohn Geld hin und her schiebt und über zwei Firmen 30 Immobilien besitzt. Aber was in diesem Geflecht ist, wie die Braunschweiger Staatsanwaltschaft glaubt, eine „Steueraffäre“? Der Mann, der „Wiko“ war und wegen „Dieselgate“ per US-Haftbefehl gesucht wird, wirkt wie ein Gefangener seiner selbst, für den ein Bonmot von Pythagoras gilt: reich an Geld, arm an Freuden.

Die Jahre 2008 bis 2018 werden Historikern einmal als Phase gigantischer Umverteilung erscheinen, in der Schuldner jubelten und Gläubiger jammerten. Das alles liegt am Niedrigstzins, verordnet von Mario Draghis Konjunktursanitätern der Europäischen Zentralbank. Ein Opfer ist die Gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland, die 34,3 Milliarden Euro Reserve äußerst konservativ auf zwölf Monate anlegen muss - und nunmehr mit minus 49 Millionen erstmals negative Vermögenserträge ausweist. Es gilt der „Fluch der vollen Kassen“, wie unsere Titelstory beschreibt.

Quelle: dpa
Elvis Presley: Bei Lidl dachten Strategen wohl an den US-Sänger bei ihrem Großprojekt „Elwis“.

„It's now or never“ sang einst Elvis Presley – und so entschlossen dachten auch die Strategen des Handelskonzerns Lidl bei ihrem Großprojekt „Elwis“. Die 30 Jahre alte Betriebssoftware sollte von 2011 an mit Hilfe von SAP und 1000 Helfern endlich den Anschluss an die Moderne finden. Nun aber ist das Erneuerungswunder nach sieben Jahren gescheitert, wie meine Kollegen herausfanden, mit vermutlich 500 Millionen Euro Schaden. Kundige werden künftig schmunzeln, wenn sie nach dem üblichen Radio-Muzak den Slogan „Lidl lohnt sich“ hören.

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    Bisher ist Donald Trump als eine Art ADHS-Politiker bekannt geworden, dessen Zappeligkeit ihr tägliches Ventil in Tweets findet, die wiederum zur Freude des Urhebers weltweit Presseresonanz bescheren, auf die man noch eine kleine Presseschelte setzen kann. Umso erstaunlicher, dass sich der US-Präsident am 20. Juli zu einem journalistischen Fachgespräch mit Arthur Gregg Sulzberger, dem jungen Verleger der „New York Times“, getroffen hat. Beide wollen dabei gewarnt haben: Trump vor faking statt breaking news, der Erbe wiederum vor „aufrührerischer Sprache“, zum Beispiel, dass Journalisten „Feinde des Volkes“ seien. Hier ist schon die Erinnerung so, wie Presse nie sein sollte: parteiisch.

    Quelle: AP
    BMW: Der Konzern greift im Handelskrieg zwischen den USA und China zu drastischen Maßnahmen.
    (Foto: AP)

    An diesem Montag greift BMW im Handelskrieg zwischen den USA und China zu drastischen Maßnahmen. Weil Peking nunmehr 40 Prozent Einfuhrzoll auf importierte Autos aus den USA erhebt, erhöht der deutsche Autobauer die Preise für seine SUV-Modelle X5 und X6, die im BMW-Werk in South Carolina entstehen und in die Volksrepublik gehen. Sie kosten vier bis sieben Prozent mehr, was Käufer abschrecken könnte. Daimler hat bereits wegen der Handelskalamitäten die Prognose gesenkt.

    Kurze Nachricht an alle, die ein Energiekonzept für die Zukunft entwickelt haben: Sie können sich damit noch bis zum 24. August bei den Energy Awards bewerben. Die Preise vergeben wir zusammen mit Partnern und der Energy Academy bereits zum sechsten Mal. Die Gewinner werden im Januar 2019 prämiert, erstmals auf einer Gala im Rahmen der Handelsblatt Energietagung Energiewirtschaft.

    Und dann ist da noch die Wandlung des Dieter Morszeck vom Rillenkoffer-Millionär zum Wohltäter. Am heutigen Montag wird der Erbe von Rimowa bekannt geben, dass er das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg mit 30 Millionen Euro unterstützen wird. Morszek, dessen Schwester an Darmkrebs gestorben ist, hat 80 Prozent der Gepäckfirma an Bernard Arnaults LVMH für 640 Millionen Euro verkauft. In der FAZ erklärt der Gönner, das Geld sei in Heidelberg gut investiert, „auch wenn es keine finanzielle Rendite dafür gibt“. Goethe ziselierte einst dazu: Wer nichts für andere tut, tut nichts für sich.

    Ich wünsche Ihnen einen beflügelnden Start in eine Woche, die für viele vor allem Sonne, Sand, Schwimmen bedeutet. Es grüßt Sie herzlich

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor / Handelsblatt-Autor


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